Hilfswerk Deutscher ZahnärzteAusbilden statt abschieben |
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| 16. Dezember 2009 -
Seit 2004 unterstützt das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) ein
Pilotprojekt für Flüchtlinge und Migranten im Raum Bonn und
Rhein-Sieg-Kreis. Im Rahmen dieses Projekts führt der Verein
"Ausbildung statt Abschiebung" (AsA e.V.) einen gezielten
Förderunterricht für junge Migrantinnen und Migranten mit einem
ungesicherten Aufenthaltsstatus im Alter von 14 bis 25 Jahren durch. Die Idee
dahinter: Bildung und Sprache sind der beste Schutz vor Verarmung - sei es in
Deutschland oder auch bei der Rückkehr ins Herkunftsland. Bei diesem Projekt erhalten Schüler und Auszubildende aller Schulformen und Ausbildungsberufe kontinuierlich außerschulischen und auf ihre
Vielen dieser Jugendlichen fehlt eine langfristige Lebensperspektive. Durch gezielte Hilfsmaßnahmen im Projekt werden die Zukunftsperspektiven der Betroffenen konkret verbessert. Sollten die Jugendlichen in Deutschland bleiben können, eröffnet ein Schulabschluss ihnen die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. Falls eine Rückkehr ins Heimatland unumgänglich ist, bietet Bildung den sichersten Schutz vor Ausbeutung und Verarmung. Perspektiven am Arbeitsmarkt Neben der konkreten Unterstützung von jungen Flüchtlingen bietet das Projekt aber auch eine arbeitsmarktpolitische Perspektive. Durch die verschiedenen Maßnahmen werden individuelle berufliche Ressourcen der Jugendlichen gefördert. Diese Potentiale können in den kommenden Jahren nachhaltig in den deutschen Wirtschaftskreislauf eingebunden werden, insbesondere in Berufsbereichen, in denen es zu personellen Engpässen kommen wird, wie beispielsweise in der Kranken- und Altenpflege. Falls die Jugendlichen doch in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollen, lassen sich die erworbenen beruflichen Kompetenzen zum wirtschaftlichen Aufbau in den jeweiligen Herkunftsländern nutzen. Die jungen Erwachsenen würden dazu beitragen, die regionalen Infrastrukturen zu stärken. Darüber hinaus könnten sie eine Brückenfunktion übernehmen, insbesondere für Firmen und Organisationen aus Deutschland, die in diesen Ländern tätig werden wollen. Die Jugendlichen haben dann eine berufliche Perspektive und sind nicht abhängig von sozialen Leistungen. Das Projekt hat somit auch eine entwicklungspolitische Komponente. Individuelle Förderung Ziel des Projekts ist es, individuell auf die schulischen Defizite der Jugendlichen einzugehen, die sich insbesondere durch den Quereinstieg ins deutsche Schulsystem ergeben haben. Im Verlauf der Nachhilfe sollen Lernschwierigkeiten erkannt und abgebaut sowie persönliche Ressourcen konkret gefördert werden. Dabei spielt vor allem die Erweiterung der deutschen Sprachkompetenz eine zentrale Rolle. Durch die Verbesserung der Deutschkenntnisse steigen erfahrungsgemäß auch die schulischen Leistungen, so dass das Streben nach einem Schulabschluss erleichtert wird und somit auch die Chancen für eine mögliche berufliche Ausbildung wachsen. Der Verein AsA will einen kontinuierlichen Förderungsprozess schaffen, beginnend beim Förderunterricht zur Begleitung während der Schulzeit, über die Bewerbungsunterstützung, bis hin zur Betreuung während der Ausbildung. Nur so ist eine nachhaltige positive Entwicklung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Verlauf der Unterstützung zu gewährleisten. Drei Bausteine Aufgrund des Schwerpunkts "Sprachförderung" besteht dieses Projekt aus drei wesentlichen Bausteinen:
Diese Aufgaben werden von Nachhilfelehrern und Deutschlehrern ehrenamtlich durchgeführt. Eine pädagogische Honorarkraft wird mit einem Stundensatz von 12,50 Euro für insgesamt 576 Projektstunden honoriert. Personalkosten, Computerwartung und Software, sowie anteilige Miete, Porto, Telefon, Material- und Verköstigungskosten hat das HDZ in den letzten fünf Jahren mit rund 80 Prozent getragen, das entspricht 42 770 Euro. Dr. Klaus Winter Vorsteher des Hilfswerks Deutscher Zahnärzte Am Paradies 87 37431 Bad Lauterberg zm 99, Nr. 24, 16.12.2009, Seite 24-25 |
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