CAD/CAM-gefertigter Zahnersatz Eine aktuelle Standortbestimmung aus Sicht der ZahnärzteAnke Weber et al. |
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Dezember 2006 - Beim Blick in zahnärztliche Publikationsorgane
stellt man fest, dass CAD/CAM in den letzten Jahren sehr an Bedeutung gewonnen
hat. Damit geht einher, dass sich die Zahl der angebotenen
Im Frühjahr letzten Jahres wurde in den "Zahnärztlichen Mitteilungen" eine bundesweite repräsentative Umfrage zu CAD/ CAM-gefertigtem Zahnersatz angekündigt. Wir möchten auf diesem Weg all jenen, die den Fragebogen ausgefüllt an die Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik an der Technischen Universität Dresden zurückgesandt haben, herzlich danken. Ziel der Untersuchungen war es, den Kenntnisstand, den Bedarf und die Akzeptanz von CAD/CAM-gefertigtem Zahnersatz unter den Zahnärzten als potentielle Anwender zu ermitteln. Diese Umfrage war Teil eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderten wissenschaftlichen Forschungsprojekts zur Grundlagenforschung über CAD/CAM-Technologie mit dem Titel "Reverse Engineering - CAM-Prozesskette für festsitzende zahnärztliche Restaurationen - Weiterführende Aspekte: Intraorale Digitalisierung und okklusale Gestaltung". Es wurde bundesweit an nahezu 3 000 zufällig ausgewählte Zahnärztinnen und Zahnärzte aller Fachrichtungen ein vierseitiger Fragebogen versandt. Die detaillierte Auswertung, insbesondere im Vergleich zu einer zeitgleich durchgeführten Umfrage unter deutschen Zahntechnikern, wird nun im Zuge eines von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) geförderten Projektes durchgeführt. Seit den ersten Entwicklungen der CAD/ CAM-Pioniere F. Duret oder D. Rekow sind inzwischen zahlreiche CAD/CAM-Systeme auf dem Dentalmarkt eingeführt worden. Diese unterscheiden sich erheblich in ihren Anwendungsbereichen (Inlay/Onlay - Kronen - Brücken) wie auch in der Datenerfassung (Digitalisierung), die direkt im Munde des Patienten aber auch ausgehend vom Gipsmodell erfolgen kann. Grundsätzlich bieten Systeme mit intraoraler Digitalisierung die Möglichkeit, Restaurationen am Patientenstuhl (chairside) herzustellen. Die Mehrzahl aller Systeme nutzt eine Datenerfassung vom Gipsmodell. Hinsichtlich der Fertigung werden überwiegend Kronen- beziehungsweise Brückengerüste hergestellt, die vom Zahntechniker konventionell verblendet werden. Nur wenige Systeme bieten die Möglichkeit der Konstruktion und Fertigung von Restaurationen mit Kauflächen, die physiologischen Anforderungen entsprechen. Damit liegt beim Einsatz von CAD/CAM-Systemen ein Großteil der Arbeit in der Hand der Zahntechniker. Für den behandelnden Zahnarzt und seinen Patienten sind die ästhetischen Vorteile jedoch nicht von der Hand zu weisen. Auch bei den Materialien findet sich eine gewisse Bandbreite. Neben (Zirkondioxid-) Keramik können von einzelnen Systemen auch Gold, Titan und Kunststoffe bearbeitet werden. Folgende Fragen sollten im Rahmen der repräsentativen Umfrage beantwortet werden: Durchführung und Auswertung der Umfrage Im Juni 2005 wurden nahezu 3 000 Fragebögen an Zahnärzte versandt. Im August 2005 erfolgte ein Erinnerungsschreiben an dieselben Adressen. Der Rücksendezeitraum dauerte bis Dezember 2006 an. In dieser Zeit wurden von den 2 696 angeschriebenen Zahnärzten 1 009 Fragebögen zurückgesandt; vier Fragebögen waren nicht zustellbar. Die bereinigte Rücklaufquote liegt somit bei 37,5 Prozent. Die Fragebögen enthielten drei Arten von Fragen:
Für Ja/Nein-Fragen wurde die relativen Häufigkeiten der Ja-Antworten bezogen auf die Anzahl der beantworteten Fragen ermittelt. Bei Fragen nach dem Maß der persönlichen Zustimmung wurden Prozentwerte ermittelt. Die Ergebnisse werden als Medianwerte mit den Quartilen dargestellt. Ergebnisse Die Auswertung der Fragebögen zeigt die hohen Ansprüche, die an Zahnersatz im Allgemeinen gestellt werden. So liegt der Median für Randschluss, Okklusion, Ästhetik (FZ) und Biokompatibilität bei über 95 Prozent. Auch die Form und die Ästhetik für Seitenzähne werden mit 89 Prozent beziehungsweise 80 Prozent sehr hoch bewertet (Abbildung 1). Bei den Materialien werden Gold und Keramik mit einem Median von 96 Prozent beziehungsweise 97 Prozent in ihrer Bedeutung am höchsten eingeschätzt. Titan oder Nichtedelmetalle werden in ihrer Wertigkeit geringer eingestuft (Abbildung 2). Zirkoniumdioxidkeramik wird mit einem Median von 75 Prozent in der Bedeutung geringer als Gold oder Keramik, jedoch wichtiger als Titan oder NEM bewertet.
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Insgesamt kann die CAD/CAM-Technologie schon als etabliert eingeschätzt werden: 83,2 Prozent aller antwortenden Zahnärzte kennen bereits CAD/CAM-Systeme oder haben selbst mit einem gearbeitet, 68,7 Prozent zeigen Interesse. Dabei wurden als Quellen für das Wissen vornehmlich das kooperierende zahntechnische Labor, Artikel oder Vorträge, Fortbildungen sowie Werbung/Messen angegeben. Auf die Frage der einzuschätzenden Wichtigkeit der dentalen CAD/CAM-Technologie ergab sich für die Zahnärzte ein Median von 53 Prozent. Dabei wird der Einsatz von CAD/CAM-gestützten Systemen im zahntechnischen Labor am höchsten bewertet, gefolgt von der Anwendung von CAD/CAM-Systemen im eigenen Praxislabor beziehungsweise von Chairside-Systemen. Die Einrichtung von Fräszentren ist von eher untergeordneter Bedeutung (Abbildung 3).
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Die größten Erwartungen, die an CAD/ CAM-gefertigten Zahnersatz gestellt werden, liegen in der konstanten Qualität (91 Prozent) und der Präzision (88 Prozent). Aber auch auf Zeit- und Kostenersparnis (jeweils 71 Prozent) wird gehofft (Abbildung 4). Dagegen wird die Gefahr eines Arbeitsplatzabbaus aufgrund des Einsatzes von CAD/CAM-Verfahren mit 42,5 Prozent vergleichsweise niedrig eingestuft. Als wünschenswerte Verknüpfungen wurden Diagnose- und Planungssysteme, elektronische Kiefergelenkregistrierung, intraorale Kamera, digitales Röntgen und Patientenverwaltung in dieser Reihenfolge (58 Prozent bis 21 Prozent) genannt. Überwiegend werden CAD/CAM-Systeme für die Herstellung von Front- und Seitenzahnkronen (68,2 Prozent beziehungsweise 67,8 Prozent aller antwortenden Zahnärzte mit CAD/CAM-Erfahrung), gefolgt von Inlays (56,3 Prozent) eingesetzt (Abbildung 5). Mit CAD/CAM-gefertigten Onlays, Veneers und dreigliedrigen Brücken haben 34,6 Prozent bis 44,1 Prozent der erfahrenen Zahnärzte bereits gearbeitet, mit mehrgliedrigen Brücken lediglich 16,6 Prozent. Dabei wurden vor allem der Randschluss, die Ästhetik, Haltbarkeit, Approximalkontakte, Form und Okklusion positiv (Mediane 70 Prozent bis 80 Prozent) bewertet.
Diskussion CAD/CAM in aller Munde? Die Ergebnisse zeigen den hohen Bekanntheitsgrad dieser noch relativ neuen Technologie auf. Dies geht zum einen Hand in Hand mit einem zunehmenden Ästhetikbewusstsein - Keramik hat bei prothetischen Restaurationen einen gleich hohen Stellenwert wie Gold -, zum anderen mit der Forderung nach gleichbleibend hoher Qualität des Zahnersatzes. Dabei handelt es sich um einen grundsätzlichen Anspruch, der an Zahnersatz im Allgemeinen, insbesondere aber an CAD/CAM-gefertigten Zahnersatz, gestellt wird. Haupteinsatzgebiete sind die Herstellung von Kronen und Inlays, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass diese sowohl im zahntechnischen Labor als auch in der Zahnarztpraxis (chairside) hergestellt werden können. Grundsätzlich wird denjenigen Herstellungsverfahren, bei denen die Bearbeitungseinheit im zahntechnischen Labor steht, die größere Bedeutung beigemessen. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, dass bei der überwiegenden Mehrheit der Systeme die Datenerfassung nicht direkt im Mund erfolgt, sondern ein nach Abformung hergestelltes Gipsmodell dreidimensional vermessen wird. Entsprechend der technischen Gegebenheiten müssen die Kronen- und Brückengerüste nach wie vor durch den Zahntechniker konventionell verblendet werden. Dies bedingt, dass nur die Minderzahl der Zahnärzte dentale CAD/CAM-Systeme mit der Gefahr von Arbeitsplatzverlust assoziieren.
Schlussfolgerungen Die Ergebnisse zeigen, dass CAD/CAM-gefertigte Restaurationen auf dem Weg sind, routinemäßig in der zahnärztlichen Praxis angewendet zu werden. Aus zahnärztlicher Sicht ist mit CAD/CAM-Verfah-ren die Erwartung verknüpft, Restaurationen in hoher Qualität und Präzision, insbesondere aus keramischen Werkstoffen herzustellen. Dr. Anke Weber Dr. Heike Rudolph Sebastian Quaas Amelie Thöne PD Dr. Ralph Luthardt Technische Universität Dresden Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik Fetscherstraße 74 01307 Dresden Anke.Weber@computerzaehne.de zm 96, Nr. 24, 16.12.2006, Seite 52-55 |
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