Praxispause für Urlaub und Feiertage – aber sicher

Schöne Bescherung

„Stille Nacht, heilige Nacht.” Wie heißt es in dem Weihnachtslied weiter so schön: „Alles schläft ...“. Eine junge, promovierte Zahnärztin nicht. Sie denkt am 24. Dezember spätabends an Ihre Praxis. Das tun andere auch. Doch diese Nacht bringt ihr – unerwartet – eine „schöne Bescherung“.

Heilig Abend ist vorbei. Geschafft vom Trubel ruhen sich die Zahnärztin Dr. N. und ihr Mann aus. Sie erinnert sich an das geplatzte Wasserrohr in der Praxis. Das ist zwar repariert, aber in dem nagelneuen Bürohochhaus laufen die Arbeiten noch auf Hochtouren, nur ihre Praxis ist bisher überhaupt eröffnet. Deshalb muss unbedingt der Haupthahn abgedreht werden. Hat sie heute vormittag daran gedacht? Sie ahnt Böses. Ins Schwarze trifft sie nicht, als sie sich um ihre Praxis sorgt.

Um zwei Uhr nachts macht ihr Mann sich auf den Weg zur Praxis, um nach dem Rechten zu schauen. Zu Recht. Kaum hat er die Haustür aufgeschlossen, hört er Lärm und dann ein Scheppern aus einer der oberen Etagen. Einbrecher! Er hat die Ganoven aufgeschreckt. Und das, was eben scheppernd zu Boden ging, war der Steri, wird er später feststellen. Jetzt aber rennt er wieder runter, auf die Straße, zum Taxi-Stand, bittet einen Fahrer um Hilfe. Der ruft die Polizei per Funk.

„Ertappt jemand einen Einbrecher auf frischer Tat, so ist das einzig Richtige, sich in Sicherheit zu bringen und mit der 110 die Polizei herbeizurufen. Wer kann, schließt noch die Türe ab und den Täter ein“, erläutert Kriminal-Hauptkommissar a.D. Thomas Kreuel den Grundsatz „körperliche Unversehrtheit ist wichtiger als Eigentum“. Er hat in knapp 30 Dienstjahren, zuletzt als Dienststellenleiter des Fahndungskommandos und Einsatzleiter in Kassel, vielschichtige Erfahrungen mit verschiedensten Kriminellen gesammelt. „Der Dieb will nicht erkanntwerden, er ist eben kein Räuber“, erklärt der Kriminale, „deshalb kommt er nachts im Düstern.“ Und entwischt bei Gefahr, so schnell er kann. So auch bei dem beschriebenen Einbruch in die Zahnarztpraxis Weihnachten 1997.

Kostbarer Zeuge

Der Taxifahrer sieht gerade noch, wie verdächtige Gestalten übers Dach türmen, einer mit einem Lampenarm über der Schulter. Der Fahrer wird für Dr. N. ein wichtiger Zeuge sein. Denn als die Polizei eintrifft und ihr Mann mit den Beamten in die Praxis geht, gibt es keine Spuren gewaltsamen Eindringens: Hier wurde weder gehebelt noch zerschlagen. Es ist überhaupt ein Praxiseinbruch der ganz besonderen Art: Im Flur liegt das Orthopantomogramm quer im Flur. Na prima, der Kredit ist gerade angezahlt, da haben Spezialisten die Geräte schon wieder ausgebaut. „Sie sind äußerst professionell, ja geradezu liebevoll vorgegangen, haben Leitungen gekappt und mit Schutzfolie umwickelt, alle Behandlungsstühle abgebaut, haben Sonden, Spiegel, Bohrer, ach, überhaupt das Inventar gekonnt zusammen- und weggetragen“, erinnert sich die Zahnärztin.

Die Diebe hatten sogar frei nach dem Motto „Macht auf die Tür, die Tor macht weit …“ damals noch offene Querverbindungen zum Nachbarhaus ausfindig gemacht, um ungeschoren die Beute in eine Nebenstraße zu schleppen und dort in einem bereitstehenden Lastwagen zu verstauen. Wollten offenbar sogar die Instrumentenschränke mitnehmen …

Die Praxis der Zahnärztin war Ziel einer organisierten Bande, die sich auf Hehlerei mit zahnmedizinischen Geräten ins Ausland spezialisiert hat. Genauer gesagt hatte. Denn inzwischen sitzen die acht Herren hinter Schloss und Riegel. Im November 2003 wurden die Profis aus dem ehemaligen Jugoslawien dingfest gemacht und wegen dieses und weiterer Einbrüche verurteilt.

Kriminalkommissar Kreuel erinnert sich an ähnliche Vorfälle: „Das ist ein relatives neues Phänomen gewesen, nach dem Mauerfall waren die Grenzen eben recht offen. Geklaute Röntgengeräte und Ähnliches, die gehen samt und sonders nach Osteuropa – Bulgarien, Rumänien, Russland.“ Bei dem Inventar aus dem Einbruch jedenfalls traf das zu.

Schwarze Schlüssel

Dr. N. und ihr Mann sind geschockt und ratlos. Und etwas perplex, als auch sie gecheckt werden, weil ein Versicherungsbetrug ja nicht auszuschließen wäre, wenn, ja wenn nicht der Taxifahrer die Geschichtebezeugen könnte. Wenigstens da hat Dr. N. Glück gehabt: Ihr Mann hatte die Täter auf frischer Tat ertappt, ein Zeuge bestätigte deren Flucht über die Dächer. Die Versicherung erkannte den Einbruch deshalb als solchen an, obwohl keine Spuren von Gewaltanwendung zu entdecken waren.

Gelegenheit für Diebe

Eine Umfrage bei Bundeskriminalamt und Landeskriminalämtern (LKA) ergab, dass Arztpraxen zwar zum Jahresbeginn häufiger von ungebetenen Gästen frequentiert wurden als zuvor, aber mittlerweile „nur“ ebenso oft wie andere Büros oder kleine Firmen. Ein schwacher Trost für all die Zahnärzte, die die geschilderten Erlebnisse aus eigener Erfahrung kennen. Denn der Aktionsradius organisierter Banden erstreckt sich auf die gesamte Bundesrepublik. Großstädte, wie Berlin, Hamburg und Köln, sind nur eine ihrer Spielwiesen.

Im Stuttgarter Vorort Fellbach können gleich vier Kollegen ein Lied davon singen, wie 1999/2000 ihre Praxen ausgeräumt und verwüstet wurden. Die Beute: Bohrer – samt Motoren – und chirurgische Instrumente, Zangen, Scheren und Pinzetten. Der Schaden war (in D-Mark) mehr als fünfstellig. „Morgens um sieben rief mich mein Kollege aus der Nachbarpraxis an, ein Urologe, bei mir seien die Vandalen gewesen!“, berichtet einer der vier Geschädigten, „so war ich vorgewarnt.“ Die Praxis war total verwüstet, die Tür mit Gewalt aufgebrochen. Die Versicherung monierte, er hätte die Deckungssumme nicht angepasst und übernahm nur einen Teil des Schadens. Der Zahnarzt fährt fort: „Die hatten alle Instrumente eingepackt, alles was sie in Taschen verstauen konnten. Aber einem der Kollegen erging´s noch schlimmer, dem haben sie auch noch alle Schläuche durchgeschnitten.“ Knapp zwei Monate zuvor hatten auf Dentalausstattung spezialiserte Einbrecher in Korn-Westheim zugeschlagen.

Im niedersächsischen Emsdetten wurde eine Praxis mitten in der Woche über Nacht ausgeräumt. Elektromotoren, ein Kupplungsstück, vier Hand- und Winkelstücke sowie Behandlungsbesteck verschwanden. Auch hier eine ähnliche Schadenssumme.

Joachim Zieschang, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Zentralstelle für Prävention beim LKA Sachsen, berichtet, dass organisierte Banden sich zwischenzeitlich auch Optikergeschäfte und Dentallabors ausgesucht hatten. Zurzeit gebe es jedoch keine derartige Entwicklung in Sachsen; die Zahl der Einbrüche in Arztpraxen sei bis März dieses Jahres vergleichbar wie 2002, im Jahr dazwischen seien aber deutlich weniger Fälle gemeldet worden. Andere LKAs bestätigen die verhältnismäßige Ruhe. Dennoch bedeuten die dunklen Winternächte für die Beamten erhöhte Alarmbereitschaft. Wer sein Inventar sorgfältig auf- gelistet habe, könne anhand dieser Unterlagen und besonderer Merkmale an den Geräten die Fahndung erleichtern, so der Hinweis der Beamten, doch bei organisierten Banden bleibe der Erfolg gering.

Schließlich hat nicht jeder so frische Rechnungen und Unterlagen für Polizei und Versicherung an der Hand wie Dr. N.. Wir haben uns erinnert, dass der Bauleiter uns seinerzeit statt der im Protokoll zunächst eingetragenen zehn Schlüssel nur neun übergeben hatte und konnten das nachweisen,“ erzählt Dr. N.. Deshalb konnten die Spitzbuben bei ihr mit einem „schwarzen Schlüssel“, wie manche Versicherer veruntreute Schlüssel auch nennen, ein und ausgehen. So kommen rund sechs Prozent aller Einbrecher hinein. 70 Prozent versuchen es mit Gewalt.

„Das Schloss habe ich nach dem Einbruch sofort gewechselt“, erklärt die zierliche Mittdreißigerin und rät zur Nachahmung: „Das möchte ich jedem Kollegen ans Herz legen, der eine Praxis aufmacht oder übernimmt!“, sagt sie und staunt noch heute, wie dezidiert die Halunken die Lage ausspioniert haben und wie professionell sie vorgingen.

„Die Diebe könnten es zu etwas zu etwas bringen, wenn sie die Arbeit offiziell machten!“, staunt Zahnarzt-Kollege Lars Kuhnke, als er von dem Vorfall hört. „Erst neulich habe ich einen alten Behandlungsstuhl abbauen lassen und die beiden Techniker haben allein dafür zwei Stunden gebraucht!“ In seiner Praxis in einem guten Vorortviertel im norddeutschen Mönkeberg wurde in 23 Jahren schon viermal eingebrochen. Stets lautete die Einschätzung der Polizei: „Beschaffungskriminalität“. Die treibt den Täter dazu, Fenster auszuhebeln oder Scheiben einzuschlagen, um – im Verhältnis zum angerichteten Schaden – kärgliche Beträge von nicht mal 100 Euro einzusacken und vielleicht noch die Kaffeemaschine, weil sie sich leicht weiter verscherbeln lässt. „Ich bin zwar gegen Vandalismus versichert, finde es aber ärgerlich, wenn wegen so etwas ein Thermo-Fenster für 5 000 Euro repariert werden muss,“ resümiert Kuhnke. Zumal die Prämien mit dem Aufwand der Versicherung steigen. Deren Anbieter haben den Markt jedenfalls scharf im Auge, haben schon die erste All-inklusive-Prämie als „Multi-Police“ entworfen.

Ein Kuhfuß an der Tür

Die kleinen Ganoven schlagen landauf landab zu, Hauptsache es geht leicht. Bei ihnen verbuchen die Beamten eher Erfolge. Als Anfang des Jahres die Praxisgebühr in den Medien Wellen schlug und Gelegenheitstäter mit der Nase auf mögliche Geldquellen stieß, entwickelte die Polizei den Folder „Programm Polizeiliche Kriminalprävention-Infoblatt: Sicherheit in Arzt- und Zahnarztpaxen“. Er liefert Tipps, wie der Arzt sich, Mitarbeiter und Praxis besser schützt. Vorrangig gilt das Motto: „Vorbeugen ist besser als aufräumen“.

Am häufigsten versuchen Einbrecher, Eingangstür oder Fenster mit einem „Kuhfuß“, dem Brecheisen, aufzuhebeln. Sind die ungesichert, geht das ruckzuck. Geübten genügt oft ein kleiner Schraubendreher. Verhindern lässt sich das Aufhebeln zum Beispiel mit Mehrfachverriegelung und mit Sperren an Schloss und Angel, zumindest an leicht erreichbaren Fenstern und Außentüren. Wie das geht, verrät die Polizei. „Die Polizei bietet vielerorts eine kostenlose Begehung für jeden an,“ gleich ob Privat- oder Geschäftsmann, berichtet Kreuel: „Die Kollegen von der Einbruchsicherung sind stets auf dem neuesten Stand, sie beraten produktneutral und schützen den Betreffenden auch vor unsinnigen Ausgaben.“ Sein Kollege aus Sachsen: „Gelegenheitstäter investieren kaum länger als drei bis fünf Minuten fürs Aufbrechen, aus Angst sonst entdeckt zu werden.“

Auch Klaus Hinderer von der Polizeidirektion Waiblingen bestätigt, bei vielen Einbrüchen in Arztpraxen blieb´s beim Versuch. Und die meisten dieser Einbrecher gehen dilettantisch vor und wollen nur schnell, schnell Bargeld einstecken; selten suchen sie dann noch nach Wertsachen, etwa nach einer Kamera oder Zahngold.

Vorsicht vor Versprechern

Gerade letzteres nehmen Betrüger ganz gerne den Zahnärzten ab, berichtet Zahnarzt Kuhnke von Vorfällen in seiner Umgebung. Als vermeintlich seriöse Geschäftsleute hätten Betrüger schon bei Kollegen vorgesprochen und ihnen für Zahngold bessere Erlöse versprochen als deren altvertraute Scheideanstalt. Den leeren Versprechen sei schon der ein oder andere auf den Leim gegangen und habe voreilig das Zahngold gleich mitgegeben. Daraufhin habe die Scheinfirma wegen angeblich geringer Anteile an Platin, Gold und Silber nur Bruchteile des tatsächlichen Wertes überwiesen und sich in Nichts aufgelöst. Der Kommentar eines ermittelnden Kommissars aus Schleswig-Holstein: „Wenn jemand pro 100 Gramm angeblich zehn bis 15 Euro mehr zahlen will, muss man sich fragen, ob sich das Risiko lohnt!“ Meistens seien doch die Kontakte zur Scheideanstalt eben einfach die besseren.

Sehen – Fühlen – Kippen

Im Saarland und in Thüringen sind zudem Blüten im Umlauf: Passend zur Praxisgebühr kursieren falsche Zehn-Euro-Scheine seit Jahresbeginn im Saarland und der angrenzenden Westpfalz, berichten die Beamten aktuell: Besonders die originalgetreue Farbe der „Blüten“ lasse bei sorglosem Umgang den Eindruck entstehen, es sei echtes Geld.“ Doch die typischen Schwachstellen seien leicht auszumachen: fehlender Perlglanzstreifen auf der Rückseite, fehlende Reflexionen auf dem imitierten Folienstreifen der rechten Vorderseite, undeutliches Wasserzeichen und darunter eine schlecht erkennbare Wertangabe sind einige davon. Wer in Thüringen mit Blüten zahlt, drückt sich nicht nur vor dem Bezahlen der Praxisgebühr, mit dem falschen 20er macht er gleich noch Profit. Bei diesen „durchschnittlichen Fälschungen mit einer guten Nachahmung des Folienstreifens“, die seit April gefunden werden, ist wiederum „das Wasserzeichen als solches nicht erkennbar und der Sicherheitsfaden nur als dunkle Linie zu sehen“. Beide Landeskriminalämter raten, Banknoten nach dem Sehen-Fühlen-Kippen-Prinzip auf ihre Echtheit hin zu prüfen.

Ein Diebstahl oder gar Einbruch an sich ist schon schlimm. Die Tatsache, dass Fremde so mir nichts dir nichts in der Wohnung oder der Praxis stehen, versetzt die Betroffenen in Angst. Und die bleibt. „Die psychischen Schäden machen den größeren Verlust aus. Bei Büros handelt es sich immerhin auch um eine Art internen Bereich. Viele Opfer brauchen psychologische Behandlung“, erklärt Zieschang. Insbesondere, wenn sie bedroht wurden.

Wie in diesem Mai in einem Kölner Außenbezirk. Als es um 18.20 Uhr nach der Sprechstunde klingelte, glaubte der Zahnarzt, ein Patient habe sich verspätet und öffnete arglos die Tür. Zwei Männer bedrohten den Mittdreißiger mit Messern, ebenso einen älteren Verwandten von ihm, der gerade in der Praxis war. Die Unbekannten durchsuchten die Praxis nach Wertgegenständen, packten schließlich einen Computer samt Tastatur und Monitor ein, dazu ein Laptop, auch Diamantbohrer und griffen 40 Euro aus der Kasse. So überschaubar die Schadenssumme war, dem Zahnarzt hat’s gereicht. „Wenn Täter ihr Opfer bedrohen, wie hier mit Messern“, rät Kommissar Zieschang, „dann zum eigenen Schutz einfach gehorchen. Keinen Widerstand leisten, dadurch eskaliert die Situation bloß.“ Der Bund Deutscher Kriminalbeamter befürchtet – auch wegen der sich verschärfenden Arbeitsmarktsituation – eine „Gewaltzunahme“.

„Ich spreche inzwischen zwar recht locker über den Einbruch“, erzählt die Zahnärztin, „aber selbst ein, zwei Jahre danach hätte ich das noch nicht gekonnt. Dafür saß der Schock zu tief. Ich kann verstehen, dass manche Kollegen über Einbrüche oder Überfällen gar nicht sprechen.“ Und auch sie will lieber anonym bleiben. Ebenso geht es dem Kollegen aus Fellbach: „Es dauert eine ganze Weile, bis man wieder normal ist. Ich fahre zur Kontrolle häufiger mal so in die Praxis, auch am Wochenende. Obwohl es Zufall wäre, Einbrecher zu erwischen – und was dann? Von Bekannten weiß ich, dass sie nach einem Einbruch ins Haus sogar umgezogen sind. Das wäre ich am liebsten auch.“

Den Riegel vorgeschoben

Auch wenn die Täter von damals hinter Gitter sitzen, reagiert hat Dr. N allemal. Hat sich von der Kripo beraten lassen und die Sicherheitsvorkehrungen optimiert. Für die Feiertage wie für den Feierabend ist die Praxis bestens gesichert. Nach sieben friedlichen Jahren sollen mindestens weitere sieben friedliche folgen. „… kehrt ein in jedes Haus …“ In dieses nicht! Ob es 100-prozentigen Schutz gibt oder nicht – Einbrecher dürften es hier schwer haben. Von wegen Advent, Advent, und jede Nacht ein Türchen auf. Diese Tür bleibt zu! Ratsch, schiebt sie den Riegel vor.

INFO

Datenklau

Der Klau von Patientenakten übrigens ist ein schwieriges Thema. In den USA sprach die Presse zum Beispiel von einem „Menetekel für EDV-Zentralisten“, als Einbrecher der amerikanischen Krankenversicherung Triwest in Phoenix/Arizona im Dezember 2002 Festplatten mit einer halben Million elektronischer Krankenakten klauten. Dem niedergelassenen Zahnarzt bleibt beim Computerklau nur die aktuelle Sicherheitskopie. Sensible Patientendaten gilt es, mit regelmäßig aktualisierten Passwörtern zu schützen.

INFO

Mitarbeiter bei Überfällen unfallversichert

Wird ein Mitarbeiter einer Arztpraxis am Arbeitsplatz oder bei Botengängen überfallen, ist er grundsätzlich gesetzlich unfallversichert. Darauf weist die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hin. Seit Einführung der Praxisgebühr stelle der höhere Bargeldbestand in Arzt- und Zahnarztpraxen eine gewisse Gefahr dar. Beschäftigte, die Bargeld verwahren und regelmäßig zur Bank bringen müssen, seien verunsichert. Zumindest der Versicherungsschutz sei klar geregelt, so BGW-Experte Andreas Dietzel: „Wird eine Helferin, die die Tageseinnahmen zur Bank bringt, überfallen und dabei verletzt, so sorgt die BGW als zuständige Unfallversicherung für die Heilbehandlung und übernimmt auch die Kosten dafür.”

Der finanzielle Schaden, der bei einem Überfall entsteht, sei dagegen von dieser Versicherung ausgenommen, allerdings hat dafür die private Branche diverse Angebote an der Hand. Der Tipp von Kripo-Mann Kreuel: „Schnappen Sie sich den Versicherungsmann und fragen ihn vor Ort, was Sie für welchen Schutz zahlen müssen.“ Denn wie sagt der Experte? „Die Kette muss passen!“

 

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