14. Deutscher Kongress für Präventive Zahnheilkunde

So werden Therapieerfolge langfristig sein

Nun schon zum 14. Male jährte sich der Deutsche Kongress für Präventive Zahnheilkunde. Auch in diesem Jahr haben über 500 Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie ihre Praxisteams den Weg ins zentral gelegene Frankfurt unternommen, um in spannenden Vorträgen und Seminaren zu erfahren, wie eine sicher geplante Therapie auch tatsächlich langfristigen Erfolg zeigen kann.

„Denn“, so formulierte es der Tagungsleiter Professor Dr. Johannes Einwag aus Stuttgart in seinem Eingangsvortrag deutlich: „nicht nur die Behandlung selbst, sondern der langjährige Erhalt ihres Erfolges ist eine entscheidende Aufgabe des Zahnarztes, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Patienten!“

Beispielhaft für ein Recallsystem beschrieb Dr. Martin Hartmann, Heidelberg, seine Erfahrungen mit der HIV-Ambulanz des dortigen Universitätsklinikums. Er zeigte am Beispiel der Humanmedizin, wie wichtig eine enge Einbestellung der Patienten ist, um nachhaltige Therapieerfolge gewährleisten zu können. Gerade in seiner Sprechstunde, die sich vorwiegend an chronisch Kranke richtet, ist die Compliance sehr stark.

„Paro“forschung hat die Nase vorne

Mehrere Langzeituntersuchungen auf dem Gebiet der allgemeinen Prävention und der Parodontologie dokumentieren die Bedeutung der Nachsorge, wie Prof. Einwag in seinem Vortrag berichtete. 95 Prozent der deutschen Zahnärzte halten heute die Prophylaxe für unverzichtbar. In vielen anderen Bereichen der Zahnmedizin ist in den vergangenen Jahren hingegen deutlich weniger Forschung mit nachhaltiger Perspektive betrieben worden.

Positive „Langzeitergebnisse nach Standard- Parodontitistherapie“ sind für Prof. Dr. Thomas Kocher, Greifswald, nur unter Vermeidung aller Risikofaktoren sowie eines regelmäßigen Recalls zu erzielen. Er ging dabei auf die Faktoren Rauchen, Diabetes, soziale Herkunft, Geschlecht sowie auf zahnbezogene Faktoren, wie Attachmentverlust sowie Furkationen, ein.

Geweberegeneration aus den Kinderschuhen

Für die Therapie von Knochentaschen und Grad-II-Furkationsdefekten erzielen geweberegenerative Therapieverfahren in Studien bessere Ergebnisse als herkömmliche konventionelle Methoden, wie nicht chirurgisches Scaling, Wurzelglättung und Zugangslappenoperation, wie Prof. Dr. Peter Eickholz zeigen konnte.

Verschiedene gängige Implantatsysteme sind über viele Jahre untersucht worden, wie Prof. Dr. Andrea Mombelli, Genf berichtete. Dabei zeigte sich, dass Implantate mehr als zehn Jahre erfolgreich erhalten werden können, wobei die Verluste durchschnittlich im Bereich von fünf Prozent liegen. Bestimmte Faktoren beeinflussen das Behandlungsergebnis eindeutig negativ. So waren die Überlebensraten der Implantate deutlich schlechter, wenn die Zähne durch eine Parodontitis verloren gegangen waren.

Fazit für die Praxis

Prof. Dr. Christof Ramseier, Ann Arbor, USA, brachte das Behandlungsvorgehen nach einer erfolgreich abgeschlossenen Parodontalbehandlung schließlich auf den Punkt: Für die parodontale Langzeitbetreuung müssen immer erst das individuelle Risiko sowie das „Recall-Intervall“ ermittelt werden. Je nach Risikoeinstufung wird die parodontale Erhaltungstherapie in einem Abstand von drei, sechs oder zwölf Monaten durchgeführt. Wissenschaftlich erwiesen ist heute, dass regelmäßige Recalls sowohl die Neubildung von Karies als auch den Attachmentverlust zum Stillstand bringen können.


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