Philipp-Pfaff-Institut Berlin

Volles Programm

Eine kleine, grüne Straße in Berlin-Wilmersdorf. Hier, direkt im Hause der Zahnklinik, sitzt das Pfaff-Institut. Doch die Beschaulichkeit täuscht: Hinter der 50er-Jahre-Fassade herrscht Hochbetrieb. Die letzten Vorbereitungen für den Berliner Prophylaxetag sind in vollem Gange – der Count-down läuft.

Türen schwingen, Telefone klingeln: kurz vor Mittag im Philipp-Pfaff-Institut. Mitarbeiter checken Listen, ordnen Programme, werfen sich ins weiß-blaue Pfaff-Outfit. So erlebt die elfköpfige Mannschaft um Pfaff- Chefin Dr. Christine Jann heute die berühmte „Ruhe vor dem Sturm“.

Zur selben Zeit am Ku’damm: Zahnärzte und Zahnarzthelferinnen drängeln sich um den Pfaff-Stand und bestürmen Kathrin Rothe, Janns rechte Hand für dieses Event, mit Fragen. Der „Berliner Prophylaxetag“, jährliches Highlight der Fortbildungsarbeit, startet.

Seit neun Jahren organisiert das Pfaff-Team die Veranstaltung rund um das Thema Prophylaxe, mit wachsendem Erfolg. Mittlerweile steht der Kongress bei vielen als fester Termin im Kalender. Dieses Jahr haben sich rund 600 Gäste angemeldet, allein 405 wollen an den Workshops teilnehmen.

Der Mix macht’s

Das Pfaff ist die Fortbildungseinrichtung der Zahnärztekammern Berlin und Brandenburg und befindet sich unter einem Dach mit der Zahnklinik des Uniklinikums Benjamin Franklin der FU Berlin. Eine perfekte Lage, denn der Mix aus Forschung, Lehre und Fortbildung lockt Wissenschaft und Praxis gleichermaßen. Alle Räume sind auf dem neuesten Stand der Technik, je nach Bedarf ausgestattet mit Monitoren und Phantom- Arbeitwsplätzen. Werden Vortragssäle und weiteres Equipment benötigt, hilft die Klinik. Über 3 500 Zahnärzte, Zahnarzthelferinnen, Zahnmedizinische Fachangestellte und Zahntechniker pro Jahr nutzen das Angebot. Für 2005 stellte Jann mit ihrer Crew ein noch umfassenderes Fortbildungsprogramm auf die Beine. Insgesamt 250 Kurse enthält der neue Katalog, unter anderem fünf Curricula für Kinder- und JugendzahnMedizin, Parodontologie, Hypnose und Kommunikation, Implantologie und Kieferorthopädie. Um dieses Gewicht zu stemmen, nahm Jann 205 Referenten aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz unter Vertrag. Fester Bestandteil sind zudem die Aufstiegsfortbildungen zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin (ZMP) und zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin (ZMV). Außerdem wieder im Angebot: die Bausteinfortbildung zur Fortgebildeten Zahnarzthelferin. Neu ist das Rahmenprogramm„Pfaff ON TOUR“: Tagsüber können sich die Teilnehmer fortbilden und abends Kultur und Sport in Berlin erleben.

INFO

Steile Karriere bei Hofe

Philipp Pfaff (1713-1766) beschäftigt sich als einer der ersten mit Mundhygiene und Prophylaxe. Früh wird der König auf den jungen Mann aufmerksam und lässt ihn nach Potsdam rufen. 1744 erhält er die Erlaubnis, in Berlin eine Barbierstube zu eröffnen und praktiziert mehrere Jahre, bevor er sich ganz der Zahnmedizin widmet.

Sich zu profilieren ist schwierig – zu viele Scharlatane treiben ihr Unwesen. Doch Pfaff schreibt 1756 sein erstes Lehrbuch: „Abhandlungen von den Zähnen des menschlichen Körpers und deren Krankheiten“. Ein Meilenstein, denn damit trägt er maßgeblich zur Etablierung der Zahnmedizin als eigene Disziplin bei. Davor galt die junge Zahnheilkunde als Unterabteilung der Chirurgie. Seine erfolgreiche Behandlungstätigkeit bei Hofe wird belohnt: Pfaff wird zum ersten und einzigen Hofzahnarzt ernannt. 1766 stirbt er an der „Brustkrankheit“, die heute als Tuberkulose gedeutet wird.

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