Glanzlichter in der
Praxis Leuchtende Pluspunkte |
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16. März
2007 - Endlich, mit dem Frühling werden die Tage heller, das Licht
freundlicher. Auch in der Praxis. Und die nächste
Eine freundliche und als angenehm empfundene Lichtstimmung wirkt auf das Unterbewusstsein und kann vorhandene Ängste vermindern - gerade im Winter positiv. Also jetzt die letzten kurzen Tage für den Lampencheck nutzen und die Änderungen in spe angehen. Ein angenehmes Entree empfängt auch jene Patienten freundlich, die noch eher verzagt statt zuversichtlich zur Behandlung kommen. Mit wenigen, gezielten Kniffen lässt sich das Praxisambiente so gestalten, dass die Eintretenden sich gut aufgehoben fühlen. Ein oft unterschätztes Gestaltungselement: die professionelle Kunstlichtplanung mit guten Leuchten. Sie lässt die Praxisräume vor allem während der dunklen Jahreszeit in angenehmem Licht erscheinen.
Daher jetzt ran an die Bestandsaufnahme, dann in Ruhe den Markt sondieren, Möglichkeiten und Kosten abwägen und umsetzen - ehe die helle Jahreszeit vorüber ist und es wieder düster wird. Damit kann die Praxis durchaus Pluspunkte sammeln. Denn über die mittlerweile fast selbstverständlich vorausgesetzte hohe fachliche Qualifikation hinaus wünschen sich die Patienten zunehmend ein angenehmes und entspannendes Praxisambiente, das ihnen signalisiert: "Hier sind Sie bestens aufgehoben". Signal mit Wirkung
Ganz wichtig für das Erleben der Patienten und die Außendarstellung der Praxis ist eine harmonische und einladende Gestaltung des Empfangsbereiches. Die Beleuchtung sollte in diesem Bereich ein freundliches und angenehmes Ambiente schaffen, das von Anfang an Vertrauen schafft. Funktion in Topform Eine gelungene Lösung zeigt die Zahnarztpraxis von Dr. Mittag & Partner in Bremen-Schwachhausen. Bei der Planung der Innenarchitektur setzten Dr. Inge Mittag und Dr. Thomas Busch gemeinsam mit der Gruppe für Gestaltung GfG auf ein mutiges Zusammenspiel
"Das schafft eine entspannte und gleichzeitig ansprechende Atmosphäre und signalisiert auf Anhieb Professionalität und Modernität", erläutert Mittag. Das Beleuchtungssystem gliedert sich in Funktionalität aus dezenten Deckeneinbauleuchten und Design für Wartezimmer und Empfang als Akzentbeleuchtung. Zentraler Anlaufpunkt der Praxis ist der nach einer Idee von Zahnärztin Mittag entwickelte oval-förmige Empfangscounter. Direkt darüber integrierten "Die Lichtplaner" aus Limburg frei schwenkbare und gestalterisch an das moderne Ambiente angepasste Halogenstrahler. Die Designerleuchten schaffen nicht nur einen dynamischen Blickfang vor einer Trennwand aus Glas, sondern ermöglichen auch ein angenehmes Licht für eine entspannte und vertrauensvolle Gesprächssituation zwischen Patient und Helferin. Himmlischer Anblick Eine andere hochwertige Lösung im Empfangsbereich zeigt die Zahnarztpraxis von Dr. Daniel Förster-Marenbach und Dr. Maike Anna Marenbach in Köln-Porz. Die in enger Zusammenarbeit mit dem Büro "brandherm + krumrey Innenarchitektur" geplanten Räumlichkeiten zeigen eine offene, klare Formensprache mit einem zentralen Mittelblock
Ein wichtiger Aspekt sei die Betonung sämtlicher Raumstrukturen durch eine individuelle, auf die Architektur abgestimmte Lichtplanung. Im Zentrum steht dabei der durch eine abgependelte Lichtdecke von oben illuminierte Empfangsbereich. Dieser "Himmel" betont den eleganten und materialbetonten Charakter der Praxiseinrichtung und schafft einen angenehmen Anlaufpunkt für die Patienten, an dem sie ihre Ansprechpartner ebenso gut wie blendfrei sehen. Per Dimmer lässt sich stufenlos je nach Bedarf die Helligkeiten regulieren - "je nachdem, ob die Beleuchtung gerade für die Bildschirmarbeit benötigt wird oder ein Patientengespräch
Ergänzend erhellen lang gestreckte Decken-Lichtbänder den Übergangsbereich zu Behandlungsräumen und Wartezimmer. Ihre zentrale Aufgabe ist die Leitfunktion: Wer sich leicht orientieren kann, fühlt sich sicherer. Zum Verweilen schön Warten ist unangenehm, kostet Zeit. Sinnig also, Patienten sogar für kurze Aufenthalte eine angenehme Atmosphäre zu bieten. Ein wichtiger Faktor dazu ist eine freundliche, ausgleichende und beruhigende Atmosphäre mit warmem und blendfreiem Licht. Ideal ist indirektes, das über die Wände reflektiert wird. Dabei gilt: Je wärmer die Farben der Wände, desto besser kann der Lichtplaner anschließend diese Nuancen unterstützen, um eine angenehme Stimmung zu schaffen. Das Wartezimmer der Praxis Dr. Wolfgang Lang & Dr. Guido Petrin in Stuttgart etwa fällt durch seine gelungene Illumination auf. Architekt Wolfgang Müh und Lichtplaner Kim Funk-Fritsch
Pilzförmige Tischleuchten mit sichtbarem Licht als dekorative Leuchten liefern bei Bedarf direktes Licht zum Lesen. Schließlich soll der Patient hier entspannen, eventuelle Ängste ganz ablegen. Konsequent unterstützen entspannende Musik und gezielte beruhigende Bildverläufe auf sechs nebeneinander platzierten Flachbildschirmen die Harmonie. "Abwechselnd sind hier Aquarienlandschaften, Strände, Wellenatmosphären oder andere beruhigende DVD-Impressionen zu sehen", so Wolfgang Lang: "Und für Kinder gibt es auch Mickey-Maus-Filme." Spielraum am Stuhl Zur Beleuchtung von Untersuchungs- und Behandlungsräumen ist zunächst eine funktionale Arbeitsbeleuchtung nötig. Vorgabe für die Allgemeinbeleuchtung sind 500 Lux. Im Bereich des Behandlungsstuhls müssen 1 000 Lux Beleuchtungsstärke herrschen, fürs Arbeiten in der Mundhöhle des Patienten sind 5000 Lux vorgeschrieben. Sie gehören zur Standardausrüstung jeder Zahnarztpraxis. Wichtig dabei bleibt, dass die Patienten nicht geblendet werden. Die Deckenleuchten werden ergo idealerweise außerhalb eines Feldes 2,5 Meter x 2,5 Meter um den Stuhl herum angebracht. Über diese funktionale Beleuchtung hinaus hat der Zahnarzt jedoch Spielraum für eine individuelle und entspannende Beleuchtung seiner Behandlungsräume. Dr. Sibylle Hardt in Berlin hat sich für ein phantasievolles Ablenkungsmanöver entschieden: Wer bei ihr im Behandlungsstuhl liegt, blickt auf eine Licht- und Schatteninstallation mit einer Sternzeichen-Lampe des Berliner Künstlers Christian Andres. Die kunstvolle Beleuchtung lenke Patienten aller Altersstufen herrlich von der Behandlung ab, berichtet die Zahnärztin. Farbiges Licht beziehungsweise dynamische Wechsel von einer zur anderen Farbe nutzen bereits viele Wellness-Einrichtungen. Die positiven Effekte
Wonach der Sinn steht Kieferorthopäde Dr. Thomas Cawi nutzt in seiner Nürnberger Praxis ein ähnliches Prinzip: In Untersuchungs- und Behandlungsräumen lassen sich nicht nur die gewünschten Farben, sondern sogar die bevorzugten Farbfolgen einstellen. Dazu hat er in Rot, Grün, Blau, kurz in den RGB-Farben, Leuchtstofflampen in die Möbel integriert. Mischen (einschließlich Weiß) je nach individueller Stimmungslage der Patienten ist angesagt. Erlaubt ist, was entspannt und gleichzeitig optimale Seh- und Arbeitsbedingungen für den behandelnden Zahnarzt ermöglicht. Robert Uhde Grenadierweg 39 26129 Oldenburg Literaturhinweis zm 97, Nr. 6, 16.03.2007, Seite 92-96 |
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