Fortbildungsteil 2/2004

Rund um die Funktionsdiagnostik

Zahnersatz soll nicht nur ästhetisch sein und den Patienten funktionsgerecht und damit „bissfest“ rehabilitieren, er soll auch in das Gesamtgefüge der Gesichtsmuskulatur passen. Geschieht das nicht, so können Schmerzen auftreten, die nicht nur im Gebiss, sondern auch am Kopf oder Nacken lokalisiert sind. Solche Schmerzen können aber auch noch andere Ursachen als einen nicht passenden Zahnersatz haben, wie unser großer Herbstfortbildungsteil zeigt. Ob die Informationen, die die einzelnen Beiträge liefern, richtig verstanden wurden, kann per Mausklick in zm-online.de überprüft werden. Bei sieben richtig beantworteten Fragen gibt es einen Fortbildungspunkt für die Zeitschriftenfortbildung.

Privatdozent Dr. Oliver Ahlers, Hamburg, beschreibt die allgemeinen Grundprinzipien der Funktionsanalyse, die kürzlich von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) festgeschrieben wurden. Er stellt damit ein aktuelles Diagnoseschema zur therapiespezifischen Erfassung von Anamnesen und Befunden bei craniomandibulärer Dysfunktion (CMD) auf, das für den Praktiker von großer Bedeutung ist.

Prof. Dr. Hans-Christof Lauer und Dr. Paul Weigl, Frankfurt, gehen in ihren Ausführungen auf die schwierige Differentialdiagnose bei CMD ein. Denn häufig kommen die Patienten mit ihren Beschwerden, diffusen Kopf- und Gesichtsschmerzen, zu allererst in die Zahnarztpraxis, wie es der Alltag zeigt. Hier gilt es, frühzeitig die Weichen für die richtige Therapie zu stellen.

Die Verwendung von Okklusionsschienen gilt als eine der häufigsten Methode zur Therapie der CMD. Prof. Dr. Wolfgang Freesmeyer, Berlin, stellt die verschiedenen Schienenformen vor, erläutert ihre Funktionen und diskutiert ihre Indikationen sowie Kontraindikationen.

Schmerzzustände im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich werden nicht selten durch Selbstmedikation kupiert. Aber auch in der zahnärztlichen und ärztlichen Therapie können Schmerz ausschaltende Medikamente durchaus zur Therapieunterstützung herangezogen werden. Dr. Markus Fußnegger, Berlin, stellt alle für die CMD Therapie möglichen Stoffklassen vor und diskutiert ihre Vorund Nachteile sowie ihre Indikationen. Er zeigt in seinen Ausführungen, dass die Symptome der unterschiedlichen Ursachen der CMD durch den gezielteren Einsatz bestimmter Medikamente effektiver gelindert werden können.

Funktionsstörungen im orofazialen Bereich können auch durch allgemeine orthopädische Probleme ausgelöst werden. In vielen Fällen ist es daher nötig, eine Konsiliarbehandlung beim Facharzt zu veranlassen. Liegen orthopädische Ursachen vor, so ist nicht selten eine physiotherapeutische Behandlung angezeigt, wie die Ausführungen von Dr. Horst-W. Danner und Martina Sander zeigen.

Verantwortlich für den
Fortbildungsteil:

Prof. Dr. Elmar Hellwig
Prof. Dr. Detlef Heidemann
Susanne Priehn-Küpper

Weitere Bilder
Bilder schließen