Gesundheit für den Zahnarzt

Gedanken über die zahnärztliche Ergonomie

Die zahnärztliche Tätigkeit ist sensomotorische Präzisionsarbeit. Um Arbeitsbewegungen im Millimeterbereich auszuführen, muss der Körper stabilisiert werden. Er dient als Stativ für die arbeitenden Finger. Die Arbeitshaltung soll ausgewogen und entspannt sein, um möglichst wenig statische Muskelarbeit (Verkrampfungen) zu produzieren.

Zeigefinger und Daumen bewegen das Instrument, der Mittelfinger fixiert es. Die kontrollierteste und sogleich einfachste Arbeitsbewegung dieser drei Finger ist in Richtung unserer Mediansagittalebene – auf uns zu und von uns weg gerichtet. Es gibt keine einfachere und genauer ausführbare Bewegung!

Das Schleifgerät wird jetzt so an die Zahnflächen gelegt, dass die Anpresskraft senkrecht zur bearbeitenden Fläche steht und die Arbeitsrichtung (zum Beispiel Aufziehen einer Kavität) mit den vorhandenen einfachsten Fingerbewegungen übereinstimmt.

Da die Zähne aber nicht nur aus Occlusalflächen bestehen, bedarf es noch einfacher Positionsveränderungen, um alle Mundstrukturen in einer ausgewogenen Arbeitshaltung zu erreichen.

Zum Schluss erst wird der Einsatz des zahnärztlichen Mundspiegels gelehrt, und zwar so, dass während der Spiegelanwendung keine Änderung der Arbeitshaltung nötig wird.

Bei 50 Prozent der Zahnflächen ist der Spiegeleinsatz notwendig. Die konsequente Behandlung in ausschließlich direkter Sicht führt zur Dauerverkrampfung.

Die „12-Uhr-Position“ ist keine starre Position, wie es gerne bei der 9-Uhr-Behandlung demonstriert wird, sondern sie variiert entsprechend der Behandlungsaufgabe zwischen 10:00 Uhr und 12:30 Uhr.

Ausgehend von dieser Grundstellung (Abb. 1 bis 4 ) kann dann ein zahnärztliches Umfeld hergeleitet werden, das nicht im Gegensatz zu den physiologischen und biomechanischen Gegebenheiten des Zahnarztes steht. (www.feelbased. com und www.designbyfeel. com)

Ergonomie lernt man nicht aus Büchern oder durch Zuschauen. Ergonomie lernt man durch beziehungsweise mit dem eigenen Körper. Das Körpergefühl speichert das harmonische, neue muskuläre Bewegungsmuster innerhalb weniger Stunden, in denen Sie lernen, Ihre Arbeitsbewegungen und den visuellen Sinn entsprechend den physiologischen Voraussetzungen zu gebrauchen.

ZA- Position zwischen 10:00
Uhr und 12:30 Uhr – Patientenkopfdrehung
nach rechts
und links – Patientenkopfdrehung
in der Sagittalen, verschiedene
Mundöffnungen, Höhenverstellbarer
Patientenstuhl

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