Neurodermitis

Topischer Immunmodulator verbessert die Therapiechancen

Auf einen deutlichen Therapiefortschritt dürfen Patienten mit Neurodermitis hoffen: Mit dem topischen Immunmodulator Pimecrolimus steht jetzt eine neue Möglichkeit zur Verfügung, mit der sich die Hauterscheinungen akut behandeln lassen. Außerdem lässt sie sich auch zur Prophylaxe einsetzten.

Die Neurodermitis, auch atopische Dermatitis genannt, ist ein extrem belastendes Krankheitsbild. Die Betroffenen werden immer wieder von stark juckenden Hautveränderungen geplagt und müssen in den akuten Krankheitsschüben mit Kortison-Präparaten behandelt werden. Eine kausale Therapie der Neurodermitis ist dabei bisher nicht möglich, die Behandlung erfolgt rein symptomatisch mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie den Kortikoiden sowie in relativ ruhigen Krankheitsphasen durch sorgfältige und umfassende Hautpflege.

Seit kurzem gibt es eine weitere Behandlungsmöglichkeit durch Anwendung des Wirkstoffs Pimecrolimus, der als einprozentige Creme (Douglan®) auf den Markt kommt. „Das neuartige Prinzip ist als klarer Therapiefortschritt zu werten“, erklärte Professor Dr. Thomas A. Luger aus Münster bei einer Pressekonferenz des Unternehmens 3M Medica in Neuss. Pimecrolimus greift nach seinen Worten direkt in das immunologische Geschehen bei der Neurodermitis ein. Der Wirkstoff hemmt das Enzym Calcineurin und verhindert so in den Hautzellen die Freisetzung von Botenstoffen, die die weiteren Entzündungsprozesse hervorrufen. Wird die Konzentration dieser proinflammatorischen Zytokine zurückgefahren, klingt die akute Symptomatik rasch ab. „Durch die neue Wirkstoffkomponente lässt sich der Juckreiz bei rund 50 Prozent der Patienten innerhalb von nur zwei Tagen vollkommen zum Verschwinden bringen“, erläuterte Luger in Neuss. Auch die Entzündungsreaktion werde deutlich gebessert.

Weniger Nebenwirkungen als bei Kortisontherapie

Pimecrolimus verursacht nach den Worten des Dermatologen weniger Nebenwirkungen als Kortison-Präparate. Ebenso hat diese Methode den Vorteil, nicht nur im akuten Schub, sondern auch vorbeugend wirksam zu sein. So können Patienten mit atopischer Dermatitis den Immunmodulator bereits auftragen, wenn sie spüren, dass sich ein akuter Schub ankündigt. „Die Betroffenen wissen in aller Regel, wann die Hauterscheinungen wieder aufblühen“, so Luger. Der Ausbruch der Symptomatik kann aber durch das rechtzeitige Auftragen der neuartigen Creme oftmals verhindert werden oder der akute Schub lässt sich zumindest deutlich abschwächen.

Das neue Präparat, das nach Luger bei Erwachsenen wie auch bei Kindern angewandt werden kann, ist zudem gut verträglich. Es wurden im Rahmen klinischer Studien bislang mehr als 20 000 Patienten behandelt und es liegen Therapieerfahrungen von zum Teil über drei und vier Jahren vor. Dabei wurden laut des Wissenschaftlers keine systemischen Nebenwirkungen beobachtet, keine Hautatrophie und keine Photokarzinogenität. Ebenso fand sich kein Hinweis auf eine Sensibilisierung, Rebound- Phänomene oder eine Tachyphylaxie. Der Wirkstoff hat sich nach Angaben des Mediziners vielmehr als gut verträglich erwiesen und das auch bei Anwendung in besonders empfindlichen Hautregionen, beispielsweise dem Gesicht.

Christine Vetter
Merkenicherstraße 224
50735 Köln

 


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