AOK-Vertrag zur
Hausarztversorgung Schwer erschüttert |
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16. Januar
2008 - Als erste Kasse hat die AOK Baden-Württemberg die gesamte
hausärztliche Versorgung bundesweit ausgeschrieben. Mit der Entscheidung
bebt die GKV-Landschaft: KBV nebst KVen gehen leer aus, den Zuschl
Das Auswahlverfahren sorgte im ganzen Land für Schlagzeilen, denn zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik organisierte eine gesetzliche Kasse die medizinische Versorgung an den KVen vorbei. Waren bisher qua Gesetz ausschließlich letztere Vertragspartner der Krankenkassen, machte die Gesundheitsreform den Weg frei für Selektiv- und Direktverträge. Dies sei ein Beispiel dafür, dass die wettbewerblichen Impulse der Gesundheitsreform erste Früchte tragen, urteilt Kanzlerin Angela Merkel. Zwangsjacke statt Wettbewerb Gegen mehr Wettbewerb hat die KBV grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Im Gegenteil, nach eigenen Worten begrüßt sie sogar einen Weg in diese Richtung. Die jetzige Entwicklung sieht sie jedoch kritisch: Der AOK-Vertrag bringe deutliche Nachteile, sollte er ohne die Beteiligung der KVen zustande kommen. Nachteile, die Ärzte und Patienten gleichermaßen zu spüren bekämen.
Konkret befürchtet die KBV, dass die Direktverträge die freie Arztwahl und die Therapiehoheit aushebeln. "Eine freie Arztwahl, Behandlung für alle gesetzlich Versicherten ohne Rechnungsstellung, die Therapiehoheit der Ärzte - viele Errungenschaften, die unser kollektivvertragliches System auszeichnen und um die uns andere Länder beneiden, bleiben du
Genau das aber ist geschehen: Zwar reichte die KBV samt der Arbeitsgemeinschaft Vertragskoordinierung (ARGE), ein Zusammenschluss von 14 KVen und der KBV, die Bewerbung ein. Der Zuschlag ging jedoch letztlich an Medi und den Hausärzteverband Baden-Württemberg. "Wir haben uns für die beiden Arztgruppen entschieden, weil deren Konzepte sehr überzeugend und gegenüber den anderen Angeboten herausragend sind. Außerdem können beide Organisationen zusammen eine flächendeckende, qualitative Versorgung durch Hausärzte sicherstellen", erklärte der Vorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Rolf Hoberg. "Außer ihnen kann unserer Meinung nach kein weiterer Anbieter die in der Ausschreibung geforderten inhaltlichen und gesetzlichen Vorgaben erfüllen." Ein Signal gegen die KVen Für die KBV ist die Entscheidung der AOK dagegen vor allem eins: ein Signal kontra das KV-System. "Das ist ein schwarzer Tag für Patienten und Ärzte", erklärte der KBV-Chef. Dabei geht es nicht nur um die verlorene Macht der KVen. Indem die AOK am K
Während Köhler die Ärzte zudem vor den finanziellen Risiken warnt, behauptet die AOK, die Vergütung der hausarztzentrierten Versorgung werde höher sein als die Regelvergütung. "Als begrüßenswert und richtig" bezeichnete auch der NAV-Virchowbund die Entscheidung der AOK. "Statt ausgetretene Wege zu gehen, beweist die Kasse Mut zu neuen Lösungen. Nicht die KVen haben aus alter Gewohnheit den Zuschlag erhalten, sondern diejenigen, die mit dem besseren Konzept überzeugen konnten", sagte ihr Vorsitzender Klaus Bittmann. Ende der freien Arztwahl Die KBV wies freilich darauf hin, dass sich "entgegen anderslautender Behauptungen sehr wohl einiges für Patienten ändern würde, wenn solche Verträge ohne KVen abgeschlossen werden". Zum Beispiel, dass ein Patient nicht einfach außerhalb der Grenzen von Baden-Württemberg mit seiner Chipkarte Ärzte aufsuchen könne. Vielmehr müsste er bei einem Arztbesuch in Hamburg in Vorleistung treten und sich die Kosten von der AOK erstatten lassen. ck zm 98, Nr. 2, 16. 01. 2008, Seite 22-23 |
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