Zur Diskussion gestellt

Die Globulomaxilläre Zyste: eigene Entität oder Mythos

Jeder Zahnarzt kennt die „Globuläre Zyste“(GZ). Sie ist im Praxisalltag sogar regelrecht häufig. Die vorliegende Arbeit zeigt nun anhand einer kritischen Evaluation, dass die Globuläre Zyste in der Form, wie sie im Studium gelehrt und in der Literatur vielerseits beschrieben wird, keine Entität hat, sondern differenzierter zu beschreiben ist. Dieser spannende Beitrag stellt eine Grundsatzfrage und dürfte für jeden Praktiker von großem Interesse sein.

Frühe Erstbeschreibungen der Globulomaxillären Zyste (1937 bis 1957) 
Die Entität der Globulomaxillären Zyste (GZ) wurde über Jahrzehnte nicht angezweifelt. Ihre Erstbeschreibung unter dem Titel „Facial cleft or fissural cyst“ enthielt vier Fallberichte mit einer zugehörigen Entstehungshypothese [Thoma, 1937]: Zwei Fälle waren mediane alveoläre Zysten, die beiden anderen GZ. Radiologisch zeigten die GZ große birnenförmige Aufhellungen zwischen dem lateralen Incisivus und dem Eckzahn. In der Publikation wurde definiert, dass eine echte „fissurale“ Zyste nicht odontogenen Ursprungs ist. Fissurale Zysten können an den Stellen auftreten, wo sich die embryonalen Gesichtsfortsätze vereinigen. An diesen Stellen, den so genannten Spalten (Clefts) oder Fissuren (Fissures) werden Epithelinseln eingeschlossen. Diese als Ursprung fissuraler Zysten in Frage kommenden Spalten wurden als nasoalveoläre (Nasoalveolar cleft), palatinale (Palatalcleft) und globulomaxilläre Spalten (Globulomaxillarycleft) bezeichnet. Die GZ wurde somit den echten fissuralen Zysten zugeordnet. Sie bildet sich an der Vereinigung der globulären und maxillären (Gesichts-) Fortsätze und kann deshalb mono- oder bilateral auftreten.

Weitere Bilder
Bilder schließen