16. Februar
2008 - Nach nahezu nahtlosem Übergang der Geschäftsstelle aus
dem westfälisch-lippischen Münster zur Bundesza
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Aufstellung für eine
zweijährige Fortbildung: Die Teilnehmer des fünften Studiengangs und
Vertreter der Zahnärzteschaft im Hause der
Bundeszahnärztekammer |
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hnärztekammer in Berlin startete die
AS-Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement Ende
Januar offiziell ihren fünften Studiengang.
"Mit Herz und Verstand" war er von Anfang an dabei: Dr. Dr.
Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer und vor
über acht Jahren einer der Gründungsväter der Akademie, betonte
anlässlich der feierlichen Eröffnung des neuen, wieder auf 24 Monate
ausgerichteten Studienganges am 26. Januar in Berlin, dass viele Absolventen
der Vorgängerkurse bereits heute "in hohen Ämtern" seien.
Sie profitierten sowohl von dem erlernten "Rüstzeug" des breit
gefächerten umfassenden Lehrstoffs rund um Gesundheitswesen und
Standesvertretung als auch von dem "guten Netzwerk" der
Akademie-Alumni. Dieses Selbstverständnis trage zu Entscheidungen bei, die
"nicht aus regionaler Sicht, sondern aus der des gesamten Berufsstandes
getroffen werden".
Den angehenden Absolventen riet der BZÄK-Präsident, sich nicht nur
den "persönlichen Gewinn", sondern auch die "nicht geringe
Verantwortung für den Berufstand" zu verdeutlichen.
Diesen Grundgedanken standespolitischer Einheit beschwor auch Dr. Michael
Rheinhard, stellvertretender Vorsitzender der KZV Rheinland-Pfalz: Die
Kollegenschaft an der Basis sei "nicht teilbar", begrüßte
der Rheinland-Pfälzer in seiner Rolle der Trägerschaft die Teilnehmer
und dankte ihnen gleichzeitig für Ihre Bereitschaft, bis Ende 2009 an
insgesamt zehn Wochenend-Studienblöcken ihre Freizeit zu opfern.
Dieser Einsatz, so erklärte der neue Geschäftsführer der
Akademie Dr. Sebastian Ziller auf Anfrage, sei beachtlich: Auch wenn die
Teilnahme gemäß Fortbildungsleitsätzen von BZÄK, DGZMK und
KZBV mit Punkten bewertet sei und bei Anschluss eines zweisemestrigen
postuniversitären Studiums an der Universität Lüneburg ein
Abschluss mit staatlich anerkanntem M.B.A-Titel möglich werde, erfordere
das zu bewältigende Programm doch beachtliche Disziplin.
Am Puls des Geschehens
Grundgedanke der Fortbildung, so machte der wissenschaftliche Leiter der
AS-Akademie Prof. Dr. Burkhard Tiemann den Studiengang-Teilnehmern noch einmal
bewusst, sei der einer Selbstprofessionalisierung des Berufsstandes: "Die
juristischen, ökonomischen und politischen Grundlagen des Berufsstandes
müssen gelernt werden, damit man auch weiß, wo Lobbyarbeit ansetzen
kann."
Tiemann begrüßte die Entscheidung der inzwischen auf insgesamt zehn
Organisationen gewachsenen Trägerschaft, die Geschäftsstelle in die
Bundeshauptstadt zu verlegen: "Berlin als Standpunkt nah am Puls des
politischen Geschehens hebt den Stellenwert der Akademie." In einer Zeit,
in der den zahnärztlichen Freiberuflern der gesellschaftspolitische Wind
stark ins Gesicht wehe", sei diese Entscheidung von besonderem Wert. Die
gut zwanzig Absolventen werden auf die anstehenden Aufgaben entsprechend
vorbereitet.
mn
Akademie für freiberufliche
Selbstverwaltung und Praxismanagement
Die unter Schirmherrschaft von BZÄK und KZBV stehende AS-Akademie für
freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement wird derzeit getragen von
der Ärztekammer Saarland (Abt. Zahnärzte), den Zahnärztekammern
Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Westfalen-Lippe, den KZVen
Bremen, Rheinland Pfalz, Schleswig-Holstein sowie dem Zahnärztlichen
Bezirksverband Schwaben.
Weitere Informationen und Anmeldung:
Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement,
http://www.zahnaerzte-akademie-as.de, Chausseestraße 13,
10115 Berlin, Birgit Koch,
Tel.: 030-40005112, Fax: 030-40005129, b.koch@bzaek.de
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System nicht entlastet |
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Das GKV-Wettbewerbstärkungsgesetz (GKV-WSG),
das seit gut einem Jahr gilt und laut Gesetzgeber das deutsche Gesundheitswesen
auf die künftigen Herausforderungen vorbereiten soll, wird keine
Entlastung für das System bieten können. Wie Prof. Dr. Jürgen
Eekhoff, Staatssekretär a.D. und Direktor des Instituts für
Wirtschaftspolitik an der Universität Köln, in seinem Festvortrag zur
Eröffnung des fünften Studiengangs der AS-Akademie darstellte, sei
eher das Gegenteil der Fall: Auch die neue Reform sei "nicht
demografiefest", bewahre die an Dienstleistungen gebundene Umverteilung
und schwäche wegen der Beibehaltung des Umlageverfahrens in der
Versichertengemeinschaft eher die Bereiche der PKV, in denen das dringend
erforderliche Prinzip der Kapitaldeckung bereits umgesetzt sei.
Eekhoff, seines Zeichens Mitglied des Wissenschaftlichen Consiliums der
Bundeszahnärztekammer, forderte angesichts geringer Geburtenrate - damit
immer weniger Nettozahlern für das System - bei gleichzeitig zu
erwartender Leistungsausweitung dazu auf, an einer Kapitaldeckung des
Krankenversicherungssystems zu arbeiten. Deutschlands gesetzliche
Krankenversicherung habe zudem das Manko, dass für die Versicherten keine
risikoäquivalente Prämie festgesetzt werde. Der jetzt zur
Reformumsetzung anstehende Risikostrukturausgleich, so betonte Eekhoff
gegenüber den Akademie-Teilnehmern, werde nicht funktionieren. "Wenn
Wettbewerb gewollt ist, dann müssen die einzelnen Versicherungen ihre
Preise machen können."
Darüber hinaus müssten die Versicherten im PKV-Bereich ihre
individuellen Altersrückstellungen bei einem wettbewerbsgerecht
möglichen Wechsel in andere Gesellschaften mitnehmen können.
Letztlich, so Eekhoff in seinem Urteil des GKV-WSG, sei durch den Gesetzgeber
keines der Kernprobleme gelöst. Ob der Gesundheitsfonds tatsächlich
komme, sei nach wie vor fraglich.
Eekhoffs Fazit: "Die nächste 'Reform' kommt bestimmt." Eekhoffs
Vorschläge zur Besserung: Wettbewerb durch möglichen Wechsel
innerhalb der PKVen schaffen, Abschaffung des Umverteilungsverfahrens in der
GKV zugunsten eines kapitalbildenden Verfahrens und - so nötig - eine
Absicherung über Steuern. Letztlich müsse die GKV, so Eekhoffs
Forderung , auf PKV-Prinzipien umgestellt werden.
mn |
zm 98, Nr. 4, 16.02.2008, Seite 24-25
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