Internationales Symposium

Die Betreuung von Menschen mit Behinderungen

Am 23. und 24. April findet in Berlin ein internationales Symposium zur zahnärztlichen Betreuung von Menschen mit Behinderungen statt. Veranstalter ist die Bundeszahnärztekammer zusammen mit weiteren Kooperationspartnern. Mit dem Symposium soll die zentrale Bedeutung des Themas stärker in die fachliche und politische Öffentlichkeit getragen werden.

Das Symposium zur zahnärztlichen Betreuung von Menschen mit Behinderungen wird durchgeführt unter der Schirmherrschaft von Bischof Dr. Dr. Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Es ist ein Novum: Bei der umfassenden wissenschaftlich-fachübergreifenden internationalen Veranstaltung handelt es sich um die erste ihrer Art in Deutschland. Die Bundeszahnärztekammer hat federführend und zusammen mit ihren weiteren Kooperationspartnern, der Universität Witten-Herdecke, der Charité Berlin und dem Berufsverband Deutscher Oralchirurgen (BDO) ein Konzept erarbeitet, um dieses in der fachlichen und politischen Öffentlichkeit oft stiefmütterlich behandelte Thema in den Fokus des Interesses zu rücken. „Die zahnmedizinische Behandlung von Menschen mit Behinderungen ist etwas Besonderes. Nicht nur wegen der Behinderung, sondern der Menschen wegen. Diese Menschen, die unsere spezielle Hilfe benötigen, sind oftmals liebevoll, fröhlich, dankbar, wenn auch nicht immer kooperativ“, erklärt Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, im Namen der Organisatoren. Die Behandlung dieser Patienten erfordere sehr viel medizinisches Wissen, Einfühlungsvermögen und eine sehr hohe soziale Kompetenz.

Das Symposium soll für die Zahnärzteschaft ein Zeichen ihrer ärztlichen, sozial- und berufspolitischen Verantwortung setzen und mit dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und über Kooperationen eine echte Integration zu befördern. Die Veranstaltung soll dazu beitragen, ein „normales“ Bild von Menschen mit Behinderungen sowie einen positiv besetzten Umgang mit der Thematik in die Gesellschaft zu transportieren. Es sollen positive Botschaften an Professionelle wie an Laien vermittelt werden.

Fokus: Öffentlichkeit

Am ersten Veranstaltungstag steht die fachund publikumsöffentliche Diskussion im Vordergrund. Es werden gesellschaftspolitische und zahnmedizinische Themen miteinander verknüpft. Von einer Problemanalyse, aber auch von den positiven Entwicklungen in der (zahn)ärztlichen Behandlung von Menschen mit Behinderungen ausgehend, sollen nationale Konzepte und internationale Perspektiven helfen, die Schwächen und Stärken des deutschen Systems einzuordnen. Die Beiträge lassen gesundheits- und versorgungspolitische Konsequenzen für eine Verbesserung der (zahn)ärztlichen Behandlung behinderter Menschen erwarten.

Fokus: Wissenschaft

Am zweiten Veranstaltungstag rückt die Wissenschaft in den Vordergrund. In vier Themenblöcken befassen sich die Vorträge mit der (zahn)medizinischen Prophylaxe und der Behandlung von Patienten mit Behinderungen sowie mit der interdisziplinären Zusammenarbeit. Namhafte Referenten aus dem In- und Ausland konnten für das gesamte Symposium gewonnen werden.

Da es sich um eine hochkarätig besetzte wissenschaftliche Veranstaltung handelt, kann an registrierte Teilnehmer ein Fortbildungsnachweis vergeben werden. Das Symposium wird durchgeführt mit freundlicher Unterstützung von blend-amed, Dr. Liebe, Oral B, Gaba, der Konrad- Morgenroth-Förderer-Gesellschaft und der Zahnärztekammer Berlin. pr/BZÄK

Veranstaltungsort: Manzini-Mitte, Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin. Interessenten können sich bis zum 1. April 2004 anmelden bei der Bundeszahnärztekammer

Chausseestr. 13
10115 Berlin
Fax: 030/40005-159
E-Mail: presse@bzaek.de

Das Programm

Menschen mit Behinderungen – Stiefkinder der medizinischen Versorgung?

Symposium zur zahnärztlichen Betreuung von Menschen mit Behinderungen

Freitag, 23. April 2004,

14.00 bis 18.00 Uhr

• Grußworte der Veranstalter

Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Berlin,

Präsident der BZÄK,

Dr. Volker Holthaus, Bad Segeberg,

Prof. Dr. Peter Cichon, Witten-Herdecke,

Prof. Dr. Klaus-Roland Jahn, Charité Berlin,

Dr. Jan Andersson-Norinder, Götebørg

• Aspekte der zahnärztlichen Versorgung von Patienten mit Behinderungen aus Sicht des Berufsstandes.

Dr. Dietmar Oesterreich, Berlin,

Vizepräsident der BZÄK

• Die Entwicklung des oralen Gesundheitszustandes von Patienten mit Behinderungen – Eine Standortbestimmung.

Prof. Dr. Peter Cichon, Witten/Herdecke

• Swedish experiences of creating oral services for patients with special needs.

Dr. Jan Andersson-Norinder, Götebørg

• Möglichkeiten zahnmedizinischer Prophylaxe für Patienten mit Behinderungen.

Dr. Imke Kaschke, Berlin

• Aspekte der zahnärztlichen Versorgung von Patienten mit Behinderungen aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung.

Dr. Hans-Jürgen Ahrens, Bonn

• Podiumsdiskussion

Samstag, 24. April 2004,

8.30 bis 16.00 Uhr

Hauptvorträge

• Eröffnung

Dr. Volker Holthaus, Bad Segeberg

• Dental Manifestations of genetic syndromes and treatment challenges,

Prof. June H. Nunn, Dublin

• Conscious Sedation and General Anasthesia for the dental treatment of disabled,

Dr. E. C. M. Bouvy-Berends, Rotterdam

• Qualifizierte Gesundheitsversorgung von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung als Beitrag zur Förderung ihrer sozialen Teilhabe unter dem Aspekt der Zahn- und Mundgesundheit,

Prof. Dr. Michael Seidel, Bielefeld

• Medically compromised children,

Prof. Dr. Luc Martens, Gent

• Über 20 wiss. Vorträge (Parallelveranstaltungen) zu den Themen: Zahnmedizinische Prophylaxe, Erworbene und angeborene Beeinträchtigungen, Interdisziplinäre Zusammenarbeit, Behandlungsprinzipien

• Diskussion und Verabschiedung der Teilnehmer


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