Zahnärzte-Stifterclub Dresdner Frauenkirche

Endspurt in der Frauenkirche

Der vor zehn Jahren gegründete Zahnärzte-Stifterclub berichtet hier regelmäßig über den Fortgang des Dresdner Bauwerks und wirbt bei den zm-Lesern um Spenden. Fast 850 000 Euro haben sie schon an Spenden zusammengetragen und damit unter anderem eine ganze tragende Säule der Frauenkirche, die „Zahnärzte-Säule“, finanziert. Hier berichtet der Stifterclub wieder über den Stand der Dinge und wirbt auf den nächsten Seiten für die Zeichnung von Stifterbriefen und den Erwerb von Geschenken mit Spendenanteilen.

Mit dem Glockenläuten um 21.45 Uhr, 60 Jahre nach dem Beginn des verheerenden Bombenangriffs am 13. Februar 1945, öffnete sich das noch nicht ganz vollendete Gotteshaus für die Dresdner zu einer „Nacht der Stille“, kurzfristig angesetzt von der Stiftung Frauenkirche, um gegen den Versuch der rechtsradikalen Vereinnahmung des 13. Februar mit einem Gedenken für alle Opfer von Kriegen, Rassismus und Gewalt zu antworten. Sinnfälliger hätte diese Nacht voller von den Dresdnern entzündeter unzähliger Kerzen nicht enden können. In den drei offenen Stunden nach dem Glockenläuten nahmen rund 6 000 Menschen an der Andacht in der Frauenkirche teil. „Wer von deutschem Leid spricht, darf von deutscher Schuld nicht schweigen“, so das Motto von Frauenkirchenpfarrer Stephan Fritz.

Die Aussicht vom Turm

Jetzt ist die Frauenkirche bis zur Weihe Ende Oktober wieder geschlossen. Besucher können allerdings seit dem 1. Februar den ganzen Tag über zur Aussichtsplattform der Turm-Laterne hinaufsteigen, um aus einer Höhe von 67 Metern den Blick über Dresden und die Umgebung schweifen zu lassen.

Ausgangspunkt für den Weg nach oben ist der Eingang G; mit einem Aufzug geht es auf rund 25 Meter Höhe, dann über Treppen zur Wandelrampe zwischen den beiden Schalen der Hauptkuppel, die über 146 Meter auf 55,50 Meter steigt. Schließlich führen wieder Treppen im Laternenhals bis zur Aussichtsplattform. Dann steht der Besucher dort, wo schon Goethe zweimal das Panorama der Elbestadt betrachtete, 1768 nach der Zerstörung Dresdens im Siebenjährigen Krieg und 1813, bevor Napoleon die Schlacht von Dresden schlug.

Während die Besucher sich um den Kuppelaufstieg drängen – seit der Eröffnung schon mehr als 20 000 – wird im Kircheninneren an vielen Stellen gleichzeitig gearbeitet. Der größte Teil der Arbeiten am Altar wird in diesen Tagen beendet sein, ebenso wie die Bildfelder der Evangelisten und der Tugenden in der Kuppel. In zwei Abschnitten wird bis Ende Mai das Gestühl eingebaut, rund 400 Kubikmeter Tannenholz aus dem Schwarzwald werden für die 1 720 Sitzplätze verbaut. Alle Türen bis auf den Transportzugang B sind schon fertig.

Zum Schluss die Orgel

Eines der letzten Stücke, das in den Innenraum kommt, wird die Orgel sein. Gefertigt von der Straßburger Firma Kern wird sie am 9. Mai 2005 geliefert werden und dann etwa sechs Wochen montiert, bevor von Juni bis September die Intonation erfolgt. Mit dem Einbau der Orgel werden dann auch die Arbeiten am Altarund Orgelprospekt abschlossen und am 30. Juni das letzte Gerüst abgebaut.

Die immer näher kommende Weihe der Frauenkirche am 30. Oktober 2005 und der sich anschließende Weihezeitraum bis Ostern 2006, schafft auch ganz andere Initiativen. So wird die neu erbaute Kirche auch einen neu gegründeten Chor haben. Der Einladung an Chor-Interessenten von Kantor Matthias Grünert folgten viel mehr Dresdner als erwartet, erfreulicherweise vor allem jüngere Sangesfreudige. Über die bisherige Planung hinaus wird es deshalb wahrscheinlich zwei große Chöre und einen Kammerchor der Dresdener Frauenkirche geben. Und selbstverständlich werden diese die Weihe-Feierlichkeiten mitgestalten, unter anderem mit Rossinis „Petite messe solonelle“ und dem Bachschen Weihnachtsoratorium. Übrigens – ein paar Männerstimmen werden noch gesucht.

Hartmut Friel
Jägerhofstraße 172, 42119 Wuppertal