Leitartikel

Deutscher Zahnärztetag - ein Erfolgsmodell

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

Frankfurt 2004 hat es gezeigt: Der Deutsche Zahnärztetag ist zur Qualitäts-Marke geworden. Die Veranstaltung letztes Jahr mit dem Höhepunkt in der Paulskirche, mit dem standespolitischen Part der Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer, der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung sowie mit dem wissenschaftlichen Fachkongress hat Zeichen gesetzt. Nicht nur die hohe Zufriedenheit der Besucher und die positive Resonanz in der Öffentlichkeit sprechen für sich. Printmedien, Funk und Fernsehen trugen die politischen und wissenschaftlichen Botschaften nach draußen. Die Politik hörte nicht nur zu, sondern war prominent vertreten. Und die wirtschaftliche Bilanz war positiv.

Das Gesamtkonzept Deutscher Zahnärztetag, getragen durch die in neuer Struktur verbundenen Organisationen BZÄK, KZBV, Gastgeberkammer Hessen sowie den vom Quintessenz-Verlag organisierten Fortbildungs- und den von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ausgerichteten Assistenten-Kongress, hat durch starke Attraktivität ein Zeichen gesetzt. Vom Deutschen Zahnärztetag 2005 in Berlin (siehe Ankündigung und Interview Seiten 24 bis 29) werden wiederum deutliche Impulse ausgehen. In diesem Jahr ist die Struktur als Zwischenlösung geändert, indem die Wissenschaft erstmals und auf dieses Jahr beschränkt unter Einbindung aller Fachgesellschaften zusammenfinden wird, dies war bereits seit fünf Jahren so konzipiert. Grundpfeiler bleibt aber der enge Schulterschluss zwischen Standespolitik und Wissenschaft als sich ergänzende Säulen des Berufsstandes. Die kommenden Zahnärztetage in Erfurt 2006, Düsseldorf 2007, Stuttgart 2008 und München 2009 werden das Frankfurter Konzept weiterführen.

Wir gehen davon aus, dass die Veranstaltung in Berlin, die mit ihrer repräsentativen Zentralveranstaltung im Abgeordnetenhaus ihren politischen Auftakt haben wird, die Erfolge der vergangenen Zahnärztetage weiterführen wird. Sie wird demonstrieren, dass zahnmedizinische Versorgung und Wissenschaft, zahnärztliche Ethik und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein Hand in Hand gehen. Wir Zahnärzte arbeiten kontinuierlich an der Gestaltung des deutschen Gesundheitswesens mit. Mit dem Zahnärztetag wird der Berufsstand in der Öffentlichkeit seine nicht zu überhörende selbstbewusste Stimme erheben.

Gerade jetzt ist dies besonders wichtig, denn wir stehen mit Blick auf die anstehenden Bundestagswahlen möglicherweise an einem gesundheitspolitischen Wendepunkt. Zum Zeitpunkt des Zahnärztetages im Oktober werden die politischen Weichen bereits gestellt sein. Wie immer das Ergebnis ausfällt, wir werden dafür sorgen, dass wir im Spiel bleiben. Es war auch in der Vergangenheit in vorderster Linie die Initiative der Zahnärzteschaft, die den Mut hatte, neue Wege im Gesundheitswesen zu durchdenken und zu konzeptionieren. Nicht zuletzt habt uns unsere konstruktive Haltung, aber auch unsere Beharrlichkeit, dabei geholfen, bei der Politik kontinuierlich unsere Akzeptanz auszubauen.

Akzeptanz erreichen wir nur dadurch, dass wir unsere fachliche Kompetenz und die Professionalität unseres Berufsstandes – beides Garanten für unsere Freiberuflichkeit – immer wieder nach außen hin transparent machen. Beides beruht auf einer lebenslangen Weiterqualifikation durch Fortbildung. Und hier befinden wir uns an der Schnittstelle zwischen Berufspolitik und Wissenschaft. Deshalb kommt der Veranstaltung in Berlin mit ihren politischen wie wissenschaftlichen Schwerpunkten eine solch hohe Bedeutung zu. Erfolgsmodell Deutscher Zahnärztetag – diese Marke werden wir weiterentwickeln.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dr. Jürgen Weitkamp
Präsident der Bundeszahnärztekammer