Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

„Mens sana in corpore sano“ – das mag für moderne Ohren irgendwie abgedroschen und nach vermuffter Altphilologie klingen. Der römische Satiriker Iuvenal hielt es für wünschenswert, dass in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist sei. Der Mann hatte Recht. Heute, im Zeitalter von Wellness, Fitness und einem verstärkten Bewusstsein über gesundes Essen, gesunde Lebensweise und ein Mehr an Lebensqualität, ist dieser Wunsch aktueller denn je.

Viel dreht sich in der öffentlichen Diskussion um gesunde Ernährung. Nicht nur die Laienpresse, auch die Fachliteratur beschäftigt sich damit. Das reicht bis in die Zahnmedizin hinein. Ernährung gilt als eine der vier klassischen Säulen der Prophylaxe.

Zahnärztliche Ernährungsempfehlungen haben im Laufe der Zeit beträchtliche Entwicklungen erfahren. Was vor 50 Jahren noch als „state of the art“ galt, ist heute schon längst überholt. Die Ernährungslenkung durch den Zahnarzt hat sich inhaltlich weiterentwickelt. Fluoride sind mittlerweile fester Bestandteil der Kariesprophylaxe, der kariesprotektive Stellenwert von Fetten und anderen Substanzen wird vermehrt untersucht, Zucker-Stärke-Kombinationen werden verstärkt beachtet und Säuren treten als erosionsfördernde Nahrungsbestandteile in den Vordergrund der Betrachtungen.

Um zu einer gesunden Ernährung beizutragen, müsste auch das Lebensumfeld verändert und dadurch eine gesunde Lebensweise für alle umsetzbar gemacht werden. Hier kommt die Forderung nach Public-Health-Strategien mit ins Spiel. Denn eigentlich geht es um viel mehr, nämlich um den ganzheitlichen, den präventiven Ansatz der oralen Medizin, bei dem die Ernährung ein Unterkapitel bildet. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse beziehen gesellschaftliche Veränderungen mit ein – und damit geht es letztlich um Systemfragen zur Prävention und um Strategien zur präventiven Gesundheitspolitik.

Es gibt viele Ansätze, den Präventionsgedanken in den Köpfen zu etablieren. Die Zahnärzteschaft hat hier schon eine Menge erreicht und kann in Sachen Prävention große Erfolge vorweisen. Man erinnere sich nur an die ernormen Verbesserungen der Karieswerte in den letzten Jahren. Inwieweit hier ein neues Präventionsgesetz, das derzeit bei der Politik in der Mache ist, zumindest in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde noch neue Akzente setzen kann, mag mal dahingestellt beleiben.

Akzente in Richtung zahnärztlicher Prävention wird es im laufenden Monat reichlich geben. Der September ist wieder der „Monat der Mundgesundheit“ – eine Aktion der Firma Colgate mit fachlicher Unterstützung der Bundeszahnärztekammer. Und traditionell rund um den 25.9. finden wieder zahlreiche Aktionen in den Ländern rund um den Tag der Zahngesundheit statt. Im Fokus: Prävention, Ernährung und alles Wissenswerte rund um die orale Gesundheit.

Mit freundlichen Grüßen

Gabriele Prchala
Chefin vom Dienst