Feierstunde zum 50-jährigen Jubiläum des VDZI

Neue, versöhnliche Töne

Der Verband Deutscher Zahntechniker Innungen (VDZI) blickt auf sein 50-jähriges Bestehen zurück. Anlass für eine Feierstunde im Rahmen des Verbandstages am 5. Mai in Hamburg – aber auch Anlass, um im zeitweise nicht ganz unbelasteten Verhältnis zwischen Zahnärzten und Zahntechnikern eine neue, versöhnliche Atmosphäre zu schaffen.

VDZI-Präsident Jürgen Schwichtenberg ließ in einer Feierstunde – die im traditionsreichen Hotel Hafen Hamburg stattfand – 50 Jahre Verbandsarbeit Revue passieren. Die Zahntechnik habe sich in dieser Zeit zu einem anerkannten Fachhandwerk und zu einem kompetenten Partner im Gesundheitssystem entwickelt, nicht zuletzt dank des engagierten Einsatzes seiner vergangenen Verbandspräsidenten, der „Riesen, auf deren Schultern wir stehen.“ Eine komplexe Ausbildung, eine weltweit anerkannte Leistung und die Versorgung der Patienten auf hohem Niveau, damit könne man den Ansprüchen des Marktes gerecht werden. „Ordnungspolitischer Rahmen sind das Meisterprinzip und die soziale Verantwortung, sich immer wieder neu auszubilden“. Das Zahntechnikerhandwerk hatte aufgrund der Einführung des Festzuschusssystems im Jahre 2005 mit einem massiven Nachfragerückgang zu kämpfen. Besondere Herausfordrungen stellen sich auch infolge der neuen CAD/CAM-Teschnologien, der mit einer Technologieoffensive begegnet werden soll.

Schwichtenberg, der auf dem Verbandstag in seinem Amt als VDZI-Präsident bestätigt wurde (Vizepräsident ist Peter K. Thomsen), sprach auch das Festzuschussystem an. Die Zahntechniker hätten dieses angenommen, hielten es aber noch nicht für ganz funktionsfähig. Die Änderungen in der Selbstverwaltung müssten unbedingt weitergeführt und zu einem positiven Ergebnis gebracht werden, forderte er. Vor der Presse hatte der VDZI-Präsident zuvor vor „illusorischer Debattierlust über das Festzuschusssystem“ gewarnt.

Strukturwandel

Der KZBV-Vorsitzende Dr. Jürgen Fedderwitz erhoffte bei den Zahntechnikern mehr Zustimmung für dieses System und mehr Überzeugung, damit die berufliche Zukunft angesichts des anstehenden Strukturwandels besser zu packen sei. „Wir beide, Zahnärzte und Zahntechnikerinnungen in Deutschland – werden zukünftig noch intensiver hineingezogen werden in das letztlich preisgeprägte Gezerre von Märkten und Marktanteilen, um Einkaufsmodelle und letztlich um Machtanteile.“ Und weiter: „Die Festzuschüsse haben mittlerweile ihren Praxislauf bestanden und sind in der Gesundheitslandschaft verankert.“ Sie seien Teil des Strukturwandels, der für Zahnärzte wie Zahntechniker immer weiter spürbar werde. Dieser Wandel beschränke sich nicht mehr nur auf eine nationale Gesundheitspolitik, sondern auch auf die zunehmende Globalisierung, die für einen schärferen europäischen wie weltweiten Wettbewerb sorge.

Zu den Herausforderungen des Strukturwandels gehöre, so machte BZÄK Vizepräsident Dr. Dietmar Oesterreich deutlich, auch die Präventionsorientierung in der Zahnmedizin, die Rolle der Qualitätssicherung oder etwa der Einsatz neuer Technologien. Die Bedeutung der Zahnmedizin innerhalb der Medizin sei gewachsen. Die Landschaft der Aus-, Fort- und Weiterbildung habe sich drastisch entwickelt. Im Rahmen der anstehenden Gesundheitsreform müsse man sehr genau darauf achten, welche Auswirkungen diese auf den zahnärztlichen Bereich hätten. „Die Zahnmedizin darf nicht zum Einsparbereich werden.“ Es sei begrüßenswert, wie die Zahntechniker sich mit den Reformdiskussionen auseinandersetzten. Gerade die letzten Monate und Jahre seien für das Zahntechnikerhandwerk sehr hart gewesen. „Nur wer sich traut, macht Politik“, erklärte der VDZI-Generalsekretär Walter Winkler und machte den Standpunkt des Verbandes klar. Der VDZI gebe ein klares Bekenntnis zur Qualitätssicherung durch Qualifikation und zur lokal orientierten Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt und zur Zusammenarbeit von Zahnarzt und Zahntechniker im Labor.

Den Festvortrag hielt Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Er lobte die Zahntechniker als einen „selbstbewussten, selbstständigen Wirtschaftsbereich“ mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot, der Herausforderungen, wie den Umgang mit neuen Materialien oder die zunehmende Internationalisierung, gut gemeistert habe.

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