Zahnärzte-Stifterclub Dresdner Frauenkirche

Ein Zahnärzte-Fest in Dresden

Hartmut Friel

Der Zahnärzte-Stifterclub, der durch seine Spenden fast eine Million Euro zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche beigetragen hat, beging vom 7. bis 9. April ein festliches Treffen aus Anlass der Fertigstellung der Frauenkirche in Dresden. Noch einmal präsentierte sich der Berufsstand mit seinem kulturellen Engagement, mehr als siebenhundert Teilnehmer genossen exklusive kulturelle Veranstaltungen rund um die Frauenkirche. Damit ist auch die mehr als zehnjährige zm-Initiative zum Wiederaufbau der Kirche in einem schönen Rahmen zum Abschluss gekommen, den auch BZÄK-Präsident Dr. Dr. Jürgen Weitkamp entsprechend würdigte.

In Dresden schien die Sonne und das Elb- Hochwasser ging gerade zurück, als dort ein schönes großes Fest der Zahnärzteschaft stattfand. Sage und schreibe 730 zm- Leser und Förderer der Frauenkirche und Angehörige hatten sich auf die zm-Ankündigung von Stifterclub-Sprecher Zahnarzt Dr. Hans-Christian Hoch zu einem Wochenendbesuch in Dresden mit einem prall gefüllten Kulturprogramm angemeldet, was eine Menge organisatorischer Arbeit erfordert hatte. Es wurde zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten.

Die Zahnärztinnen und Zahnärzte, die mit ihren Spenden fast eine Million Euro für den Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche zusammengetragen haben, waren – lange vorher geplant – aus Anlass des nun fertigen Werkes nach Dresden gekommen, weil während der offiziellen Weihe-Feierlichkeiten viel zu wenig Gelegenheit für eine umfangreiche und vor allem exklusive Veranstaltung des Stifterclubs gewesen wäre. Jetzt lief ein sehr differenziertes kulturelles Programm ab, das Hoch speziell für den Club zusammengestellt hatte – würdig sowohl der Leistung der Stifter als auch der Kulturmetropole Dresden.

Für viele der zahnärztlichen Besucher begannen die Dresdner Tage schon mit einem Besuch der Semperoper, die mit Alban Bergs „Wozzek“ ein schwieriges, aber spannend inszeniertes Stück gab. Am Morgen des zweiten Tages wurden die Besucher nach einem Sekt-Empfang zur Begrüßung exklusiv vom Geschäftsführer Marketing Stefan Schulte durch die „Gläserne Manufaktur“ (für Luxusfahrzeuge) der Volkswagen AG geführt, man staunte über moderne industrielle Ästhetik, die nichts mehr mit Lärm, Geruch oder Schmutz zu tun hat. Zentrale Veranstaltung dieses festlichen Wochenendes war das große Exklusiv-Konzert für den zm-Stifterclub am Nachmittag des Samstag in der Frauenkirche, das Dr. Hoch extra für diesen Tag und dieses Publikum ausgewählt hatte: der Jahreszeit (Passionszeit) entsprechend, natürlich von Johann Sebastian Bach, der zu seiner Zeit mehrfach in der Frauenkirche die Silbermann- Orgel gespielt hat, und passend zu der wunderbaren Akustik der Kirche, wurden ein Konzert, zwei Kantaten und eine Motette aufgeführt, die die Besucher in ihren Bann zogen.

Im Mittelpunkt J. S. Bach

Es musizierte das Münchener Kammerorchester und brillierte der Windsbacher Knabenchor unter der Leitung von Karl-Friedrich Beringer. Nach einem Oboenkonzert von Bach-Sohn Philipp Emanuel folgten die Kantaten zur Passionszeit BWV 22 und 23 von Johann Sebastian Bach. Der bewegende Höhepunkt war dann die Bach-Motette „Jesu, meine Freude“ für fünfstimmigen Chor, Streicher und Basso continuo (BWV 227), in der die Harmonie der wunderbaren Musik mit dem exzellenten Windsbacher Knabenchor, der vollkommenen Akustik der Kirche und dazu noch des sonnendurchfluteten Raums der prächtig ausgemalten Kirche zusammen ein Sinnenerlebnis schufen, das zunächst atemlose Stille und dann begeisterten Beifall hervorrief.

Diese Situation und die Geschichte des Ortes inspirierten den Chorleiter zu einer Zugabe, wie sie sinnvoller und schöner nicht hätte sein können, der Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“, dem Vorspiel des „Dresdner Requiem“ von Rudolf Mauersberger, dem langjährigen Leiter des Dresdner Kreuzchores, geschrieben 1945 unter dem frischen Eindruck der Zerstörung Dresdens. Zugleich zart und gewaltig brachte diese a-capella-Darbietung des sich selbst übertreffenden Chores die schmerzliche Geschichte von Stadt und Kirche, vielleicht auch schon ein wenig die Freude über den Wiederaufbau dem Besucher ins Bewusstsein und entließ ihn mit dem guten Gefühl, hier ganz besondere Stunden im Kollegenkreise erlebt zu haben.

Ein schönes Gemeinschaftserlebnis für den Zahnärzte-Stifterclub war schließlich auch das Galadiner, das auf dem gerade renovierten Schloß Proschwitz, einem Weingut nahe Dresden, stattfand. Ein 4-Gang-Menu wurde von exzellenten Weinen des Hauses begleitet, dessen Geschichte und die Besonderheiten der guten Elb-Weine vom Hausherrn, Dr. Georg Prinz zur Lippe, sehr unterhaltsam erläutert wurden. Musikalisch umrahmt wurde das Fest in barocken Räumen von einem Trio um Piccolo-Trompeter Joachim Schäfer, den Stifterclub-Sprecher Hans-Christian Hoch einst als Patient entdeckt und nun für das Fest engagiert hatte.

Ehrende Worte vom Zahnärzte-Präsidenten

Vor den versammelten, festlich gekleideten Gästen im repräsentativen Treppenaufgang des Schlosses dankte Dr. Hoch den Stiftern, dem extra angereisten Präsidenten der Bundeszahnärztekammer Dr. Dr. Jürgen Weitkamp und dessen Vorgänger Dr. Fritz-Josef Willmes als engagierten Förderern sowie den Mitarbeitern der zm-Redaktion für deren großes Engagement zugunsten der Frauenkirche, über mehr als zehn Jahre bis heute. Präsident Dr. Dr. Weitkamp sprach dann bewegt von seinen Eindrücken in der Frauenkirche während des Konzertes, er sei von der feierlichen Atmosphäre und dem durch viele Fenster einfallenden Sonnenlicht im Einklang mit der Akustik der Kirche sehr stark beeindruckt worden. Diese Veranstaltung des Stifterclubs mache ihn stolz, sie habe in ihm das Bewusstsein gestärkt, dass der Berufsstand weit mehr als nur berufliche Spitzenleistungen zu bieten habe; das müsse der Öffentlichkeit noch deutlicher gemacht werden.

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer hob in seiner spontanen Ansprache besonders das Wirken von Dr. Hans-Christian Hoch hervor, der schon gleich nach der Wende 1990 einer der Initiatoren für den Wiederaufbau der Frauenkirche gewesen sei. Er habe als Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Frauenkirche und dann über viele Jahre mit der Betreuung des Zahnärzte-Stifterclubs sehr viel zum Gelingen des großen Werkes beigetragen und dafür schon die goldene Ehrennadel der Bundeszahnärztekammer erhalten. „Dr. Hans-Christian Hoch“, so der Präsident, „hat sich um den Berufsstand der Zahnärzte verdient gemacht.“ Dr. Dr. Weitkamp ehrte dann auch den bei dem Feste anwesenden ehemaligen zm-Chefredakteur Hartmut Friel; ihm sei zu danken dafür, dass er die zm-Initiative in die Wege geleitet und die zahnärztliche Öffentlichkeit immer wieder für das große Ziel motiviert habe.

Das Ansehen des Berufsstandes vermehrt

Die zahnärztlichen Stifterinnen und Stifter konnten sich an diesem Wochenende in Dresden in der Kirche mit ihrer barocken Schönheit rund um ihre „Zahnärzte-Säule“ (Säule D), mit dem Platz ihrer Kirche auf dem sich neu gestaltenden Neumarkt und in der wieder kompletten Stadtsilhouette davon überzeugen, dass ihre Spenden gut angelegt sind und ihr Engagement zum Erfolg geführt hat. Sie haben durch ihr Handeln ein sehr wichtiges Element des öffentlichen Ansehens des Berufsstandes verstärkt, nämlich akademische Kultur und Bürgersinn. Und sie haben während der ganzen Zeit des Kirchenbaus und jetzt auf diesem Treffen in Dresden eine besondere Gemeinschaft von Kolleginnen und Kollegen geschaffen, die sicher auch weiter bestehen wird.

Hartmut Friel
Jägerhofstraße 172
42119 Wuppertal

 

Weitere Bilder
Bilder schließen