Elf Jahre Initiative zum Wiederaufbau der Frauenkirche

Der große Erfolg der Zahnärzte

Nachdem die zm schon im März 1990 über den „Ruf aus Dresden“, die Dresdner Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Frauenkirche, berichtet hatte, hat sich die Redaktion im Februar 1995 mit dem Einverständnis ihrer Herausgeber aus Anlass der fünfzigjährigen Wiederkehr des schrecklichen Bombenangriffs auf Dresden und des inzwischen erfolgten Abschlusses der archäologischen Enttrümmerung der Ruine entschlossen, mit einem Bericht über den geplanten Neubau eine Initiative zur Spendenwerbung unter den zm-Lesern zu starten.

Elf Jahre lang wurde regelmäßig berichtet und zugleich immer wieder um Spenden, vor allem um den Erwerb von Stifterbriefen, geworben. Das Echo darauf war erstaunlich groß, die Spendenbereitschaft der zm-Leser steigerte sich sogar im Laufe der Jahre. Das großartige Ergebnis lautet: Mehr als 1 000 Stifter bilden heute einen eigenen „Zahnärzte-Stifterclub“ und haben zusammen mit anderen Spendern rund 875 000 Euro für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche zusammengetragen. Damit haben sie allein eine der acht tragenden Säulen der Kirche samt deren Oberbau finanziert – ein Ruhmesblatt für die deutsche Zahnärzteschaft, das auch auf Dauer gebührend in der Frauenkirche dokumentiert wird. Nachfolgend wird in Stichworten noch einmal der Werdegang dieser erfolgreichen zm-Initiative und des großartigen Beweises von Bürgersinn und Kulturbewusstsein des Berufsstandes skizziert.

Februar 1995 (zm 4/95):

Titel und Titelbild: „Aus Bombentrümmern entsteht die Dresdner Frauenkirche neu“. Mit Fotos vom Trümmerhaufen mit Lutherstandbild und vom abgeräumten Trümmerberg mit erstem Schutzdach.

Spendenwerbung mit Uhr, Videokassetten und Porzellan-Modell.

Weitere Werbung in zm 11 und 17/95. Besonderer Werbeerfolg zum Beispiel in der Vertreterversammlung der KZV Westfalen-Lippe (3 350 DM).

November 1995 (zm 22/95):

Artikel: „Jetzt fangen die Mauern an zu wachsen.“

Spendenwerbung mit Uhr, CD und erstmals Stifterbriefen

Gesamtspenden 1995: 100 000 DM

Juni 1996 (zm 12/96):

Artikel: „Graf Brühls Gebiss ausgegraben.“ Aufgrund des Erfolges von 1995 wird ein konkretes Spendenziel formuliert, deshalb Titel „Eine tragende Säule als Zahnärzte-Spende“. Erstmals Darstellung einer „Zahnärzte-Säule“ mit Spendenpegel.

Spenden-Ziel nun 500 000 DM

Spendenwerbung mit CD, Wandmedaillon und Stifterbriefen

November 1996 (zm 21/96):

Artikel: „Im Untergeschoss wird schon musiziert“. Einzelaktionen, zum Beispiel Sammlung Dr. Gödecke/Pfalz 3 000 DM, Dr. Schulz-Bongert 2 335 DM und Dentalindustrie 5 500 DM.

Spendenwerbung für Uhren, Sekt, Stifterbriefe.

Jahres-Ergebnis 1996: 72 Stifter,

130 000 DM

Gesamtstand 1996: 155 Stifter, 250 000 DM

Juni 1997 (zm 12/97):

Artikel: „Gewachsen bis zur ersten Empore“.

Spendenwerbung für Uhren und Stifterbriefe, Spendenpegel bei 50 Prozent

Ergebnis 12/97: 80 000 DM

November 1997 (zm 22/97):

Artikel: „Jetzt wächst der Bau auf 15 Meter“.

Spendenwerbung für diverse Geschenke, unter anderem Halstuch, Standuhr.

Ergebnis 22/97: 120 000 DM

Gesamtstand 1997: 200 Stifter, 450 000 DM

Juni 1998 (zm 12/98):

Artikel: „Die Zahnärzte-Säule ist schon fast fertig“ und September 1998 (zm 18/98): Meldung „Zahnärzte-Säule bezahlt“.

Jetzt neues Ziel gesamter SäulenÜberbau

November 1998 (zm 23/98):

Artikel: „Die Zahnärzte-Säule steht“

Jahres-Ergebnis 1998: 200 Stifter, 225 000 DM

Gesamtstand 1998: 400 Stifter, 675 000 DM

Februar 1999 (zm 3/99):

Artikel: „(Zahnärzte-)Besuch bei der Zahnärzte-Säule“

Juni 1999 (zm 12/99): Titel „Jetzt wölbt sich der Kirchenbau“

Neues Spendenziel „Eine Million für die Frauenkirche“.

Ergebnis zm 3 und 12/99: 170 Stifter, 175 000 DM

November 1999 (zm 22/99):

Artikel: „Das Fundament für die Steinerne Kuppel“

Einzelergebnis 150 000 DM, Ergebnis 1999: 200 Stifter, 325 000 DM

Gesamtstand 1999: 600 Stifter, eine Million DM

Juni 2000 (zm 12/00):

Artikel: zum 55. Jahrestag und zur Stiftung des britischen „Dresden-Trust „Das Kreuz der Versöhnung“

Spendenwerbung nur noch Uhren und Stifterbriefe

Dezember 2000 (zm 23/00):

Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer in Dresden, Bericht dazu unter dem Titel „Ein Festakt in der Frauenkirche“, Ehrennadel an Stifterclub-Betreuer Dr. Hoch.

Jahres-Ergebnis: 100 000 DM

Gesamtstand 2000: 650 Stifter, 1,1 Million DM

Dezember 2001 (zm 23 /01):

Artikel: „Wir werben weiter für den Säulenbogen“, und „ Stiften Sie Ihren eigenen Platz in der Frauenkirche“. Wechsel in der Regie von zm-Chefredakteur Friel zu Stifterclub-Betreuer Dr. Hoch, Dresden

Einzelergebnis: 42 438 Euro

Gesamtstand 2001: 700 Stifter, 590 000 Euro

Juni 2002 (zm 12/02):

Artikel: „Die Baugerüste fallen“

Dezember 2002 (zm 23/02):

Artikel: „Die Mauern stehen, die Kuppel wächst“

Jahresergebnis: 35 000 Euro

Gesamtstand 2002: 765 Stifter, 625 000 Euro

Juni 2003 (zm 12/03):

Artikel: „Die Frauenkirche trägt schon ihre Glocken“

Dezember 2003 (zm 23/03):

Artikel: „Jetzt hat Dresden wieder seine berühmte Stadtsilhouette“

Artikel Stifterclub-Betreuer Dr. Hoch: „In eigener Sache“

Jahres-Ergebnis: 75 000 Euro

Gesamtstand 2003: 875 Stifter, 700 000 Euro

August 2004 (zm 16/04):

Artikel: „Die Krönung der Frauenkirche“ Dr. Hoch/Voigt noch einmal: „In eigener Sache“

Dezember 2004 (zm 23/04):

Artikel: „Die komplette Dresdner Silhouette“ und Ankündigung „Der Stifterclub reist nach Dresden“,

Einzeleinnnahme-Rekord 100 000 Euro. Jahres-Ergebnis: 150 000 Euro

Gesamtstand 2004: 995 Stifter, 850 000 Euro

April 2005 (zm 8/05):

Artikel: „Endspurt in der Frauenkirche“, Einzelergebnis: 26 700 Euro

Endstand 1995-2005: 1 050 Stifter, 875 000 Euro

Bis zur Weihe am 30 Oktober 2005 der fertig gestellten und voll finanzierten Kirche haben die zahnärztlichen Stifter und Spender insgesamt 875 000 Euro aufgebracht. Davon wurden die Säule D („Zahnärzte-Säule“), darüber der große Bogen und das zugehörige Bogenfeld sowie die Emporenbrüstung D komplett finanziert und außerdem für insgesamt 90 000 Euro neun Sitzplätze adoptiert und bezahlt. Dies und die in der Kirche dokumentierten Namen der Stifter werden für immer die Leistungen des Berufsstandes würdigen.

Ein guter Teil der Mitglieder des Zahnärzte-Stifterclubs wird vom 7. bis 9. April 2006 auf einer eigens für sie organisierten Reise nach Dresden exklusiv die Frauenkirche besichtigen und gemeinsam ein Fest feiern (Einzelheiten siehe Kasten). Die zm werden über diese Reise natürlich berichten.

INFO

In eigener Sache: „Danke”

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, 

nach 15 Jahren Spendenwerbung für die Frauenkirche in Dresden in den zm möchte ich allen, die sich mit großen und kleinen Beträgen für dieses nun erreichte Ziel eingesetzt haben, im Namen der „Gesellschaft zur Förderung des Wiederaufbaus der Frauenkirche Dresden e.V.” und der „Stiftung Frauenkirche Dresden” und in meinem eigenen Namen sehr herzlich danken. Sie haben mit Ihrem vorbildlichen bürgerschaftlichen Engagement eine wahrhaft historische Tat vollbracht. Aus den Trümmern der bekanntesten Kriegsruine Deutschlands ist eine Kirche wieder erstanden, die ihresgleichen sucht. Viele Kollegen haben sich von der Faszination des Wiederaufbaugeschehens begeistern lassen. Angeregt durch dieses Engagement entstanden für viele Kollegen nach der Wende freundschaftliche Beziehungen zu Dresdner Kollegen, wie den Männern der ersten Stunde, Dr. Günter Voigt und mir. Mancher Kongressteilnehmer erlebte neben den fachlichen Vorträgen auch eine Führung auf der wohl interessantesten Baustelle. Ich glaube, dass es uns Zahnärzten besonders liegt, Dinge wieder zu richten, zu rekonstruieren und mit Leben zu erfüllen!

Stets waren die Präsidenten der Bundeszahnärztekammer, Dr. Fritz-Josef Willmes und Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, dankenswerterweise Befürworter und Unterstützer der zm-Aktion.
Besonderer Dank gilt selbstverständlich auch dem zm-Team und den beiden Chefredakteuren Hartmut Friel und Egbert Maibach-Nagel. Durch deren uneigennützige Arbeit ist es überhaupt erst möglich geworden, dass wir mit einem gewissen Stolz diese Kirche betreten können und unser Blick auf die Säule D fällt. Im Rahmen des Wiederaufbaugeschehens ist es eine Besonderheit, dass sich eine Berufsgruppe so geschlossen an den Spenden beteiligt hat! Es ist Ausdruck für Kulturbewusstsein und Großzügigkeit.

Auch über die Fertigstellung hinaus haben Sie die Möglichkeit, am religiösen und musikalischen Leben in der Frauenkirche teilzuhaben. Die neu gegründete „Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V.” wird den zm-Stifterclub weiter betreuen. Wenn Sie die Frauenkirche weiter unterstützen wollen, dann können Sie auch Mitglied dieses neuen Vereins werden (Jahresbeitrag 65 Euro).
Über die positiven und sehr zahlreichen Reaktionen auf meine Einladung nach Dresden freue ich mich sehr. Wir werden das festliche Wochenende vom 7. bis 9. April 2006 gemeinsam erleben. Bitte haben Sie Verständnis, wenn die Bearbeitung Ihrer Anmeldung und die Zusendung der Eintrittskarten für Oper und Frauenkirche erst im neuen Jahr erfolgen können. Sie erhalten auch rechtzeitig alle technischen Informationen. Bei Rückfragen steht Ihnen unser Büro mit Frau Gissmann gerne zur Verfügung.

In Dankbarkeit und Vorfreude auf Ihren Besuch in Dresden!

Ihr
Hans-Christian Hoch
zm-Stifterclub

• „Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V.” zm Stifterclub, Dr. med. Hans-Christian Hoch


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