LZK Rheinland-Pfalz feierte ihr Jubiläum

Seit 50 Jahren auf der Wacht

Zahlreiche Gäste waren der Einladung der Landeszahnärztekammer (LZK) Rheinland-Pfalz zum Festakt „50 Jahre Gründungsjubiläum“ am 28. Januar 2005 in ihre neuen Räume in Mainz gefolgt.

LZK-Präsident Dr. Otto W. Müller und Vizepräsident Dr. Michael Rumpf freuten sich über den regen Zulauf zum 50-jährigen Jubiläum der LZK Rheinland-Pfalz. Müller blickte stolz auf ein halbes Jahrhundert gute Kammerarbeit zurück: „Das Kammersystem ist ein Garant dafür, dass die für die Gesundheit und das gedeihliche Zusammenleben in der Gesellschaft essentiellen Leistungen der Freiberufler für jedermann erschwinglich bleiben.“ Er begrüßte neben zahlreichen Kollegen auch Vertreter der Politik, so den Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Jens Beutel, und den Staatssekretär Dr. Richard Auernheimer vom Landesgesundheitsministerium, die in ihren Grußworten die erfolgreiche Arbeit der Kammer hervorhoben. Müller präsentierte anlässlich des Festtags die Chronik der LZK. Der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, sprach in seinem Festvortrag über „Wert und Stellung der berufsständischen Selbstverwaltung in Deutschland und Europa“. Diesem zentralen Programmpunkt folgte am Nachmittag die Live-Aufzeichnung einer Operation unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner, Leiter der Abteilung Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz.

Der BZÄK-Präsident unterstrich in seinem Festvortrag die Notwendigkeit eines harmonischen Miteinanders von Kammern, Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) und Verbänden. Während die Kammer nur Bindungen an die sozialethische Verpflichtung repräsentiere, die sich der Zahnarzt in seinem Beruf selbst gewählt habe, sehe sich die KZV in ihrer neuen Gestalt und den daraus resultierenden gesetzlichen Auflagen zunehmend gezwungen, staatliche Vorgaben zu erfüllen. Diese Staatsnähe solle die Kammer so weit wie möglich kompensieren. Hier sieht Weitkamp eine ganz neue Basis der Zusammenarbeit zwischen Kammern und KZVen, unter Wahrung und Respektierung der jeweiligen Identität.

Breite Zustimmung fand Weitkamp mit seiner Warnung vor einer „Vergewerblichung“ des Berufsstandes, auch im Hinblick auf beschäftigte Zahnärzte in Versorgungszentren: „Wer die gesellschaftliche Verantwortung des Freien Berufs nicht wahrhaben will oder für sich und den Berufsstand ablehnt, der höhlt die eigene Berufsausübung in ihrem innersten Wesen aus!“ Zahnärzte dürften nicht – wie der freie Markt – „ihre Leistungen der Nachfrage anpassen noch gar Nachfrage provozieren!“ Treffend zitierte er den ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf: „Lieber doppelt so viele Freie Berufe, dafür halb so viele Beamte.“ Eine freiheitliche Gesellschaft brauche freie Berufe. Deshalb hätten die Kammern das Wächteramt für zahnärztliche Freiberuflichkeit übernommen. Um die Belange der Zahnärzteschaft erfolgreich flächendeckend zu vertreten, sei eine obligatorische Mitgliedschaft in der Kammer erforderlich.

„Gerade die europäische Integration stellt die freiberufliche Selbstverwaltung vor einige Herausforderungen“, erklärte Weitkamp, denn es gelte auch hier, „so wenig wie möglich der politischen Fremdbestimmung zu überlassen“ und zu transportieren, dass Kammern „gelebter Verbraucherschutz“ aus dem Berufsstand heraus seien.

Die Jubilarin, die LZK Rheinland-Pfalz, setze sich bei diesen Aufgaben vorbildlich und zeitgemäß ein, gratulierte der BZÄK-Präsident. Gastgeber Müller bestätigte dessen Standpunkt: „Die Freiberuflichkeit ist der innere Kompass, der die Brücke schlägt von der Vergangenheit in die Zukunft des zahnärztlichen Berufsstandes.“

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