Fortbildungsteil 1/2007
Wenn der Zahn verunfallt |
||||||||||||
1. Mai 2007 - Jedes zweite Kind erleidet
mindestens einmal einen Zahnunfall. Und das nicht nur mit dem Fahrrad, sondern
Besonders in den ersten zwei Lebensjahren ist die Verletzungsgefahr der neuen Milchfrontzähne, bedingt durch die Steh- und Laufunsicherheit der Kinder, groß. Oft werden Schäden von den Eltern gar nicht wahrgenommen und erst, wenn Schmerzen oder Probleme beim Essen auftreten, dem Zahnarzt vorgestellt. Dr. Gabriele Viergutz und Prof. Dr. Norbert Krämer, Dresden, stellen verschiedene Verletzungsarten des Milchgebisses vor, zeigen Therapiemöglichkeiten auf und plädieren für ein umfangreiches Recall, um eine Schädigung der bleibenden Zähne möglichst auszuschließen. Erleidet ein Zahn bei einem Zahntrauma eine Kronenfraktur, kann unter Umständen eine adhäsive Befestigung die Funktion sowie die Ästhetik für viele Jahre wieder herstellen. Dr. Carmen Anding, Bern, beschreibt das Procedere der Rekonstruktion und geht in ihren Ausführungen auch auf die Therapie der Kronen-Wurzelfraktur ein. Verglichen mit anderen Zahnverletzungen ist die Wurzelfraktur mit 0,5 bis 0,7 Prozent relativ selten, schreibt Dr. Gabriel Krastl, Basel,. Da sie fast immer mit der Dislokation des frakturierten Kronensegmentes einhergeht, ist mit Schädigungen von Zahnhartsubstanz, Pulpa sowie Alveolarknochen zu rechnen, was besondere Konsequenzen der Therapie zur Folge hat. Viele Studien belegen jedoch eine gute Prognose bei sachgerechtem Procedere. Dislokationen von Zähnen sind unfallbedingte Verletzungen, die mit Schädigungen im Parodont einhergehen. Demgegenüber haben intrusive Dislokationen immer starke Schäden am Parodont, Endodont, Alveolarknochen, an der Gingiva und sehr häufig auch an Zahnhartgeweben zur Folge, wie Privatdozent Dr. Yango Pohl, Bonn, deutlich macht. Er geht auf diverse Verletzungsformen dieser Art und ihre Therapie ein. Viele Zahnverletzungen bei Kindern und Jugendlichen passieren beim Sport. Besonders zahnunfallträchtige Sportarten sind heute durch diverse wissenschaftliche Studien gut identifiziert. So beschreibt Professor Dr. Andreas Filippi, Basel, welche Sportarten die gefährlichsten sind, ein Zahntrauma zu erleiden, und welche Möglichkeiten bestehen, während dieser Sportaktivitäten eine gewisse Trauma-Prophylaxe zu betreiben. Professor Dr. Kurt Alois Ebeleseder, Graz, macht in seinen Ausführungen deutlich, dass in den Kinderjahren erlittene Zahntraumata, egal wie sie behandelt wurden, unter Umständen schwere Spätfolgen haben können. Er listet diese detailliert auf und rät zum Monitoring, um etwaige Veränderungen frühzeitig aufdecken und adäquat therapieren zu können.
zm 97, Nr. 9, 01.05.2007, Seite 26-27 |
||||||||||||