zm-Initiative

Aus Bombentrümmern entsteht die Dresdner Frauenkirche neu

Hartmut Friel
Die weltberühmte Dresdner Frauenkirche soll wieder aufgebaut werden. Wir schildern das Schicksal dieser Perle Dresdens und die großen Aufbaupläne, für die die zm bei den Zahnärzten werben werden.

So sah es 1994 auf dem Dresdner Neumarkt aus. Die Trümmer der eingestürzten Frauenkirche sind - archäologisch - abgeräumt, registriert und sorgsam an anderer Stelle aufbewahrt.
Vor 50 Jahren, am 13. und 14. Februar 1945 sank Dresden unter den Bomben britischer und amerikanischer Flieger in Schutt und Asche. Ähnlich wie Köln und Hamburg, Magdeburg oder Schweinfurt, aber anders als in vielen anderen zerbombten Städten blieb nach Bombenhagel und Feuersturm von einer vorher fast intakten Stadt nichts mehr übrig. Der gesamte Innenbereich der eleganten und wunderschön gelegenen Stadt "Elbflorenz" versank in Trümmern und verschwand von der Karte, zehntausende Menschen kamen in Häusern, Kellern und auf den Straßen um, ein Inferno des Bombenkrieges, ein später und furchtbarer Höhepunkt dessen, was mit den Bomben aus Guernica und Coventry begonnen hatte.


Schlußakt eines Infernos
Inmitten der Trümmer der schrecklichen Angriffe, denn ringsum die Perlen der königlich-sächsischen Barockkultur wie Schloß, Zwinger, Hofkirche und Semperoper zum Opfer fielen, stand nach den Angriffen des 13. und 14. Februar noch die barocke Frauenkirche, ein Meisterwerk des Dresdner Baumeisters George Bähr aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die insbesondere wegen ihrer gewaltigen Kuppel, der "steinernen Glocke" berühmt war und die ganz entscheidend die berühmte
Über den Resten zum Schutz gegen die Witterung ein provisorisches Dach. Inzwischen sind die ersten Steine neu gesetzt.
Silhouette der Stadt prägte, vor allem von dem gegenüberliegenden Elbufer, dem vielfach zitierten "Canaletto-Blick". Durch die zerschlagenen Fenster drang der Feuersturm der brennenden Stadt schließlich auch ins Innere der Kirche und fraß dort alles einschließlich der Silbermannorgel. Die unversehrten Mauern hielten der gewaltigen Hitze von innen und außen nicht stand, die Elbsandsteinwände begannen zu bersten, um am 15. Februar 1945 morgens kurz nach 10.00 Uhr, vor genau 50 Jahren, stürzte der riesige Bau mit seiner gewaltigen steinernen Kuppel in sich zusammen - ein Schlußakt der totalen Zerstörung der Kunst- und Museenstadt an der Elbe. Ein riesiger Trümmerhaufen und zwei dürftige Ruinenstümpfe eines ehemaligen Treppenaufganges und der Altarapsis blieben übrig.

Fast 48 Jahre lang wurden die Trümmer der größten und kunsthistorisch bedeutendsten Dresdner Kirche im Gegensatz zu vielen anderen wertvollen abgerissenen Gebäuden wenigstens nicht angerührt; als schmerzendes Mahnmal an die Zerstörung des Krieges inmitten der zunächst öden Trümmerfläche und später eben solcher Plattenbauten war die Ruine auch in DDR-Zeiten Stätte der Erinnerung an die schlimmste Nacht der Dresdner Geschichte, oft politisch mißbraucht, aber oft auch und für viele ein Ort des Gedenkens an die toten Bürger und den früheren städtebaulichen Glanz Dresdens, auch eine zarte Hoffnung auf bessere Zeiten.


Aufbau allein aus Spenden
Noch während der Wende des Jahres 1989 erhoben sich Stimmen in der Stadt, die einen
Das offizielle Zeichen des Wiederaufbaus zeigt die Umrisse der alten und neuen Kirche und (dunkel) das, was als Ruine nach den Bombenangriffen vom 13. und 14. Februar 1945 geblieben war.
Wiederaufbau des Dresdner Symbols Frauenkirche forderten. Im Oktober 1989 bildete sich eine Bürgerinitiative und 1991 arbeitete eine Gruppe an der Wiederaufbereitung der Planungsunterlagen: die meisten Dokumente der Aufbauzeit zwischen 1722 und 1743 waren glücklicherweise erhalten geblieben und in unserem Jahrhundert sogar erneuert worden.

Zwei Dresdner Zahnärzte, Dr. Günther Voigt und Hans-Christian Hoch, waren bei den ersten Bürgerinitiativen dabei. Es folgte ein langer und intensiver Meinungsstreit um die Frage, ob die Trümmer der Frauenkirche Mahnmal bleiben sollten, oder ob eine Rekonstruktion als Symbol der Identität Dresdens das Richtige sei.

Die Aufbruchstimmung und der Wiederaufbauwille siegten sehr schnell, auch über leere öffentliche Kassen. Ein Mahnmal hätte beim nun fälligen Aufbau der Nachbargebäude des Dresdner Neumarkts seine Wirkung verloren, denn es lebte u. a. vom "horror vacui", von der umgebenden Leere. Es bildete sich bald eine "Stiftung Frauenkirche Dresden" und schließlich die "Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V. mit dem Ziel, einen originalgetreuen Wiederaufbau unter Verwendung des verbliebenen Originalmaterials aus Mitteln, die freiwillig durch Spenden aufgebracht werden sollten.

Anfang 1993 begann man mit der Arbeit der "archäologischen Enttrümmerung". Jeder aus dem Trümmerhaufen geborgene Stein wurde in seiner Lage festgehalten, untersucht, vermessen und gekennzeichnet, auf vielfältige Weise computermäßig gespeichert und anschließend auf riesigen Regalen auf dem Dresdner Neumarkt und am Elbufer gelagert - getreu der Satzung der Stiftung, in der es heißt: "Zweck des Vereins ist die Bauherrschaft für den historisch getreuen und vollständigen Aufbau der Dresdner Frauenkirche

- nach dem Entwurf des Erbauers George Bähr
- unter Verwendung der Ruinenteile und des nutzbaren Trägergesteins unter Berücksichtigung archäologischer Methoden, historischer und handwerklicher
- Verfahren und notwendiger konstruktiver Belange."


Die archäologische Enttrümmerung
Während der Enttrümmerung in den Jahren 1993 und 1994 gab es immer wieder Überraschungen. So ergab schon ein erster Blick auf das nach dem Kriege zugemauerte Altarwerk, daß der Altar das Feuer sehr viel besser als vermutet überstanden hatte. Erhalten geblieben sind neben den Säulen Teile der Plastiken, wie Engelsköpfe und Sandsteintrauben.


Ein sensationeller Fund geschah im Januar 1993, als man in den Trümmern das große Kreuz entdeckte, das über 200 Jahre lang die Spitze des Turms gebildet hatte. Verbogen, verrostet und nun unter der Summer 90077 registriert wartet es auf seine Restaurierung und wird später seinen angestammten Platz einnehmen. Buchstäblich in der allerletzten Trümmerecke fand man in einem der eingestürzten Kellerräume der Kirche schließlich das Grabmal des Erbauers Georg Bähr.

Im Frühjahr 1994 war die erste Phase, die archäologische Enttrümmerung, abgeschlossen. Es folgte eine weitere Planungsphase. Am 27. Mai 1994, dem 251. Jahrestag der Kirchweihe, konnte der sächsische Landesbischof Kress den Gottesdienst zur Grundsteinlegung des Wiederaufbaus halten. Der Baudirektor der Stiftung, Eberhard Burger, erklärte an diesem Tage: "Wir haben uns vorgenommen, den Silvestergottesdienst 1999 unter der fertiggestellten inneren Gewölbekuppel zu feiern." Er erinnerte daran, daß auch beim ersten Bau die Frauenkirche schon 1734 geweiht worden war, obwohl die
Fast 50 Jahre stand die Ruine der Dresdner Frauenkirche als Anklage gegen den Krieg. Private Initiative und privates Geld der deutschen Bürger wollen aus den Trümmern die alte Pracht wieder erstehen lassen.
Arbeiten an der Kuppel erst 1743 abgeschlossen wurden. Spätestens zur 800-Jahr-Feier Dresdens, im Jahre 2006 soll die berühmte Kuppel zum zweiten Mal vollendet sein.


Eine zm-Initiative
250 Millionen DM, so schätzt man heute, werden nötig sein, um das gewaltige und einmalige Projekt zu Ende zu bringen. Eine nationale Aufgabe, so meinen viele, von ähnlicher Bedeutung für die deutsche Kultur wie die Fertigstellung des Kölner Doms im vergangenen Jahrhundert. Die Fördergesellschaft ist mit Elan an der Arbeit. Der Vorsitzende der Fördergesellschaft, der Trompetenvirtuose Prof. Ludwig Güttler, der selbst unermüdlich durch Benefiz-Konzerte und andere Aktionen zur Finanzierung beiträgt, ist auch angesichts des enormen Spendenbedarfs optimistisch: "Wir haben einen Stein ins Wasser geworfen, der nun immer weitere Kreise zieht." Die zm wollen durch ihre Berichte, ihren Service und die Werbung um Spenden sich von jetzt an an diesen Kreisen beteiligen.

zm-Aufruf

Ihre Spenden für die Frauenkirche

Die Dresdner Frauenkirche, vor 50 Jahren bei dem fruchtbaren Angriff auf die Elbestadt zerstört, soll wieder aufgebaut werden. Ein Juwel deutscher Barockarchitektur, ein unersetzlicher Teil der berühmten Dresdner Stadt-Silhouette und wesentlicher Teil der Identität der sächsischen Landeshauptstadt, soll aus Bürgerinitiative in einer mehr als ein Jahrzehnt dauernden Arbeit nach alten Plänen und mit vielen geretteten Teilen wiederhergestellt werden. Eine Stiftung und eine "Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V.", haben sich dieses große Ziel gesetzt. Die zm wollen mithelfen, daß diese Ziel auch erreicht wird.

Die 6. Edition der begehrten Uhr mit Trümmerstein: Klassisches verchromtes Gehäuse; Zifferblatt silberfarben mit original Ruinenstein der Frauenkirche. Einzelnummerierung im Edelstahlboden, limitiert 25.000 Stück, Schweizer Quarzwerk, Lederarmband (Normallänge), 12 Monate Garantie, Uhrenpreis für Direktabholer: DM 85,-, davon DM 20,- Spendenanteil. Ein erschwingliches Geschenk für viele Anlässe.
   
Porzellan-Nachbildung der Dresdner Frauenkirche. Originalgetreue Wiedergabe aus der Histo-Kollektion von der COURONNE Porzellan Manufaktur mit einem besonderen Verfahren im Maßstab 1:400 (Höhe 16,5 cm) in limitierter Erstauflage von 3 000 Stück. Ein symbolträchtiger Schmuck für Wohnung und Praxis.
   
Die Videos: Der erste Film zeigt einmalige Archivaufnahmen der unzerstörten Kirche in Außen- und Innenaufnahmen. Dresden vor dem zweiten Weltkrieg. Canalettos Stadtansichten aus dem 18. Jahrhundert und berichtet über den Beginn des Wiederaufbaus. Der zweite Film zeigt, wie Bauleute und Denkmalpfleger den Trümmerberg abtragen und wertvolle Architekturteile bergen. Dabei werden spektakuläre Funde gemacht. Die erste Christvesper in der begehbaren Ruine gehört zu den Höhepunkten. Der Reinerlös von jeder verkauften Video-Cassette kommt dem Wiederaufbau der Frauenkirche zugute.


Wir, die Redaktion, wollen künftig regelmäßig, etwa vierteljährlich, ausführlich und zum Teil exklusiv über den Fortgang der Aufbauarbeiten in Dresden, über die Tätigkeit der Fördergesellschaft und über besondere Aktionen berichten, also der deutschen Zahnärzteschaft eine ständige Information übe den Fortgang diese weit mehr als regional bedeutenden Projektes geben, den Lesern Beteiligungsmöglichkeiten aufzeigen und um Spenden werben.

Wir planen diese als eine Dauerinstitution und hoffen auf die Bildung einer Art "Interessentenfamilie", die an regelmäßigen Neuigkeiten
Bitte setzen Sie Ihre Spendenbereitschaft gleich in die Tat um, überweisen Sie auf das Konto 0 901 088 769, BLZ 370 606 15 Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Köln. Absender auf der Überweisung (für Spendenbescheinigung) nicht vergessen.
über den spannenden Prozeß des Kirchenneubaus aus alten Steinen interessiert und bereit ist, diesem Engagement der Redaktion das persönliche und finanzielle Engagement gegenüberzustellen. Wir glauben aus unserer Erfahrung, daß gerade unter den deutschen Zahnärzten viele sind, die das Gespür für die große national-kulturelle Bedeutung dieser besonderen Aufgabe am Endes dieses Jahrhunderts und zugleich genügend Bürgersinn haben, um eine solche private Initiative dauerhaft tätig zu unterstützen.

Bitte nehmen Sie unseren vorstehenden Bericht über Zerstörung, Ruinenzeit, Neuplanung und archäologische Enttrümmerung der Dresdner Frauenkirche als unser Angebot und als ersten Anlaß, um auf das kostenfrei von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank zur Verfügung gestellte Spendenkonto Nr. 0 901 088 769, BLZ 370 606 15, der "zm-Initiative Frauenkirche" eine Spende zu überweisen oder bestellen Sie mit Hilfe des Coupons am Ende des Berichts eine Uhr mit original Ruinensteinen, oder zwei Video-Cassetten über die Geschichte der Kirche und die Enttrümmerung oder das Porzellanmodell von der Dresdner Frauenkirche. Wir leiten die Spendenbeträge und die Bestellungen ohne jeden Abzug aufgelistet an die Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V. (bei der wir Mitglied sind) weiter. Von dort erhalten Sie auch direkt eine Spendenbescheinigung.

Die zm-Initiative steht unter der Schirmherrschaft der Bundeszahnärztekammer. Eine Arbeitsgruppe als Verantwortungsträger besteht aus deren Präsidenten Dr. Willmes als Vorsitzenden, dem Kammerpräsidenten Sachsens,
Dr. Lüddecke, dessen Geschäftsführerin, Frau Dudda, dem Dresdner Zahnarzt Hoch, Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft in Dresden, und dem zm-Chefredakteur. Als Verwaltungs- und Servicestelle und damit als Anlaufstelle für unsere Leser dient die zm-Redaktion. Sie erhält von der Fördergesellschaft via Zahnarzt Hoch regelmäßig neueste und teilweise exklusive Informationen über den Fortgang der Aufbauarbeit an der Frauenkirche und über Aktivitäten der Fördergesellschaft, die die Redaktion in zunächst vierteljährlichen Berichten an die Leserschaft weitergibt.

Über das Ergebnis dieses Spendenaufrufs werden wir Sie informieren. Wer seinen Beitrag mit dem Erwerb einer exklusiven Armbanduhr, einer Doppel-Videokassette über das Dresdner Aufbauprojekt oder einer Porzellannachbildung der Frauenkirche verbinden will, kann dies mit Hilfe des untenstehenden Coupons tun. Alle Rückfragen bitte an die zm-Redaktion.
Tel. 0221/4001-252.
hf




zm 85, Nr. 4, 16.02.1995, Seite 28-32