16. Februar
2011 Adhäsiv-FibelDie Adhäsiv-Fibel aus der Feder eines ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der Adhäsivtechnik verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit langjähriger klinischer Erfahrung. Die ersten Kapitel sind den Grundlagen der Schmelz- und Dentinhaftung gewidmet. Klar und eindeutig fällt dabei das Plädoyer für die Schmelzätzung mit Phosphorsäure und für die Verwendung von Mehr-Schritt-Adhäsiven aus. Nachfolgend werden - beginnend mit der minimalinvasiven Füllungstechnik - schnörkellos und praxisnah die wichtigsten Arbeitsschritte bei der
Kompositfüllungstechnik im Seitenzahnbereich beschrieben. Wertvolle
Hinweise findet der Praktiker zur Matrizentechnik, zur Vermeidung der
postoperativen Hypersensibilität, zur Approximalkontaktgestaltung und zur
Kompo-sitreparatur. Das Kapitel über Kompositfüllungen im
Frontzahnbereich beschränkt sich auf das Wesentliche. Künftige
Ausgaben könnten hier um einen Abschnitt über Zahnhalsfüllungen
erweitert werden. Im Kapitel über adhäsiv befestigte Inlays und
Teilkronen wird ein standardisiertes Step-by-step-Vorgehen bei der
adhäsiven Befestigung mit bewährten Materialien beschrieben, das
Gewähr für klinischen Langzeiterfolg bietet. Allenfalls die betont
abgerundeten Präparationsformen in den Schemazeichnungen wirken etwas
überzeichnet. Der zunehmenden Verbreitung nicht-metallischer
Aufbaumaterialien und Wurzelstifte wird in einem Kapitel über die
postendodontische Versorgung Rechnung getragen. Auf die Frage, ab welchem
Zerstörungsgrad ein Stift gesetzt werden muss, gibt das Buch ebenso eine
Antwort, wie zum klinischen Vorgehen. Wo trotz der umfassenden und fachlich
fundierten Anleitung zu adhäsiven Füllungs- und Befestigungstechniken
noch Fragen offen bleiben, werden diese anhand von häufig gestellten
Fragen (FAQs) aus Fortbildungsveranstaltungen beantwortet. Hinweise für
die zahnmedizinische Fachangestellte und ein weitgehend aktuelles
Literaturverzeichnis runden das Werk ab. Die vorliegende Adhäsiv- Fibel
richtet sich in erster Linie an praktische tätige Zahnärzte, die den
Einstieg in die adhäsive Restaurationstechnik planen oder
Lösungsmöglichkeiten für wiederkehrende Misserfolge suchen.
Dagegen erhebt das Buch zu Recht nicht den Anspruch, ein Lehrbuch für
Studierende zu sein. Als solches müsste es mehr didaktische
Schemazeichnungen und Detailabbildungen enthalten. Für künftige
Auflagen wäre eine übersichtlichere Gliederung mit entsprechender
Nummerierung der Kapitel sowie - darauf abgestimmt - der Abbildungen ein
Gewinn. Insgesamt bietet die Adhäsiv-Fibel praxisnahes und praxiswirksames
Expertenwissen auf hohem Niveau. Dem Buch ist daher eine weite Verbreitung sehr
zu wünschen, was angesichts des ausgezeichneten
Preis-Leistungsverhältnisses problemlos möglich sein sollte. Bernd Haller, Ulm Roland Frankenberger, Adhäsiv-Fibel. Spitta Verlag 2010 ISBN 978-3-941964-38-9 39,80 Euro |
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TinnitusDer Autor versteht es, das Tinnitusleiden sehr umfassend darzustellen. Dabei geht er nicht nur auf die vielfach in den Vordergrund gestellten medizinischen Erklärungen und Behandlungsmöglichkeiten ein, sondern beleuchtet als Psychotherapeut und
Psychoanalytiker die oft mit Tinnitus verbundenen persönlichen
Konfliktsituationen.Im Übersichtskapitel werden historische und theoretische Abhandlungen vorgenommen, dabei wird auf die Geschichte des Hörens, auf medizinische Behandlungsformen und auf die Entwicklung psychologischer Aspekte von Hörwahrnehmungen eingegangen. Der Schwerpunkt der geschichtlichen Abfassung zum Hören ist dabei sehr auf die psychoanalytische Deutung festgelegt. Auch wenn der neurophysiologische Erkenntnisgewinn zur Tinnitusgenese unberührt bleibt, wird der Leser auf das Thema dennoch hervorragend eingestimmt. Die Übersicht über die derzeitige Praxis der Tinnitusbehandlung ist beeindruckend realistisch und zeigt klar die Grenzen der medikamentösen und apparativen Therapien. Damit öffnet sich für den Leser zwangsläufig die Sichtweise hin zur psychoanalytischen Beurteilung des Tinnitus, die nun detailliert und komplex dargestellt wird. Für den Psychotherapeuten wird hier eine sehr praktikable Hilfe zur Betreuung Tinnitusbetroffener vorgegeben. Für andere medizinische Fachgebiete wird mit dem Buch verständlich aufgezeigt, dass bei der Behandlung des chronischen Tinnitus der Psychotherapie in vielen Fällen eine Schlüsselrolle zufällt. Oliver Kaschke, Berlin Michael Tillmann, Tinnitus. Psychosozial-Verlag 2010 ISBN 978-3-89806-831-4 24,90 Euro |
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Himmel und HölleEigentlich kein Lehrbuch für Zahnmedizin, aber ein Lehrbuch für den Mut zu leben, das ist der Inhalt eines spannenden Romans, der eher eine Biografie ist. Die junge Studentin Konstanze Kuchenmeister kämpft sich durch
ihr Medizinstudium. Denn ihr Ziel ist es schon als Jugendliche, einmal Krebs
heilen zu können. Sie beschreibt alle Schwierigkeiten, mit denen sie
während dieses Studiums konfrontiert wird, vermittelt aber auch, diese
Probleme als Chance zu verstehen und dazu zu nutzen, etwas Konstruktives aus
ihnen zu entwickeln. Sie wird Gynäkologin und ist dabei, eine Impfung
gegen Gebärmutterhalskrebs mit zu initiieren. Sie kämpft für ihr
Ziel, ist inzwischen Mutter von vier kleinen Kindern, Fachärztin mit
eigener Praxis, als bei ihr ge-rade diese Diagnose gestellt wird.Ihr Ehemann, der sie durch Dick und Dünn begleitet, mit ihr wahre Berge aus dem Weg räumt, hat keine publikumswirksamere Autorin als Hera Lind für dieses Projekt finden können. Denn Lind vermittelt medizinische Fachinhalte und wirbt gleichermaßen mit der Hauptfigur für die Impfung gegen HPV-Viren (humane Papillomaviren) bei jungen Mädchen. Dieses Buch ist ein Auf klärungsbuch für eine breite, romanverschlingende Leserschaft schlechthin. Es spricht alle Leserinnen und Leser an, die ein hartes medizinisches Studium vor- oder hinter sich haben und macht all den Betroffenen Mut, bei denen die Diagnose Krebs schon einmal gestellt wurde. Denn die Protagonistin Dr. Kuchenmeister zeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen, egal, wie steinig der Weg auch ist. Ein Roman, der bei medizinisch Interessierten aber auch bei Müttern mit kleinen Töchtern in die Reisetasche gehört. Er liest sich spannend und flüssig, wie man das von der Bestsellerautorin gewohnt ist und leistet seinen Beitrag zur Krebsprophylaxe. sp Hera Lind, Himmel und Hölle. Diana Verlag 2011 ISBN 978-3-453-35490-6 9,00 Euro |
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Navigationsimplantologie Unter dem Titel
"Navigationsimplantologie" werden die gängigen Systeme sowohl
zur navigierten als auch zur schablonengeführten Implantologie
beschrieben. Der Autor legt besonderen Wert auf klinische Durchführbarkeit
und Bewährtheit der vorgestellten Verfahren und favorisiert im
Wesentlichen herstelleroffene Systeme, bei denen kein Versand von
Behandlungsunterlagen erforderlich ist. Ausstattung und Aufmachung des Buches
entsprechen dem Standard der Reihe Fachinformationen des Verlages, das Lektorat
hat leider eine Handvoll unangenehmer Druckfehler nicht mehr aufhalten
können. In Anbetracht des moderaten Preises wird das Werk insgesamt seinem
Ziel einer praxisorientierten Übersicht gerecht.Christian Scheifele,Freiburg Ralf Luckey, Navigationsimplantologie. Spitta Verlag 2010 ISBN 978-3-941964-34-1 39,80 Euro |
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Prep Veneers & Non-Prep VeneersMit dem von Witkowski und Schicha herausgegebenen Band "Prep Veneers & Non-Prep Veneers" legt der Quintessenz Verlag eine Art "Best-of-Album" aus der Zeitschrift Quintessenz Zahntechnik mit einigen Bonus-Tracks vor.
Vorwiegend aus zahntechnischer Sicht werden adhäsive laborgefertigte
Restaurationen vorgestellt: Vom "Add-on" über "Non-Prep
Veneers" zu (mittlerweile schon so genannten) konventionellen Veneers und
Veneer-Kronen. Den Fallberichten bekannter Autoren vorangestellt sind Artikel
über die Anatomie des Lächelns und die Grundlagen der
Adhäsivtechnik. Sehr wohltuend ist auch die Arbeit von Kunzelmann und
Kern, die den Hype um die Non-Prep Veneers relativiert, die ja, glaubt man der
Werbung, urplötzlich alle althergebrachten Regeln der konservierenden und
prothetischen Zahnheilkunde ad absurdum zu führen scheinen und in allen
klinischen Situationen nur mittels einer Abformung zur Super-Ästhetik
führen sollen. Vom klinischen Standpunkt halte ich Keramikrestaurationen,
die, wie auf Seite 127 gezeigt, auf das Wurzeldentin geklebt werden für
mutig, werden doch in der Literatur Verfärbungsraten bei nicht
schmelzbegrenzten Restaurationen von bis zu 20 Prozent berichtet [Edelhoff et
al. 2000, Peumans et al. 2004]. Hier wäre ein Hinweis auf fehlende
klinsche Langzeitdaten wünschenswert. Den Pokal für die beste Arbeit
erhält der Artikel von Scopin de Andrade et. al aus Sao Paulo, Brasilien.
Hier wird hervorragendes und systematisches klinisches Vorgehen gezeigt und
sensationell fotografiert. Allein für diesen Artikel lohnt es sich schon
fast, das Buch zu kaufen.Was mir aber - genauso wie auf Kongressen - bei solchen Falldarstellungen immer mehr fehlt, ist der Bezug zur Betriebswirtschaft und zum gesundheitspolitischen Umfeld. Mich würde brennend interessieren, was zum Beispiel die wunderschöne Arbeit in Brasilien gekostet hat. Genauso würde ich gerne wissen, wie sich die fachlich höchst interessante klinische Arbeit von O. Ahlers (Repositions-Onlays und -Veneers) betriebswirtschaftlich realisieren lässt. Klar, Honorarvereinbarung, aber mit der GOZ Position 708 wird man sich da mit dem 17 bis 20-fachen Satz möglicherweise schon dem Vorwurf des Wuchers aussetzen, obwohl der Aufwand mindestens genauso groß ist wie für eine definitive Keramikkrone. Summa summarum bietet das Buch eine Fülle von Anregungen für das Arbeiten mit adhäsiver Keramik. Lothar Pröbster, Wiesbaden Siegbert Witkowski und Kerstin Schicha (Hrsg.), Prep Veneers & Non-Prep Veneers. Quintessenz Verlag 2010 ISBN 978-3-86867-030-1 78,00 Euro |
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Lehrbuch VersorgungsforschungDie Versorgungsforschung ist ein aufstrebendes fachübergreifendes Forschungsgebiet, das die Gesundheitsversorgung und ihre Rahmenbedingungen beschreibt und kausal erklärt. Die Versorgungsforschung leistet zudem einen wichtigen Beitrag bei der Weiterentwicklung unseres Versorgungssystems, indem sie Probleme der Über-, Unter- und Fehlversorgung benennt. Bis vor wenigen Jahren fand eine solche systematische und wissenschaftliche Analyse des Versorgungsgeschehens und der sich daraus
ergebenden Fragestellungen in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern
kaum statt. Dass diese Forschungslücke mittlerweile weitgehend geschlossen
wurde, davon gibt das Lehrbuch Versorgungsforschung ein beredtes Beispiel.In der Tat: Versorgungsforschung ist in Deutschland im Aufwind. So hat die Bundesregierung erst im Dezember 2010 ein Rahmenprogramm Gesundheitsforschung verabschiedet - in Zeiten klammer Kassen finanziert mit der Rekordsumme von 5,5 Milliarden Euro. Dies ist sicherlich auch ein Verdienst der Versorgungsforschungsszene, die sich im Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) zusammengeschlossen und vielfältige Forschungsprojekte initiiert hat. Die vier Herausgeber und die meisten der insgesamt 110 Autoren können diesem Netzwerk zugerechnet werden, das heißt, hier schreiben Pioniere und Praktiker über ein Thema, das sie seit vielen Jahren beruflich beackern. Das Lehrbuch Versorgungsforschung bietet dem Leser spannende und praxisnahe Beschreibungen einer Vielzahl von Facetten der Versorgungsforschung. Der thematische Bogen spannt sich dabei von der Analyse der Patientenpräferenzen und der Arzt-Patienten-Kommunikation über Fragen der Finanzierung und Vergütung in der Gesundheitsversorgung, Aspekte der sozialen Ungleichheit, Methoden zur Erfassung und Bewertung der Lebensqualität bis hin zu den einzelnen klinischen Fachgebieten. Auch die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ist mit einem eigenständigen Beitrag vertreten. Die Herausgeber tragen damit dem multidisziplinären Ansatz der Versorgungsforschung voll und ganz Rechnung. Eine solch umfassende Darstellung der Versorgungsforschung auf hohem wissenschaftlichen Niveau gab es für Deutschland bislang nicht. Dem Lehrbuch Versorgungsforschung ist insofern eine möglichst weite Verbreitung zu wünschen. Eine preisgünstigere Taschenbuchausgabe des Lehrbuchs Versorgungsforschung könnte hierzu sicherlich beitragen. David Klingenberger, Köln Holger Pfaff, Edmund A. M. Neugebauer, Gerd Glaeske, Matthias Schrappe (Hrsg.), Lehrbuch Versorgungsforschung. Schattauer Verlag 2011 ISBN 978-3-7945-2797-7 79,00 Euro zm 101, Nr. 04, 16.02.2011, Seite 78-80 |
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