10. Marketing Kongress DeguDent in Frankfurt

Erfolgsrezepte für die Praxis

Der mittägliche Pre-Kongress glich einem Amuse-Gueule. Zum Hauptgang brachte der Jubiläumskongress von DeguDent am 23. bis 24. Januar dann den Festschmaus auf den Tisch: Sprachexperten aus Wirtschaft, Kunst und Medizin weihten die annähernd 1 100 Zahnärzte und Zahntechniker in die Geheimnisse des persönlichen Miteinanders ein.

Nikolaus B. Enkelmann, Grandseigneur der Rhetorik und Erfolgsmotivation, brachte es auf den Punkt: Wer etwas zu sagen habe, müsse sprechen können. „Denn wer sprechen kann, wird vorgeschickt, wird zum Befürworter, zum Beauftragten, zum Botschafter, und er wird eines Tages an der Quertafel des Lebens sitzen.“

Dass Strategien zu Gesprächsführung, Rhetorik und Körpersprache besonders in schwierigen Zeiten wichtig sind, daran gab es bei den Referenten nichts zu deuteln: Nur so könne man sich heutzutage Gehör verschaffen.

Schutzimpfung gegen Betriebsblindheit

Die Gastgeber Dr. Albert Sterkenbur, Zahnarzt und Betriebswirt, und Aufsichtsratsvorsitzender Rudolf Lehner wollen auch bei den kommenden zehn Marketingkongressen gute Nachrichten aus der Dentalwelt verkünden.

Immerhin sei die traditionelle Veranstaltung „eine Schutzimpfung gegen Betriebsblindheit, mangelnde Beweglichkeit und Depression“, unterstrich Sterkenbur. Jammern alleine helfe nicht, stellte auch Stefan Seidel von der Agentur New Image Dental auf dem Pre-Kongress klar. Anstatt die Folgen der Gesundheitsreform durchweg als Zwänge wahrzunehmen, könne der Zahnarzt die Situation auch als Chance begreifen: Jetzt würden die Karten neu gemischt, jetzt sei es an der Zeit, ein eigenes Praxiskonzept zu entwickeln und sich neu zu positionieren.

Jeder Zahnarzt müsse allerdings zuvor definieren, was seinen Erfolg persönlich ausmacht: Wünscht er ein besseres betriebswirtschaftliches Ergebnis , mehr Spaß an der Arbeit, ein motivierteres Team, zufriedenere Patienten oder mehr Freizeit? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, könne er an den Entwurf der Praxisstrategie gehen. Dabei sollte sich der Behandler fragen, was ihm besser gelänge als anderen und sich dann auf diese Patientengruppe konzentrieren. Der Patient stehe dabei stets im Mittelpunkt. Diese Spezialisierung sollte dann konsequent in allen Bereichen – Einrichtung, Praxisteam, Öffnungszeiten – umgesetzt werden.

Ganz andere Tipps steuerte Fitnesspapst Dr. Ulrich Strunz bei: Körperliche Fitness sei elementar für einen gesunden Geist und damit auch für die Kommunikationsstärke. „Richtiges Laufen verbessert dramatisch das Gedächtnis, das Lernvermögen und die Konzentration.“

Doch Kommunikation ist noch viel mehr: Wichtig sei, dass Worte und Körpersprache miteinander harmonieren, betonte Pantomimestar Prof. Samy Molcho. Der Redner sollte vor seinem Gegenüber daher auch körperlich zum Ausdruck bringen, was er meint. „Denn wenn Du Null gibst, bekommst du auch Null zurück!“

Geht man nach Prof. Dr. Gertrud Höhler, Wirtschafts- und Politikberaterin, sei es generell an den Unternehmern, ihre Mitarbeiter stärker zu motivieren. „Viele Menschen glauben, die eigene Firma brauche sie nicht. Sie erleben nicht, dass sie wichtig sind.“ Dabei könne Selbstvertrauen nur aus Vertrauen entstehen. „Der Chef tut dabei den ersten Schritt. Vertrauen in die Mitarbeiter ist also Wagniskapital.“


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