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Februar 2009 - Der höchste wissenschaftliche Preis der DGZMK wurde
anlässlich des Deutschen Zahnärztetages in Stuttgart erstmals seit
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Abbildung 1: Bürstenbiopsie
einer verdächtigen Schleimhautveränderung am Gaumen |
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vier Jahren wieder vergeben. Bei der
preiswürdigen Arbeit handelt es sich um eine wissenschaftliche
Grundlagenarbeit, die aber in der niedergelassenen Praxis unter Umständen
lebensrettende Dienste am Patienten liefert. Hier eine Zusammenfassung der
Forschungsarbeit.
Der Titel der Studie lautete "Identifikation oraler Risikoläsionen
und Karzinome mittels oraler Zytologie - Immunzytochemische,
massenspektrometrische (SELDI), DNA-zytometrische und quantitative mRNA-Analyse
oraler Bürstenbioptate."
Hinter dieser Formulierung "versteckt" sich die moderne Form des
zytologischen Abstrichs, mit dessen Hilfe "verdächtige"
Schleimhautveränderungen in der Mundhöhle ohne Skalpell und mit hoher
Sicherheit der Aussage überprüft werden können. Die Folge: Eine
kleine Bürste ersetzt (zumindest vorläufig) das Messer!
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| Abbildung 2: Standartisierte
Immunzytochemie mit Laminin-5 und Tenanscin-C; Normale Schleimhaut und
immunzytochemisch erkannte und markierte Zellen eines Plattenepithelkarzinomes
der Mundhöhle (OSCC) |
Die "gewöhnliche" Zytologie mit Auswertung nach Papanicolau, wie
sie in der Gynäkologie zu großen Erfolgen in der Frühbehandlung
von Zervixkarzinomen geführt hat, gelingt in der Mundhöhle nicht mit
gleicher Aussagekraft, da das Mundhöhlenepithel verhornt und die
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Der
Millerpreisträger hatte diese Technologie während seiner
Facharztausbildung an der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,
Plastische Operationen des HELIOS Klinikums Erfurt bei Chefarzt Prof. Dr. Dr.
Hans Pistner und in enger Zusammenarbeit mit Professor Dr. Hartwig Kosmehl,
Chefarzt des Institutes für Pathologie am gleichen Klinikum, zugleich
einem sehr versierten und anerkannten Oralpathologen, entwickelt. An der Klinik
für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Regensburg
(Prof. Dr. Dr. Torsten E. Reichert) wurden die Daten vervollständigt und
die Technik zur Rezidivüberwachung erweitert. Driemel hat zu diesem Thema
an der Universität Regensburg habilitiert. Im Verlauf wurden die Studien
mit Mitteln der Europäischen Union FP6, LSCH-CT-2003-5032, Stroma und des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF
unterstützt. |
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entscheidenden Zellen mit einem einfachen
Wattestab-Abstrich nicht gewonnen werden können. Hier hilft die Verwendung
von relativ harten Bürstchen (siehe Abbildung 1) weiter. Entscheidend
für die Aussagekraft der sogenannten Bürstenbiopsie sind die in
Driemels Studie erstmals immunzytochemisch markierten extrazellulären
Matrixproteine wie die Gamma2-Kette von Laminin-5 und hochmolekularem
Tenascin-C. Diese sind Schlüsselproteine der Invasions- und
Metastasierungskaskade von oralen Plattenepithelkarzinomen. Die
immunzytochemische Markierung von atypischen Zellen in den
Bürstenbiopsiepräparaten erleichtert das Auffinden der
diagnoseentscheidenden Zellen, rationalisiert die Diagnostik und
ermöglicht eine hohe Sicherheit der Interpretation. Daraus resultiert eine
Sensitivität (Karzinom richtig erkannt) von 95 Prozent und eine
Spezifität von 99 Prozent (nur einer von 100 positiven Tests ist falsch
positiv).
Die hohe Sensitivität der methodisch erweiterten und abgesicherten
Bürstenzytologie macht diese Technik als ersten diagnostischen Schritt im
Rahmen des Monitorings von Mundschleimhautläsionen empfehlenswert.
Positiver Befund und Progression der Läsion bei negativem Befund sind
hiernach Indikationen zur Überweisung des Patienten an Fachkliniken und
zur dort durchzuführenden histopathologischen Kontrolle. Sie sollen immer
dann zum Einsatz kommen, wenn eine Schleimhautläsion klinisch als nicht
dringend tumorverdächtig angesehen wird und zunächst durch
Beobachtung verfolgt wird. In diesen Fällen sind auf Bürstenbiopsie
basierende Verfahren geeignet, diagnostische Fehleinschätzungen
frühzeitig zu erkennen. (Abgerechnet werden können die
Gebührennummer 05 des BEMA 2004 beziehungsweise die GOÄ-Nr. 279 und
7.) Bei jedem klinisch eindeutigem Karzinomverdacht erübrigen sich
sämtliche Verfahren der oralen Bürstenbiopsie, denn es wird
unmittelbar eine Skalpellbiopsie erforderlich. Durch frühe
Überweisung in eine Fachklinik kann die notwendige chirurgische Therapie
im Umfang kleiner bleiben. Die Überlebenswahrscheinlichkeit und
Lebensqualität eines Patienten sind um so höher, desto kleiner ein
Tumor bei Diagnosestellung und Behandlungsbeginn war.
Die Verleihung des Millerpreises für die Bürstenbiopsie ist ein
wichtiger Schritt für die Zahnmedizin hin zur ZahnMedizin: Die Augen des
Zahnarztes können mithilfe dieses neuen Werkzeuges für maligne
Erkrankungen der Mundhöhle geschärft werden. Die einfache nicht
invasive Wiederholbarkeit in der Zahnarztpraxis erlaubt die engmaschige
Kontrolle oraler Vorläuferläsionen und ermöglicht eine
frühzeitige Erkennung maligne transformierter Zellen. sp/pi
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Der Deutsche Millerpreis
Der Deutsche Millerpreis wird vom Vorstand der
DGZMK jährlich als Anerkennung für die beste wissenschaftliche Arbeit
auf dem Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde seit 1908 und nach
Unterbrechung seit 1961 vergeben. Nicht in jedem Jahr wurden die eingereichten
Studien für preiswürdig befunden: 2008 wurde erstmals nach einem
preislosen Intervall von drei Jahren der mit 10?000 Euro dotierte Preis an
Privatdozent Dr. Dr. Oliver Driemel, bislang Oberarzt der Klinik für
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Universität Regensburg, wieder
vergeben. Der Preisträger lässt sich ab 2009 in Lüneburg in
einer Praxis nieder. |
zm 99, Nr. 4, 16.02.2009, Seite 50-51
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