Psychiatrie

Suizid nach Kindstod

Der Tod eines Kindes verkürzt das Leben der Eltern, insbesondere der Mütter signifikant. Die Wahrscheinlichkeit eines Suizids sowie das Risiko eines schweren Unfalls vervierfachte sich in den Jahren nach einem solchen Schicksalsschlag besonders bei der verwaisten Mutter. Ähnlich verhielt es sich bei Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die verwaisten Väter sind ebenfalls gefährdet, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie ihre Frauen. Bei ihnen steigt das Risiko eines Suizides oder Unfalls um das Doppelte. Dies ist das Ergebnis eines Studie an 21 000 Eltern, deren Kinder zwischen 1980 und 1996 gestorben waren im Vergleich zu einer sonst vergleichbaren Gruppe von Eltern ohne dieses Schicksal.

Jörn Olsen und seine Mitarbeiter stellen im Lancet (http://www.thelancet.com) ihre Ergebnisse vor und vermuten als Pathomechanismus, dass Trauer und Stress der Eltern nach dem Tod eines Kindes gleichermaßen depressiv stimmen und die Achtsamkeit auf Unfall- und Krankheitsrisiken vermindern.

T. U. Keil