Ein
Europäischer Qualifikationsrahmen für berufliche Bildung
(EQF)Ein gänzlich neuer Ansatz |
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16. Januar
2006- Die EU-Kommission plant grundlegend Neues für die berufliche
Bildung. Um die Vergleichbarkeit der Bildungsabschlüsse innerhalb Europas
zu erhöhen, soll ein europäischer Qualifikationsrahmen geschaffen
werden. Ein erster Entwurf dazu liegt vor, nun sind auf
Zum Hintergrund: Um Bildungsabschlüsse in Europa besser vergleichen zu können und eine Harmonisierung der Anerkennung von im europäischen Ausland erworbenen Qualifikationen zu fördern, sollen nach Meinung der Kommission zwei Instrumente geschaffen werden: Dazu hat die Kommission am 8. Juli 2005 einen entsprechenden Entwurf vorgelegt. Da in Europa viele verschiedene Bildungssysteme existieren, gleichzeitig aber auf Basis der Lissabon-Strategie die Mobilität der Beschäftigten erhöht werden soll, sollen die Systeme transparent gemacht werden. Um die Systeme vergleichen zu können, soll der EQF als Raster mit verschiedenen Qualifikations- und Kompetenzniveaus (derzeit sind acht Niveaus vorgeschlagen) entwickelt werden. Die Diskussion muss im Gesamtkontext mit der Debatte um einen europäischen Bildungsraum gesehen werden. Sie umfasst Gesichtspunkte wie den Bologna-Prozess im Hochschulbereich (Bachelor- und Mastergrade) genauso wie die Berufsqualifikationsrichtlinie und Fortbildungsregelungen in den dualen Ausbildungsberufen, zum Beispiel den Gesundheitsberufen. Deutsches Bildungssystem wird sich verändern Auf den ersten Blick scheinen die Freien Berufe mit ihren sieben Ausbildungsberufen (Medizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Tiermedizinische
Der Prozess befindet sich zurzeit im Stadium der Meinungsfindung. Auf nationaler Basis sind alle relevanten nationalen Institutionen und Verbände aufgefordert, Stellung zu beziehen. Die Bundeszahnärztekammer hat aus ihrer Sicht Argumente zusammengetragen, die in eine Stellungnahme des Bundesverbandes der Freien Berufe (BFB) eingeflossen sind. Aus Sicht der Freien Berufe ist die europäische Entwicklung zwar grundsätzlich zu begrüßen, jedoch sind folgende Kernpunkte zu bedenken: Mittlerweile liegt eine erste deutsche Stellungnahme zum EQF vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kulturministerkonferenz (KMK) vor. Darin wird zwar die Perspektive der Freien Berufe nicht explizit verfolgt, dennoch wird dort die Freiwilligkeit der Annahme und Nutzung des EQF sowie die davon unberührte Verantwortung der Mitgliedstaaten für die Gestaltung ihrer Bildungssysteme betont. Außerdem wird eine mehrjährige Testphase eingefordert, um die Praxistauglichkeit des EQF zu überprüfen. Angesichts der Vielfältigkeit der Bildungslandschaft in Europa dürfte sich dieser Prozess zwar spannend, aber auch sehr langwierig gestalten. pr zm 96, Nr. 2, 16.01.2006, Seite 20 |
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