Gesundheit im Urlaub

Wenn Montezuma Rache schwört

Der Katalog preist die Oase in den höchsten Tönen: Cocktails unter Palmen, sagenhafte Strände, auch die Küche soll vorzüglich sein. Vor Ort ergibt sich dann ein anderes Bild: Moskitos piesacken die Touristen, das Klima drückt aufs Herz, das Fischfilet liegt zentnerschwer im Magen. Pures Schicksal, wenn der Traumurlaub missglückt? Nein, denn mit etwas Vorbereitung lassen sich Krankheit, Stress & Co. vermeiden.

Die Füße dick wie die von Elefanten, der Kopf wummert nach dem Endlosflug. Ein Schritt auf die Gangway – peng! Die Schwüle versetzt dem Fluggast den K.-o.-Schlag. 20 Stunden Jetten ist kein Pappenstiel. Um es dennoch unbeschadet wegzustecken, sollten Passagiere…

• …sehr viel trinken, denn ab 2 000 bis 2 500 Metern Höhe sinkt die Luftfeuchtigkeit auf zehn Prozent. Dabei auf Kaffee, Tee und Alkohol verzichten – diese Getränke wirken zusätzlich entwässernd.

• …zwischendurch Zehen und Füße bewegen. Denn in der Bretterklasse herrscht akute Staugefahr: Enge Sitze, kombiniert mit wenig Beinfreiheit, erhöhen das Thromboserisiko. Das Blut wird dick, verstopft die Gefäße in Herz, Lunge, Gehirn – der Herzinfarkt steht bevor. Jedem zehnten Passagier droht das Gerinnsel in den Venen. Dicke, Ältere und Schwangere sind besonders in Gefahr. Doch mit Stützstrümpfen aus der Apotheke überstehen auch sie die strapaziöse Reise. Die Blutverdünner Heparin und Acetylsalicylsäure (ASS: 100 Milligramm) können das „Economy-Class-Syndrom“ ebenfalls verhindern.

Herz rutscht in die Hose

Auf die Erdumkreisung können sich Fluggäste natürlich lange vorher einstellen. Wem das Herz schon beim Gedanken an den Riesenvogel in die Hose rutscht, kann die Flugangst im Vorfeld mit gezielten Strategien vertreiben. Vom autogenen Training bis hin zum Probeflug im Simulator wird in speziellen Seminaren alles angeboten. Packt einen über den Wolken plötzlich doch die Panik, kann er zur Not ein (!) Glas Rotwein ordern.

Wenn der Flieger verschiedene Zeitzonen durchquert, vermiest der so genannte Jetlag mitunter die ersten Ferientage: Erst sind die Neuankömmlinge erschöpft, dann wieder putzmunter, obendrein knurrt ihr Magen zu den unpassendsten Zeiten. Um diese Durststrecke zu überwinden, ist es wichtig, sofort die innere Uhr auf neue Ortszeit umzustellen. Leichtverdauliche kohlenhydrathaltige Speisen machen müde, eiweißreiche eher fit. Hilfe gibt es auch in der Apotheke: Das körpereigene Hormon Melatonin beeinflusst, von außen zugeführt, ebenfalls den Schlaf-Wach-Takt. Nach der Ankunft heißt es für Urlauber ohnehin: Alles langsam angehen lassen – nur dann kann der Körper sich akklimatisieren. Für Frauen, die die Pille nehmen, ist Kopfrechnen angesagt: Trotz Zeitumstellung muss das Verhütungsmittel nach dem alten Takt genommen werden.

Selbstverständlich sind stundenlange Sonnenbäder zu Beginn tabu. Denn mit einem Sonnenbrand in heißen Ländern ist nicht zu spaßen – die Verbrennungen sind schmerzhaft, das Hautkrebsrisiko ist hoch. Wer in der prallen Mittagshitze brutzelt, riskiert überdies einen Sonnenstich. Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor (LSF 20 plus), leichte T-Shirts mit Arm und eine Kopfbedeckung – am besten inklusive Nackentuch – sind vor allem für Kinder und Menschen mit vielen Muttermalen ein absolutes Muss. Aber aufgepasst: Der Lichtschutzfaktor entfaltet seine volle Wirkung erst nach einer Stunde, will sagen, schon vor dem Gang zum Strand ist Eincremen Pflicht. Und Nase und Ohrläppchen nicht vergessen: Sie kriegen eine extra Schicht (LSF 30) verpasst. Den besten Augenschutz liefert eine Sonnenbrille mit UV-Filter vom Optiker. Kommen alle guten Ratschläge zu spät: Bei Erythemen heilt die kühlende Lotio alba mit Hydrokortisonzusatz (0,5 bis ein Prozent). Haben sich bereits Blasen gebildet, können auch Steroide wie Fluocortolon (0,05 Prozent) auf Lotio-Grundlage aufgetragen werden. Unmittelbar nach dem Sonnenbraten helfen einmalig ein Gramm ASS und 400 bis 1000 Milligramm Vitamin C. Als sekundärer Lichtschutz wirkt bei heller Haut sehr gut Loratin. Erste Hilfe bei Sonnenstich: viel Wasser trinken und die Beine hoch legen.

Sonnen ja, Deo nein

Antibiotika, Diuretika, Antidiabetika, Antirheumatika und Neuroleptika / Antihistaminika rufen je nach Medikament und individueller Veranlagung manchmal Überempfindlichkeitsreaktionen hervor. Betroffene sollten den Beipackzettel daher gründlich lesen und auf den Hinweis möglicher phototoxischer Reaktionen achten. Nichts anderes zählt in Sachen Deos, Parfüms, Kosmetika: Sonnenanbeter sollten auf sie verzichten, weil auch sie die Sensibilität auf UV-Strahlen massiv erhöhen. Reflektierende Oberflächen wie Schnee, Sand und Wasser verstärken die UV-Strahlen gleichermaßen. Beim Schnorcheln empfiehlt sich ein hoher, wasserfester Sonnenschutz, von Vorteil ist ein T-Shirt, da die Strahlung bis zu einem Meter in die Tiefe reicht.

Für den Poolurlaub gilt dasselbe wie für den Survivaltrip: viel trinken, wenig anstrengen. Ansonsten winken Hitzekollaps oder Hitzschlag.

Im Rausch der Tiefe

Die Korallenriffs verlangen förmlich nach einer Unter-Wasser-Exkursion? Aber bitte nicht einfach die Sauerstoffflasche anschnallen und abtauchen! Aus Spaß wird jäh Ernst: Für etwa 50 deutsche Tauchfans endet das Unter-Wasser-Abenteuer jedes Jahr tödlich. Viele überschätzen sich gnadenlos, kennen weder ihre eigenen Grenzen, noch die Meerestücken.

Steigt ein Taucher ab, nimmt der auf den Körper wirkende Umgebungsdruck rapide zu. Umgekehrt dehnt sich die unter Druck komprimierte Luft beim Aufstieg wieder aus und vergrößert ihr Volumen auf das Vierfache. Manche Hasardeure gehen 80 Meter und tiefer hinab – kein Wunder also, wenn Komplikationen auftreten, von Schmerzen in Ohr und Nasennebenhöhlen, über Tiefenrausch, Panikattacken unter Wasser bis hin zu Lungen- und Trommelfellrissen. Das „Barotrauma“ macht selbst vor den Zähnen nicht Halt: Die Druckunterschiede reichen aus, um defekte Zahnfüllungen und undichte Inlays zu lösen – sie können sogar einen Zahn zum Bersten bringen. Prothesenträger nehmen ihre Dritten sicherheitshalber vor dem Tauchgang heraus, ehe sie sich im Mund verschieben, in die Atemwege geraten oder verloren gehen. Ein Mundschutz sichert – wie bei anderen Sportarten auch – die Zähne zusätzlich.

Wenn Patienten auf Tauchstation gehen wollen, sollte der Zahnarzt vorher unbedingt die Zähne checken!

Doch nicht nur der Abgang hat es in sich: Ein zu rasches Auftauchen kann die Dekompressionskrankheit (DCS) auslösen. Die Symptome – Unwohlsein, stechende Gelenkschmerzen, Hautrötungen (bekannt als „Taucherflöhe“) und lebensbedrohliche arterielle Gasembolien – sind besonders hinterlistig: Sie treten nämlich zeitverzögert auf. Dabei könnten viele Unfälle vermieden werden:

• Ein Tauchtraining mit Trainer in heimischen Gewässern ist gerade für Anfänger optimal, um sich mit der Unterwasserwelt vertraut zu machen.

• Damit der Körper die Belastung aushält: regelmäßig Sport treiben. Apropos „Fitness & Dive“: Einige Malariapräparate, beispielsweise Mefloquin, schmälern die Leistungsfähigkeit enorm!

• Vor dem Tauchgang gilt: Finger weg vom Alkohol!

• Nie allein tauchen, sondern immer in der Gruppe oder zumindest mit einem Partner.

• Das Abtauchen in stark sinkende Wassertemperaturen vermeiden.

Was zudem viele nicht wissen: Frühestens 24 Stunden nach dem letzten Tauchgang darf man wieder in den Flieger hüpfen, bei Wiederholungstauchgängen erst nach 48 Stunden. Wer direkt aus den Flossen in die Lüfte steigt, muss mit einem Barotrauma rechnen.

Melonen: oft außen hui, innen pfui

In tropischen und subtropischen Gefilden leiden bis zu 40 Prozent der Urlauber unter Montezumas Rache. Nur diejenigen bleiben vom Dünnpfiff verschont, die sich strikt an die Hygieneregeln halten – tatsächlich machen dies aber nur drei Prozent aller Touristen. Doch selbst mit bestem Willen ist Vorbeugen einfacher gesagt als getan: Manch fliegender Händler spritzt verdrecktes Wasser in seine Melonen, damit sie mehr Gewicht auf die Waage bringen; andere manipulieren die Kronkorken der Wasserflaschen. Diesen Tricks steht der Urlauber hilflos gegenüber.

Bewährt hat sich die Strategie „Peel it, boil it, cook it, or forget it“, auf gut Deutsch „Schäl es, koch es, brat es oder vergiss es!“ Im Klartext: Keine ungeschälten Früchte, weder rohen Fisch, noch halbgares Fleisch oder wieder aufgewärmte Gerichte essen, auch Leitungswasser gehört zu den „Don’ts“. Selbst zum Zähneputzen sollte man besser abgekochtes Wasser nehmen.

Also „Nein“ zu Sushi, Tartar, Eis, Pudding und Salaten: Hier lauern Amöben, Salmonellen, Shigellen, Hepatitis-A-Viren, Pilze, Parasiten und Wurmeier. Auch Tiefkühlkost ist nur mit Vorsicht zu genießen: Ist die Kühlkette einmal unterbrochen, nisten sich auch hier Krankmacher ein.

Wer auf coole Drinks steht, sollte diese lieber lauwarm schlürfen anstatt mit Eiswürfeln gekühlt. Schlauköpfe achten außerdem darauf, dass Getränke erst am Tisch – nicht vorher – geöffnet werden. Nur dann kann der Gast sicher sein: Die Wasserflaschen wurden nicht mit Leitungswasser aufgefüllt. Einige Länder düngen im Übrigen noch mit menschlichen Fäkalien.

Teilweise streut man auf verdorbene Speisen auch einfach eine extra Prise Chili, damit der Gast das Übel nicht erschmeckt. Egal, wie gut es duftet: Den leckeren Happen vom Straßenstand sollte man sich sparen. Mittlerweile sind die Standards in vielen Pauschalhotels jedoch durchaus akzeptabel. Generell gilt: Je kürzer der Weg zwischen Kochtopf und Teller, desto besser.

Was aber tun, wenn es einen voll erwischt? Viel trinken ist in jedem Fall das A und O. Eine Diät aus gezuckertem Tee, Cola und Salzstangen, eventuell Elektrolytlösungen, gleichen Flüssigkeits- und Salzverluste aus. Vorsicht bei stopfenden Medikamenten, wie zum Beispiel Loperamid: Sie lindern zwar erstmal die Beschwerden, behindern aber die Ausscheidung der Erreger. Unbedingt unterbleiben sollte das früher hochgelobte Heilfasten.

Auf keinen Fall dürfen Kranke länger als 48 Stunden an sich selbst „herumdoktern“, Kinder müssen noch früher zum Arzt. Ist der Durchfall schleimig und blutig, hilft nur der Gang zur Ambulanz. Weil Antibiotika lediglich gegen bestimmte Erreger wirken, dürfen sie nur nach vorheriger Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Hält der Durchfall nach der Heimreise noch an, ist ebenfalls eine ärztliche Untersuchung nötig. Von einer Durchfallprophylaxe raten hingegen viele Tropenmediziner ab: Die Prophylaxe erfasst nie alle Erreger. In Thailand sind etwa 80 Prozent der Durchfall auslösenden Bakterien gegen Chinole resistent.

Kleine Mücke, große Pein

Ein Reisedurchfall setzt den Geplagten zwar einige Tage außer Gefecht, ist aber in der Regel harmlos. Bei diffusen Symptomen wieFieber, Puddingbeine, Schüttelfrost, sollte der Tropengast allerdings aufhorchen: Dies können erste Hinweise auf eine Malaria sein. Die Merkmale sind vielfältig – eine 100-prozentig sichere Diagnose kann der Arzt deshalb nicht stellen. Aufschluss gibt allein die Blutanalyse, bei der der rote Saft auf Malariaerreger geprüft wird. Die Inkubationszeit beträgt allerdings mindestens sieben Tage.

Schon vor 2 500 Jahren ahnte man die Verbindung zwischen Krankheit und den Sumpfgewässern vor den Städten: „Mal aria“ ist italienisch und bedeutet „schlechte Luft“. Im Jahre 1897 erbrachte der Arzt Alphonse Laveran endlich den Beweis: Eine kleine Mücke überträgt die Infektion. Die Weibchen der Anophelesmücke dienen den Plasmodien als Wirt. Sticht das Insekt zu, ist auch der Mensch infiziert. Drei Malariatypen gibt es: Die Malaria tropica ist lebensbedrohlich, während die Malaria tertiana und die Malaria quartana nur selten zum Tod führen.

Die gute Nachricht: Jede Malaria ist heilbar, sofern sie rechtzeitig behandelt wird. Dennoch werden in Deutschland um die 1 000 Malariafälle jährlich gezählt – drei Prozent der Patienten sterben. Die meisten Erkrankungen wären vermeidbar, doch die Kranken verschenken zu Beginn der Krankheit viel Zeit, weil sie erste Warnzeichen nicht ernst nehmen. Dieser Zeitverlust entscheidet aber wesentlich mit über das Schicksal des Patienten.

Praktische Tipps geben die Tropeninstitute: Ihre Experten wissen, ob im Reiseland Malaria grassiert. Riskant sind auf jeden Fall Trips in Regionen südlich der Sahara bis zum Norden Namibias, Botswanas und Südafrikas. Auch in Mittel- und Südamerika, insbesondere im Amazonasbecken, und in vielen Landstrichen Asiens, vor allem Südasiens, ist das Malariavorkommen hoch. Innerhalb einzelner Zonen kann das Malariarisiko regional und saisonal ständig schwanken, sodass der Tropentourist seine medikamentöse Versorgung stets seiner Reiselage anpassen muss.

Selbst auf deutschen Flughäfen haben sich schon Urlauber infiziert – durch blinde Passagiermücken aus den Epidemiegebieten. Wie kann der Tropengast nun eine Ansteckung in punkto Sumpffieber verhindern? Einmal kann er sich vor dem Überträger, das heißt, vor Mückenstichen, schützen. Zum anderen vor dem Erreger, nämlich mit Malaria-Medikamenten. Einen absoluten Schutz vor Malaria gibt es freilich nicht! Wer in Malariagebiete reist, dem hilft vorbeugend die Chemoprophylaxe. Allerdings eignen sich hier nicht alle Anti-Malariamittel: Einige weisen erhebliche Nebenwirkungen auf, gegen viele ist die Mücke bereits resistent. Ob Lariam, Chloroquin oder Malarone – die Wahl ist abhängig von Reiseziel, -zeit und -dauer.

Sparfüchse, die ihre Prophylaxe in Südostasien kaufen wollen, seien gewarnt vor „Copycats“! Das sind Arzneimittelfälschungen, die zwar die Wirkstoffe des Originalpräparats enthalten, hingegen nicht die gleiche Qualität oder Zusammensetzung bieten. Diese Mittel sind zwar billiger, dafür jedoch wirkungslos. In manchen Ländern der Dritten Welt sollen bis zu 80 Prozent der Arzneimittel Kopien sein.

Eine Selbstbehandlung sollte im Übrigen nur dann durchgeführt werden, wenn innerhalb von 24 Stunden kein Arzt erreichbar ist.

Die beste Vorbeugung lautet natürlich: Gar nicht erst stechen lassen. Wie das geht?

• Körperbedeckende, dunkle Kleidung tragen, zum Beispiel langärmlige Oberteile, lange Hosen, Fußknöchel bedeckende Socken: Mücken hassen dunkle Farben! Feste Schuhe und Hosenbeine schützen außerdem vor Schlangen und Reiz auslösenden Pflanzen.

• Insektenabweisende Mittel in Form von Cremes, Lotions und Sprays auf unbedeckte Hautstellen auftragen. Cremes wirken übrigens länger als Sprays.

• Aerosole, Verdampfer, Kerzen, Räucherspiralen und Stecker im Wohn- und vor allem im Schlafbereich benutzen: Sie töten die Insekten oder halten sie zumindest fern.

• In der Dämmerung und nachts in mückengeschützen Räumen aufhalten.

• Über dem Bett ein Moskitonetz anbringen. Der Schlafende darf das Netz nicht berühren, ansonsten findet die Mücke die Kontaktstelle und labt sich an der Blutmahlzeit.

• Im Dschungel sollte der Schlaf- und Ruheplatz abseits von stehenden Gewässern, Gräben und Wassertonnen liegen.

• Während der Regenzeit Reisen in Hochrisikogebiete meiden.

Auf die Malaria-Schnelltests sollte man nicht bauen, denn sogar ein negatives Ergebnis schließt die Malaria nicht aus. Bei jedem Verdacht – unabhängig vom Testergebnis – ist eine ärztliche Untersuchung absolut notwendig. Schwangere und Stillende sollten das „Abenteuer Tropen“ generell aus dem Kalender streichen. Bei keinem Medikament ist gewiss, dass die Einnahme nicht dem Baby schadet. Andererseits impliziert Malaria in der Schwangerschaft ein hohes Risiko für Mutter und Kind.

Ein Piks hilft

Krank sein im Urlaub tut doppelt weh. Anders als bei Malaria hilft bei Epidemien wie etwa Typhus, Gelbfieber, Hepatitis und Diphterie schon ein kleiner Piks – die Impfung. Bei Fernreisen sollten sich Urlauber früh genug informieren, welche Impfungen in den jeweiligen Ländern sinnvoll sind, vor jeder Reise in ein südliches Land sollten sie den Basis-Impfschutz auffrischen lassen. Schon für Mittelmeerurlauber ist eine Hepatitis-A-Impfung empfehlenswert. Je nachdem, wohin die Reise geht, legt der Arzt den Impfplan fest: Hier steht, welche Impfungen in welchen Abständen erfolgen.

Pünktlich zur Frühsommerzeit meldet sich in der Heimat ein anderer Plagegeist zurück: die Zecke. Sie ist Überträger der Borreliose und des „Frühsommer-Meningo-Enzephalitis-Virus“ (FSME).

Bei der Borreliose entsteht meist eine Wanderrötung der Haut. Im späteren Krankheitsverlauf kann sie auch Gelenke und Gehirn in Mitleidenschaft ziehen. Die Heilungschancen sind umso besser, desto früher eine effiziente antibiotische Behandlung erfolgt. Ein guter Impfstoff ist bislang noch nicht in Sicht: Doch mithilfe langer Hosen und langärmliger Shirts kann man dem Vampir in seine Suppe spucken. Ansonsten hilft nur eins: Täglich die Haut absuchen. Hat sich ein Übeltäter angedockt: Bloß nicht zerquetschen! Sonst leert die Zecke das virus- und bakterienhaltige Sekret prompt in die Bissstelle. Besser: den Holzbock mit einer Pinzette schnell am Kopf herausziehen, nicht drehen, und die Wunde desinfizieren. Es gibt auch eigens Zeckenzangen, die den Holzbock aus dem Fleische drehen.

FSME tritt im Unterschied zur Borreliose nur in bestimmten Gebieten Deutschlands und Mitteleuropas auf. Betroffene leiden oftmals unter Kopfschmerzen. Meist verläuft die Krankheit aber gutartig. Gerade bei Älteren können indes neurologische Schäden zurückbleiben. Vereinzelt kommt es zu Todesfällen. Zwar existiert noch keine medikamentöse Therapie – wer sich impfen lässt, ist aber in jedem Fall auf der sicheren Seite. Der Insektenschutz allein reicht nicht aus, da die Virusinfektion unmittelbar nach dem Biss erfolgt.

Nicht nur Pflaster müssen in die Tasche

Vor Krankheiten, Epidemien und dem Ozonloch fürchten sich die meisten Touristen. Doch im Gegensatz zur landläufigen Meinung zählen Unfälle zu den häufigsten Gründen, warum der Urlaub in der Klinik endet. Bei längeren Bergtouren ziehen sich gerade Ungeübte vielfach Abschürfungen, Prellungen und Blasen zu. Offene Wunden sollten sofort gereinigt werden, denn eine kleine Hautverletzung kann schlimme Folgen haben, wenn sie sich entzündet. Ein Notfallkit darf deshalb in keiner Reisetasche und in keinem Rucksack fehlen.

Was aber kann der Unglücksrabe tun, der sich auf weiter Flur den Zahn ausschlägt? Hier leistet die Zahnrettungsbox im Ernstfall Hilfe: Der Zahn überlebt in der speziellen Zellnährlösung bis zu 30 Stunden. Auch Spangenträger können relaxt in Urlaub fahren: Hat sich ein Draht gelöst, kann dieser mit einem Seitenschneider abgeschnitten werden. Spezieller Wachs deckt Druckstellen ab. Sogar auf die Wüstensafari kann man sich glänzend vorbereiten: Ein extra Zahnkit dichtet Füllungen und Inlays ab – selbst bei der holprigsten Fahrt im Jeep bleibt damit jeder Zahn intakt. Freiliegende Zahnhälse sollte der Zahnarzt dieweil vor der Tour desensibilisieren. Was die Zähne betrifft, sollten die Patienten rechtzeitig Vorkehrungen treffen: Viele Behandlungen haben einen langen Vorlauf:

Doch egal, wie gut die Vorbereitung ausfällt: Unverhofft kommt bekanntlich oft. Hauptsache ist, die Betroffenen sind bei einem Arzt gut aufgehoben. Und zu guter Letzt: Wer eine Reise tut, will danach schließlich auch viel erzählen…

INFO

Don’t get hit – lass dich nicht überfahren, don’t get bit – lass dich nicht von Moskitos und anderen Tieren beißen, don’t get lit – betrinke dich nicht and don’t eat shit – achte darauf, was du isst.

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