Ärzte und ihr Wirken in der Literatur

Katharsis durchs Schreiben

Robert Uhde
16. April 2008 - Von Friedrich Schiller bis Gottfried Benn, von Anton Tschechow bis Alfred Döblin - wer die Literaturgeschichte der verg
angenen Jahrhunderte durchstöbert, findet erstaunlich viele Ärzte unter den Autoren. Auch als literarische Figur spielen Ärzte wichtige Rollen, Zahnärzte eher in Filmen.


Wer sich die heutigen Arbeitspläne von Ärzten ansieht, der wird sich wundern, dass so viele von ihnen "nebenher" noch als Schriftsteller tätig waren oder sind. Doch der Befund dieser doppelten Profession ist zu häufig, als dass er einfach als Zufall abgetan werden könnte.

Nicht von ungefähr veranstaltete zum Beispiel die Universität Bamberg 2005 eine Ringvorlesung mit dem Titel "Ärzte als Dichter - Literatur als Medizin" mit insgesamt zehn Vorträgen zum Thema. Die Liste an Beispielen für literarisch tätige Ärzte respektive praktizierende Dichter ist lang. Sie reicht von Renaissance, Barock, Klassik und Romantik bis in die Gegenwart.


Glückliche Symbiose
Zu den frühen Vertretern gehören der französische Renaissance-Dichter und Arzt Francois Rabelais (1494 - 1553), der Barock-Dichter Paul Fleming (1609 - 1640) und der romantische Arzt, Dichter und Spiritist Justinus Kerner (1786 - 1862). Internationale Beispiele der Gegenwart sind Ernst Augustin (geb. 1927), der ägyptische Zahnarzt und Schriftsteller Ala al-Aswani (geb. 1957) oder der portugiesische Arzt und Schriftsteller António Lobo Antunes (geb. 1942).

Die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur meine Geliebte. Wenn mir die eine auf die Nerven fällt, nächtige ich bei der anderen.
Der Arzt und Schriftsteller Anton Tschechow, gest. 1904
Der russische Arzt Anton Tschechow kompensierte eigene berufliche Erfahrungen mit seiner Schriftstellerei. Die seine Familie seinerzeit besser ernährte als sein Wirken als Mediziner.

Ob all diese Dichter zugleich besonders sensible, emphatische Ärzte sind, mag dahin gestellt sein. In jedem Fall aber profitiert der Dichter in ihnen von der Perspektive des Mediziners. Die Erfahrung als praktizierender Arzt verleiht ihren Gedichten, Erzählungen oder Romanen eine sonst nicht mögliche Authentizität.

Die Gründe für die ganz offensichtliche Verbindung von Schreiben und Praktizieren sind vielschichtig und abhängig von der jeweiligen Person. Viele treibt die Leidenschaft, sich ganz in den Dienst der Menschen und ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit stellen zu wollen. Ganz so wie Boris Pasternaks berühmte Figur des Dr. Schiwago, der sich als Arzt dem Leben und als Dichter der Poesie verpflichtet sah und die Verbindung aus beiden als Glücksfall betrachtete.

Bei anderen Autoren überwiegt dagegen das Bedürfnis, die häufig sehr belastenden existenziellen Erfahrungen als Arzt auf anderer Ebene verarbeiten zu können. Und wieder andere drängt die - reale oder empfundene - Notwendigkeit, neben dem Schreiben auch einer "anständigen" Profession nachzugehen.


Zwischen Ehefrau und Geliebter
Eine lesenwerte Anthologie zum Thema bietet der Band "Herznaht" von Hanne Kulessa (siehe die Rezension in den zm 2/2006). Er vereint Gedichte und kurze Erzählungen von zwölf Autoren verschiedener Epochen, die alle haupt- oder nebenberuflich als Ärzte gearbeit
Der Arztstatus war Mittel zum Zweck für Friedrich Schiller (Gerhard von Kügelgen, Frankfurt a.M., Goethemuseum): So durfte er endlich schreiben.
et haben. Alle ausgesuchten Texte beschäftigen sich mit dem Beruf respektive der Berufung des Arztes, mit seinen Erfolgen und Misserfolgen, mit dem Arbeitsalltag in der Praxis oder dem Verhältnis zwischen Arzt und Patient. Viele der Texte in dem Band von Kulessa reflektieren ganz direkt die eigene Rolle als schreibender Arzt oder praktizierender Dichter.

Besonders prägnant formulierte es der russische Dramatiker Anton Tschechow (1860 - 1904), der hin und her gerissen zwischen Pflicht und Leidenschaft, 1888 schrieb: "Die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur meine Geliebte. Wenn mir die eine auf die Nerven fällt, nächtige ich bei der anderen."

Als Arzt behandelte Tschechow zu dieser Zeit Arme und Kranke auf dem Land, häufig umsonst. Als Schriftsteller verfügte er über ausreichend Einnahmen, um seine Familie ernähren zu können. Erst das Zusammenspiel aus beiden Tätigkeiten ermöglichte es ihm, die hohen beruflichen und familiären Belastungen zu ertragen. Daneben spiegelt sich in seinem Schreiben sicher auch der bewusste oder unbewusste Versuch einer Selbstheilung wider: Denn wenige Jahre zuvor waren bei Tschechow erste Anzeichen einer Tuberkulose diagnostiziert worden, an der er im Alter von 44 Jahren im badischen Kurort Badenweiler verstarb.


Ambivalenz von Gut und Böse
Eine ähnlich geglückte Symbiose aus medizinischer und literarischer Arbeit findet sich bei William Carlos Williams (1883 - 1963), einem der bedeutendsten Vertreter der modernen amerikanischen Lyrik: "Weil ich entschlossen war, Dichter zu werden, wollte ich Arzt werden", schreibt er. "Deshalb habe ich mich als Schriftsteller auch nie von meinem Arztberuf gestört gefühlt; im Gegenteil, ich habe darin stets die eigentliche Nahrung gesehen, eben das, was mir das Schreiben überhaupt ermöglicht hat." Und das keineswegs immer nur außerhalb der Arbeitszeit in der Praxis: "Ich brauchte nur die Platte, auf der die Schreibmaschine befestigt war, hochzuziehen, und schon konnte ich anfangen. Ich arbeitete mit höchster Geschwindigkeit. Kam, während ich gerade mitten im Satz war, ein Patient herein - schwupp, war die Maschine versenkt, und ich war wieder Arzt. Kaum war der Patient gegangen, tauchte die Maschine wieder auf."

Im krassen Gegensatz zu dieser positiven Grundeinstellung steht Williams' Erzählung "The Use of Force". Auf beklemmende Weise beschreibt er dort einen Arzt, der bei der Untersuchung eines behinderten Mädchens nach und nach die Geduld verliert, sie innerlich beschimpft und schließlich Gewalt anwendet. Er konfrontiert hier den Leser mit dem absoluten Gegenbild zum charmanten, gut aussehenden "Halbgott in Weiß", typisch für Arztromane oder -serien - von der "Schwarzwaldklinik" über den "Bergdoktor" bis zur "Praxis Bülowbogen". Noch eindringlicher wird Williams' Erzählung durch die Wahl der Ich-Perspektive, die dem Leser die psychischen Abgründe des Arztes hautnah bringt. Als prominentes Vorbild dieser Form von Persönlichkeitsspaltung gilt die Erzählung "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" von Robert Louis Stevenson, in der es dem Arzt Dr. Jekyll gelingt, seine amoralischen Charakteranteile auf die Figur des gewalttätigen Edward Hyde zu übertragen. Bis das Böse überhand nimmt und der Gespaltene schließlich Selbstmord begeht.


Das Schreiben als Ventil
Für viele der schreibenden Ärzte war Schreiben ein Ventil, um die psychischen Belastungen ihres Berufsalltags zu verarbeiten. Hanne Kulessa nennt zum Beispiel den jüdischen Arzt und Schriftsteller Friedrich Wolf (1888 - 1953), der nach seiner Zeit als Schiffs- und Truppenarzt seit 1920 als Stadtarzt in Remscheid tätig war, ehe er 1933 aus Deutschland fliehen musste. In seiner Erzählung "Mutter" beschreibt er, wie ein junger Arzt einem deutschen Soldaten in Russland einen erfrorenen Fuß amputiert: "Ich rucke das Leder noch ein paar Mal leicht hin und her, dann ziehe ich es herunter. Der Stiefel gibt nach. Ein furchtbarer, nach Verwesung riechender Gestank. Und dann der Anblick! Vor mir bewegt sich ein richtiges Fußskelett: Blanke Knochen und weiße Sehnen. Das faule Fleisch und die verweste Haut stecken im Stiefel."

Ähnlich drastische Bilder begegnen dem Leser auch im Werk von Gottfried Benn (1986 - 1956), der durch seine moderne Sprache und seinen avantgardistischen Stil als einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Moderne gilt. Benn arbeitete als Pathologe, Schiffsarzt und
Stark politisch begründet ist das Werk von Ernst Weiss, der sich mit dem Roman "Der Augenzeuge" zeitkritisch engagierte.
Militärarzt, bevor er 1917 eine Praxis für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Berlin eröffnete und war parallel dazu immer literarisch aktiv. Schon früh verfasste er expressive Gedichte aus dem Leichenschauhaus, brutale Verse über Wunden, Eiter oder Verwesung. In ihnen verarbeitete er seine persönlichen Erlebnisse als Arzt. Und stellte dabei die herkömmliche Vorstellung von Lyrik in Frage.

In weniger drastischer Sprache geschrieben, aber ebenfalls stark durch die Perspektive des Mediziners beeinflusst, sind die Arbeiten des russischen Satirikers, Dramatikers und Romanautors Michael Bulgakow (1891 - 1940). Sein Band "Handtuch mit dem Hahn" etwa erzählt die Entwicklungsgeschichte eines jungen Arztes, der seine erste Stellung auf dem Land annimmt. Schon bald muss er dort eine lebenswichtige Operation durchführen, die er noch nie zuvor auch nur ansatzweise erprobt hat. Ganz allein auf sich gestellt, entdeckt er dabei seine Kräfte als Arzt.

Eine weitere bewusste Auseinandersetzung mit den Herausforderungen des Arztberufes findet sich im Werk von Hans Carossa (1878 - 1956). Seine Prosadichtung "Dr. Bürgers Ende" erzählt in lyrischen Tagebuchaufzeichnungen die Geschichte des Dr. Bürger, der sich in eine seiner Patientinnen verliebt. Als diese dann trotz aller seiner Bemühungen an Tuberkulose stirbt, nimmt sich Dr. Bürger das Leben. Ebenfalls durch die Perspektive des Mediziners geprägt sind Carossas Erzählungen "Der Arzt Gion" und die Autobiografie "Tagebuch eines jungen Arztes".


Arzt aus Vernunft
Die meisten Autoren haben ein positives Verhältnis zu ihrem Arztberuf. Einige studierten ihn jedoch ausschließlich auf Druck von außen, was häufig dazu führte, dass sie ihren Beruf hassten und ihn früher oder später zugunsten des Schreibens aufgaben. Ein prominentes Beispiel dafür ist Arthur Schnitzler (1862 - 1931), der in erster Linie auf expliziten Wunsch des Vaters Medizin studierte. Mit ernüchterndem Ergebnis: 1890 schrieb er in sein Tagebuch: "Mein Widerwille gegen Publicum, Aerzte, Praxis, Medizin erheblich gestiegen." Und weiter: "Mich ekelt vor den Patienten, vor den Collegen, vor allem, was mich an den Beruf erinnert."

Diesen drastischen Eintragungen zum Trotz profitierte er als Schriftsteller von seinen Kenntnissen auf medizinischem, vor allem auf psychologischem Gebiet. Stark inspirierte ihn Sigmund Freud. Dessen Thesen zur Hypnose zum Beispiel wurden zum Thema in "Die Frage an das Schicksal". Und Freuds Beobachtungen zur Traumdeutung flo
Georg Büchner (hier als Freimaurer mit einem Logenbijou, um 1830) brachte sein Medizinwissen wie seine politische Überzeugung in sein Wirken als Schriftsteller mit ein.
ssen ein in "Die Traumnovelle", die einige Tage im Leben eines jüdischen Arztehepaares um 1900 in Wien erzählt.

Ebenfalls nur vorübergehend als Arzt tätig war Friedrich Schiller (1759 - 1805), der sich 1775 als Student der Medizin eingetragen hatte und anschließend als Militärarzt arbeitete. Weniger aus echtem Interesse an der Medizin, sondern vor allem, um sich aus den Fängen seines tyrannischen Landesfürsten zu befreien und sich ganz der Schriftstellerei widmen zu können.

Auch der Schriftsteller Peter Bamm (1897 - 1975, bürgerlicher Name Curt Emmerich), der als Schiffsarzt und Stabsarzt arbeitete, wählte den Beruf vor allem aus pragmatischen Erwägungen heraus: "Es ist nicht so, dass die Medizin ein besonders musischer Beruf wäre, darüber habe ich eine völlig andere Theorie. Wenn ein junger Mann, der 18 Jahre alt und ein musisch veranlagter Mensch ist, und der Alte verlangt von ihm: also erstmal studieren. Diese Art von Leuten mit musischem Talent wählt dann als Studium die Medizin."

Den entgegen gesetzten Weg wählte Arthur Conan Doyle (1859 - 1930), der von 1882 bis 1890 eine Arztpraxis in Southsea bei Portsmouth führte. Um sein kärgliches Einkommen als Arzt aufzubessern, begann er schließlich mit dem Schreiben und schuf dabei seine weltberühmten und vielfach verfilmten Geschichten von Sherlock Holmes und Dr. Watson.


Sozial engagiert
Vor allem aus sozialen Beweggründen heraus war Alfred Döblin (1878 - 1957) als Arzt tätig. 1911 hatte er eine Praxis in Ostberlin eröffnet - erst als praktischer Arzt und Geburtshelfer, dann als Internist, Neurologe und Psychiater. Kurz bevor er seinen avantgardistischen Roman "Berlin Alexanderplatz" veröffentlichte, dessen neuartige Montagetechnik er seinen Erfahrungen als Neurologe verdankt, schrieb er im Frühjahr 1928 über die Rolle des Arztes als Sozialarbeiter für die Arbeiter: "Man ist Arzt und doch nicht bloß Arzt. Organisch ist an den Leuten nichts oder fast nichts zu finden. Schmerzen hier und Schmerzen da ..." Und weiter: "Wir sind alle nur so private Sozialbeamte mit ärztlicher Erfahrung."

Ähnlich engagiert wie Döblin war rund hundert Jahre früher auch Georg Büchner (1813 - 1837). Als entschiedener Gegner der Reaktion und glühender Verfechter von Freiheit und Demokratie gründete er eine "Gesellschaft der Menschenrechte" und verfasste anschließend die radikaldemokratische Kampfschrift "Der Hessische Landbote" mit deutlich sozialistischen Anklängen. Als engagiertem Arzt war es ihm gleichzeitig ein Anliegen, seinen Mitmenschen zu helfen. Wenige Monate vor seinem Tod im Alter von nur 23 Jahren begann er mit seiner Arbeit am "Woyzeck". Darin beschreibt er einen verarmten und geistig beschränkten Soldaten, der sich mit Gelegenheitsarbeiten zusätzliches Geld verdient, seine Freundin Marie und ihr gemeinsames Kind zu ernähren. In seiner Not dient er sich einem skrupellosen Arzt als Proband für Lebensmittelprüfungen an. Als er daraufhin mit starken Nebenwirkungen wie Abgehetztheit und Wahnvorstellungen reagiert, nimmt das Unheil seinen Lauf: Nach einem Jahrmarktsfest wird er von Marie mit einem Offizier betrogen, worauf er sie schließlich ersticht. Als Getriebener der eigenen Wahnvorstellungen und als Opfer der sozialen Verhältnisse.


Ärzte im Widerstand
Stark politisch begründet ist auch das Werk von Ernst Weiss (1882 - 1940). Kurz vor seinem Freitod in Paris als Reaktion auf den Einmarsch der Deutschen Wehrmacht hatte er 1939 den Roman "Der Augenzeuge" geschrieben. Das Buch zeigt eindrücklich sein antifaschistisches Engagement sowie seine fachliche Kompetenz als Mediziner. Hauptfigur der fiktiven Autobiografie ist ein jüdischer Arzt, dessen Wissen um die Krankheit des "A.H." den Nazis gefährlich werden könnte. Nach deren Machtergreifung wird der Arzt deshalb in ein KZ gebracht und erst gegen Dokumentenübergabe wieder auf freien Fuß gesetzt. Anschließend entschließt er sich, als Republikaner für die Befreiung Spaniens und gegen das mit Nazideutschland verbündete Franco-Regime zu kämpfen.

Tatsächlich Opfer des Nazionalsozialistischen Regimes wurde der polnische Arzt, Schriftsteller und Pädagoge Janusz Korczak (1878 - 1942), der eine Fülle von Romanen, Essays, Geschichten, kinder-psychologischen Abhandlungen oder Gedichten verfasste. Korczak starb 1942 im Konzentrationslager Treblinka, in das er zusammen mit den Kindern des von ihm geleiteten Waisenhauses gebracht worden war.


Der Arzt als Multitalent
Einige Ärzte sind nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Regisseure hervorgetreten. Zu d
Michael Crichton, Arzt und Autor, machte auch hinter der Kamera Karriere. Nach eigenen Erfahrungen als Assistenzarzt kreiierte er die Fernsehserie Emergency-Room (ER).
en bekanntesten Beispielen gehören der britische Arzt Jonathan Miller (geb. 1934), der seit über vierzig Jahren erfolgreich als Autor, TV-Produzent sowie als Theater-, Opern- und Filmregisseur gilt, und der US-Amerikaner Michael Crichton (geb. 1942); der Mediziner mit Harvard-Diplom ist gleichzeitig Autor von Romanen und Drehbüchern sowie Regisseur und Produzent. Seine Bücher wurden weltweit bisher 150 Millionen mal verkauft. Die größten Erfolge brachten ihm dabei Techno-Thriller wie "Andromeda", "Der große Eisenbahnraub" oder "Welt in Angst" ein. Zahlreiche Romane von Crichton wurden verfilmt, darunter auch seine Vorlage für Steven Spielbergs "Jurassic Park". Sie machte ihn so berühmt, dass Paläontologen sogar eine neu entdeckte Dinosaurierspezies in China nach ihm benannten, den "Crichtonsaurus bohlini". Seine eigenen Erfahrungen als junger Assistenzarzt hat Crichton unter anderem in der von ihm kreierten Fernsehserie "ER" (Emergency Room - Die Notaufnahme) verarbeitet.


Zahnärzte rar in der Literatur
So lang die Liste an bekannten literarisch tätigen Medizinern ist, es sind nur wenige Zahnärzte darunter. Neben Texten des eingangs erwähnten ägyptischen Schriftstellers Ala al-Aswani und den Arbeiten des stark durch die Psychoanalyse beeinflussten dänischen Autoren Leif Panduro (1923 - 1977) sei noch das Werk von Hans Sachs erwähnt. Der Zahnarzt und Satiriker (1881 - 1974) verfasste zum Beispiel eine skurrile Kulturgeschichte des Zahnstochers.

Als literarische Figur hat der Zahnarzt Seltenheitswert. Anders als meist fiese Figur in Filmen. Denn im Film werden die Möglichkeiten genutzt, Urängste der Zuschauer zu schüren.

Robert Uhde
Grenadierweg 39
26129 Oldenburg


Literaturhinweise


zm 98, Nr. 8, 16.04.2008, Seite 92-98