Cyberstalking Digitaler Psychoterror |
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16. April 2009 -
Cyberstalker machen ihre Opfer in Internetforen schlecht, bestellen unerlaubt
Waren in deren Namen,
Das Wort Stalking stammt aus der Jägersprache und bedeutet, sich an etwas heranschleichen. Der Begriff etablierte sich vor etwa 20 Jahren in den USA, wo Prominente immer exzessiver von ihren Fans verfolgt wurden. Was anfangs als kurioses, aber ungefährliches Verhalten gewertet wurde, nahm 1989 eine bittere Wendung, als die US-amerikanische Schauspielerin Rebecca Schaeffer in Hollywood von einem Stalker erschossen wurde. Nicht alle Stalkingepisoden enden mit Mord - ausgeliefert und schutzlos fühlen sich die Verfolgten natürlich dennoch. Dazu müssen sich Opfer und Täter nicht einmal von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen - auch im Web wird gestalkt. Taten und Täter Das Internet - insbesondere die Anwendungen des Web 2.0 - sind ein idealer Jagdgrund für Cyberstalker. In sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ oder MySpace tauschen User massenhaft persönliche bis intime Details über ihr Leben aus. Informationen über den Freundeskreis, die Lieblingskneipe oder die Pläne fürs nächste Wochenende: Alles lässt sich in den Foren abgreifen. Angelehnt an den Begriff Phishing - das Klauen von Zugangsdaten und Passwörtern, zum Beispiel beim Onlinebanking - sprechen Experten bei persönlichen Daten vom Social Phishing. Beim Cyberstalking nutzen die Täter die Vorteile, die ihnen die Anonymität der digitalen Medien bietet. Ein weiteres Plus für die Verfolger: Durch die Vernetzung der Onlinecommunitys erreichen sie mit ihren PsychoAttacken leicht einen großen Adressatenkreis. Der Art der Übergriffe sind keine Grenzen gesetzt - sie hängen eigentlich nur von der kriminellen Energie der Stalker ab. Bei Drohmails, Verleumdung, Rufmord und Spambomben ins private Postfach muss noch lange nicht Schluss sein. Die Täter schrecken auch nicht davor zurück, Details über die finanzielle Situation oder das Sexualleben ihrer Opfer zu verbreiten, zum Beispiel, indem sie - echte oder gefakte - Nacktfotos online stellen oder gezielt an deren Freunde und Kollegen mailen. Identitätsdiebstahl ist eine weitere Möglichkeit, psychischen Druck auszuüben. Zu diesem Zweck melden Stalker ihre Opfer in Internetkontaktbörsen an oder begehen in deren Namen illegale Aktionen im Netz. Als Stalker kann sich die Ex-Freundin, ein flüchtiger Bekannter, die Nachbarin oder auch ein
Schutz vor Stalkern In sozialen Netzwerken möchten sich Mitglieder ausführlich präsentieren, damit sie für andere möglichst interessant werden. Aber je mehr ein User über sich verrät, desto mehr Angriffsfläche bietet er potenziellen Aggressoren. Außerdem gilt: Sind Daten einmal online gestellt, können sie nicht mehr kontrolliert werden. Deshalb sollte man generell vorsichtig sein mit dem, was man im WWW über sich ausplaudert. Um keinem Cyberstalker ins Netz zu gehen, empfiehlt die 1997 gegründete US-amerikanische Selbsthilfeorganisation "Working to Halt Online Abuse" (WHOA) ein paar präventive Schutzmaßnahmen: Für die Teilnahme an Newsgroups, Chat- Rooms, IMs und Nachrichten an Unbekannte sollte man immer Freemail-Accounts benutzen, nicht die Firmenadresse. Wenn es zu Stalkingattacken kommt, gibt es verschiedene Gegenmaßnahmen: Susanne Theisen Freie Journalistin in Köln SusanneTheisen@gmx.net zm 99, Nr. 8, 16.04.2009, Seite 88-89 |
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