Westfalen-Lippe: Zehn Jahre Zahnheilkunde plus

Eine Erfolgsgeschichte – auch für die Prophylaxe

Das Konzept Zahnheilkunde plus der Zahnärzte in Westfalen-Lippe ist inzwischen zehn Jahre alt. Sein schon 1993 attestierter zukunftsweisender Charakter hat sich – allein im Hinblick auf die präventionsorientierte Zahnheilkunde und angesichts der Festzuschuss-Regelung für Zahnersatz seit 2005 – bewahrheitet. Ein Beispiel dafür sind die zum Gesamtkonzept gehörenden Patienten-Informationen, die nicht mehr aus den Zahnarztpraxen wegzudenken sind, und die kontinuierlich aktualisiert und ergänzt wurden.

Heute besteht die Aufklärungsserie Zahnheilkunde plus aus 25 Broschüren, zehn davon widmen sich der zahnmedizinischen Prävention und der häuslichen Prophylaxe. Erfolgreich etabliert hat sich darüber hinaus auch die sechsteilige Prophylaxepass-Reihe, mit der unterschiedliche Patientengruppen angesprochen werden: Der erste Pass dieser Serie, der Zahnärztliche Kinderpass, wurde der breiten Öffentlichkeit im Vorjahr in einer bundesweit einmaligen Aktion vorgestellt und wird zurzeit flächendeckend in Westfalen-Lippe an werdende und junge Mütter verteilt.

Ehrengast beim Jubiläum

Er sei ausgesprochen gerne nach Münster gekommen, so Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, Präsident der Bundeszahnärztekammer und ehemaliger Präsident der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe (ZÄKWL), anlässlich einer kleinen Feier zum zehnjährigen Jubiläum von Zahnheilkunde plus. Es freue ihn sehr, dass aktiv an diesem Konzept weitergearbeitet und die in der Bundesrepublik wohl erfolgreichste zahnärztliche Aufklärungsreihe weiter komplettiert werde.

In seinem Rückblick erinnerte Weitkamp an das Jahr 1993. „Horst Seehofer war Bundesgesundheitsminister und innerhalb des Gesundheitsstrukturgesetzes war die Budgetierung eingeführt worden.“ Als bewusste Reaktion darauf habe er als damaliger ZÄKWLPräsident mit Zahnheilkunde plus begonnen, das zahnärztliche Reformkonzept der Vertrags- und Wahlleistungen praktisch umzusetzen. Im Blick habe er dabei sowohl die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Zahnarztpraxen als auch die nötige Beweissammlung für die Qualität und Praktikabilität der Vorschläge aus den eigenen Reihen gehabt, betonte Weitkamp. Den Gesundheitspolitikern sollte mit Nachdruck klar gemacht werden, dass die Zahnärzteschaft auf ein System setzt, in dem das partnerschaftliche Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patient konsequent seinen Platz findet. Neben den Regel- und Wahlleistungen, den Fortbildungsseminaren und dem wirtschaftlichen Umfeld / der Praxisorganisation habe die „Sprechende Zahnheilkunde“ als eine der tragenden vier Säulen von Zahnheilkunde plus für ihn eine zentrale Rolle gespielt: „Darüber haben damals noch viele den Kopf geschüttelt – heute ist das Gespräch mit dem Patienten eine Selbstverständlichkeit.“ Ein wichtiges Element zur Realisierung des Gesamt-Konzeptes Zahnheilkunde plus waren die von den beiden Münsteraner Körperschaften gemeinsam gesetzten und konsequent verfolgten berufspolitischen Ziele. Intensiv daran beteiligt war – und ist bis heute – Prof. Dr. Rolf Hinz, damaliger Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KZVWL).

Entscheidenden Einfluss hatte auch der langjährige Direktor der ZÄKWL, Dr. jur. Jochen Neumann-Wedekindt. Er stellte sicher, dass die Patienten-Informationen nicht nur in berufsrechtlicher Verantwortung konzipiert, sondern auch verwendet wurden. Denn wesentlicher Bestandteil bei der praktischen Umsetzung war die Liberalisierung des Berufsrechts, die sich auf den gesamten Rechtsrahmen für die Ausübung des zahnärztlichen Berufes in freiberuflicher Praxis bezog.

Die Arbeit an den fachlichen Inhalten und der Gestaltung der Serie leisteten die Mitglieder der eigens gegründeten Arbeitsgruppe Zahnheilkunde plus, allen voran Dr. Josef-M. Sobek, ehemals Vorstandsmitglied der KZVWL und seit Jahren Vorstandsreferent der ZÄKWL sowie Hedi Peters, Gründerin und Chefredakteurin des Patientenmagazins „Anbiss“ und Fachjournalistin für den Themenbereich zahnmedizinische Prophylaxe. Die fundierte wissenschaftliche Basis für die Patienten-Informationen wurde in Kooperation unter anderem mit der Zahnklinik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem IDZ – Institut der Deutschen Zahnärzte, Köln – sichergestellt.

Barbara Moellers-Middendorf
Zahnärztekammer Westfalen-Lippe
Auf der Horst 29
48147 Münster

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