1. Februar 2007 - Eine
Vielzahl von Studien thematisiert die sogenannte Partizipative
Entscheidungsfindung (Shared Decision Maki
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Shared Decision Making spielt beim
Zahnarzt eine große Rolle und die Kommunikation zum Patienten ist wichtig
- nicht zuletzt auch, weil es in der Zahnmedizin mehrere Therapieoptionen gibt.
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ng SDM) aus Sicht der Patienten. Die
Perspektive der Behandler ist bislang jedoch nur sporadisch untersucht worden.
Ein Vergleich zweier Studien bei Ärzten und Zahnärzten zeigt: SDM
spielt beim Zahnarzt eine größere Rolle.
Es handelt sich um zwei Studien, die jeweils die Haltung des Arztes
beziehungsweise Zahnarztes zum Shared Decision Making untersuchen:
Die
ärztliche Einstellung wurde von der Bertelsmann Stiftung im Herbst 2005 im
Rahmen einer umfassenden Ärztebefragung erhoben. Auszüge aus den
Ergebnissen wurden kürzlich im "Gesundheitsmonitor 2007"
publiziert.
Die
zahnärztliche Einstellung wurde vom Institut der Deutschen Zahnärzte
(IDZ) im IV. Quartal 2005 im Rahmen einer Evaluationsstudie zu den Auswirkungen
des Systems befundbezogener Festzuschüsse erhoben. Die ausführlichen
Ergebnisse wurden im Juli 2006 in der Reihe IDZ-Information publiziert.
Gleiches Messkonzept
Ein Vergleich der zwei Studien dürfte
schon allein deshalb von hohem Interesse sein, weil beide auf dem gleichen
Messkonzept basieren. Zur strukturierten Erfassung der partizipativen
Entscheidungsfindung auf der Mikroebene der Arzt-Patienten-Interaktion wurde
n
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Literatur |
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Floer, B., Schnee, M., Böcken, J., Streich, W.,
Kunstmann, W., Isfort, J., Butzlaff, M.: "Shared Decision Making" -
Gemeinsame Entscheidungsfindung aus der ärztlichen Perspektive, in:
Medizinische Klinik, 99. Jg., 2004, Nr. 8, S. 435 - 440
Isfort, J.,
Redaèlli, M., Butzlaff, M.: Die Entwicklung der partizipativen
Entscheidungsfindung: Die Sicht der Versicherten und der Ärzte, in:
Böcken, J., Braun, B., Amhof, R. (Hrsg.): Gesundheitsmonitor 2007,
Gesundheitsversorgung und Gestaltungsoptionen aus der Perspektive von
Bevölkerung und Ärzten, S. 76 - 94
Klingenberger,
D., Kern. A.O., Micheelis, W.: Zahnärztliche Kommunikationsmuster bei der
Versorgung mit Zahnersatz - Ergebnisse einer bundesweiten Evaluationsstudie zum
Festzuschuss-System in der Gesetzlichen Krankenversicherung, IDZ-Information
Nr. 2/2006.
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ämlich in beiden Studien die gleiche
Itembatterie verwendet. Mit einer aus sechs Antwortkategorien bestehenden
Itembatterie sollten die befragten Ärzte und Zahnärzte den Ablauf des
durchgeführten Beratungsprozesses aus ihrer Sicht dokumentieren und ihr
eigenes Verhalten im Gespräch mit dem Patienten beurteilen und
entsprechend auf einer Fünferskala einordnen. Die verwendete Itembatterie
ist in der wissenschaftlichen Literatur gut verankert und wird in dieser Form
beispielsweise seit längerem in dem Projekt "Gesundheitsmonitor"
der Bertelsmann Stiftung verwendet.
Aus dem oben beschriebenen Fragenkatalog werden nachfolgend die Antwortmuster
zu zwei Fragen wiedergegeben, die Einzelaspekte des ärztlichen
beziehungsweise zahnärztlichen Kommunikationsverhaltens betreffen. Hierbei
handelt es sich zum einen um die Frage, in welchem Umfang die Vorstellungen des
Patienten einbezogen wurden, und zum zweiten um die Frage, ob der Arzt
beziehungsweise Zahnarzt den Patienten explizit aufgefordert hat, Fragen zu
stellen.
Deutlich aktivere Rolle
Im Ergebnis zeigt sich, dass die Vorstellungen des Patienten im Rahmen der
zahnärztlichen Behandlungsplanung in der Regel deutlich stärker
einbezogen werden, als dies in der ärztlichen Beratungssituation
üblich ist. Auch die aktive Einbeziehung des Patienten im Sinne einer
Ermutigung, selber Fragen zu stellen ("Empowerment"), erfolgte bei
der zahnärztlichen Beratung vergleichsweise häufiger (siehe
Abbildungen).
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Häufigkeit
der Einbeziehung der Patienten (Quellen: Isfort, Redaèlli und Butzlaff,
2007 (Ärzte); Klingenberger, Kern und Micheelis, 2006 (Zahnärzte)
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Aufforderung zur
Fragestellung beim (Zahn)Arztbesuch (Quellen: Isfort, Redaèlli und
Butzlaff, 2007 (Ärzte); Klingenberger, Kern und Micheelis, 2006
(Zahnärzte) Literatur: |
Die erkennbaren Unterschiede lassen sich zum Teil sicherlich damit
erklären, dass der zahnmedizinische Befund in der Regel Spielraum für
mehrere Therapieoptionen lässt, insbesondere im Hinblick auf die
Ausführung und die verwendeten Materialien. Hier dürften
Patientenpräferenzen häufiger zum Zuge kommen als in anderen
medizinischen Bereichen mit vergleichsweise schmalem Therapiespektrum.
Mit der Anzahl der Therapiealternativen wird die sachlich geforderte
beziehungsweise subjektiv von Patientenseite gewünschte
Beratungsintensität ansteigen. Eine Rolle dürfte auch spielen, dass
die Erwartungshaltung des Patienten in der Zahnmedizin einen vergleichsweise
größeren Stellenwert hat, da zumindest in der Zahnprothetik die
Ästhetik einen ganz eigenen emotionalen Stellenwert hat. Last but not
least werden die Patienten im Rahmen der zahnmedizinischen Prophylaxe schon von
vornherein auf eine aktive Rolle als Patient und Ko-Therapeut der eigenen
Mundgesundheit vorbereitet.
Dr. David Klingenberger
Dr. Wolfgang Micheelis
Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ)
Universitätsstr. 73
50931 Köln
zm 98, Nr. 3, 01. 02. 2008, Seite
72-73
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