Die zm stellen in loser Folge Museen vor, in denen medizin- und zahnmedizinhistorische Sammlungen ausgestellt werden. Diesmal: Das Wilhelm Fabry Museum in Hilden
Reihe: Medizinhistorische Museen

Hilden: Der erste moderne Chirurg

1. Februar 2008 - Das Wilhelm Fabry Museum in Hilden bildet mit seiner Sammlung historischer medizinischer und zahnmedizinische
Wilhelm Fabry gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie.
r Instrumente einen besonderen Anziehungspunkt. Fabry selbst gilt als Begründer der wissenschaftlichen Chirurgie, der dazu beitrug, die ärztliche Kunst zu revolutionieren.


Das am 17. September 1989 eröffnete Museum ist zusammen mit der Historischen Brennerei nach dem berühmten Bürger der Stadt Guilelmus Fabricius Hildanus benannt. Wilhelm Fabry (1560 bis 1634) wurde am 26. Juni 1560 geboren. Er wird als Begründer der modernen wissenschaftlichen Chirurgie und Ophtalmologie angesehen und nimmt bis heute einen festen Platz in der Medizingeschichte ein. Ihm wird weltweit große Beachtung entgegengebracht.


Operationsbesteck
Die Hauptattraktion des Museums ist ein mindestens 220 Jahre altes, wertvolles historisches Operationsbesteck, das seit Sommer 2006 zur Sammlung gehört. Es wurde zum Öffnen der Schädeldecke benutzt. Bei dem 24-teiligen Trepanationsbesteck handelt es sich um einen vollständigen Satz, bestehend aus Löffel, Bohrer und Zangen. Die aus Eisen und edlen Hölzern gefertigten chirurgischen Instrumente sind in einem lederbezogenen Holzetui untergebracht.

Das 220 Jahre alte wertvolle Operationsbesteck zum Öffnen von Schädeldecken. Zahnhygienebestecke und Extraktionsinstrumente gehören ebenfalls zu den Exponaten.


Mit diesen Bohrern und Hebeln wurden zur Zeit Fabrys die Schädeldecken gehoben und mit den vorhandenen Speziallöffeln Geschosse aus Schusswunden entfernt. Es handelt sich
Frühjahrstreffen 2008
Das diesjährige Frühjahrstreffen des Arbeitskreises Geschichte der Zahnheilkunde findet in Leipzig statt.
Termin:
Samstag, 26.04.2008: Historisches Leipzig, Abendessen Auerbachs Keller
Sonntag, 27.04.2008: Besuch Dentalmuseum in Zschadraß
Details per Mail über Dr. Wibke Merten: wknoener@web.de
hierbei um handgefertigte Unikate aus hochwertigem Metall mit Holz- oder Elfenbeingriffen, die sehr kunstvoll verziert sind.

Hervorzuheben sei auch die Fachbibliothek, die die gesamten Schriften von Fabry, wie etwa die "Anatomiae praestantia et utilitas", beherbergt. Die wertvollen Erstausgaben des 17. Jahrhunderts können dem Besucher nach vielen Jahren der Einlagerung jetzt wieder - und in manchen Fällen erstmals - gezeigt werden.

In verschiedenen Wechselausstellungen wird - neben der Aufbereitung der Stadtgeschichte Hildens - die Zahn- und Medizingeschichte lebendig gemacht. So lockte im Jahre 2005 das Wilhelm Fabry Museum mit der medizinhistorischen Ausstellung "Zahn der Zeit", einer Darstellung von Büchern, Karikaturen, Stichen, Lithografien, Zahnhygienebestecken und Extraktionsinstrumenten, zahlreiche Besucher an.

Dr. Wibke Merten, geb. Knöner
Hans-Much-Weg 10
20249 Hamburg

Die Autorin ist Vorsitzende des Arbeitskreises Geschichte der Zahnheilkunde der DGZMK, einem freiwilligen Zusammenschluss von Zahnärzten und Wissenschaftlern, die sich mit der Geschichte der Zahnheilkunde befassen. Kontakt: E-Mail:wknoener@web.de


Wilhelm Fabry Museum
Benrather Straße 32a
40721 Hilden
Tel.: 02103 5903
Fax: 02103 52532

Öffnungszeiten: Di/Mi/Fr: 15h - 17h
Do: 15h - 20h
Sa: 14h - 17h
So: 11h - 13h und 14h - 18h

Montags geschlossen
Internet: www.wilhelm-fabry-museum.de

Eintritt: Erwachsene 2,- Euro
Ermäßigt 1,- Euro


zm 98, Nr. 3, 01. 02. 2008, Seite 106-107