Tsunamikatastrophe

Dank geht an die Deutsche Zahnärzteschaft

Am zweiten Weihnachtstag 2004 wurden große Teile Asiens von einem mächtigen Seebeben heimgesucht. Mehr als 200 000 Menschen verloren dabei ihr Leben – unter ihnen auch zahlreiche Deutsche Touristen, welche ihre Weihnachtsferien an den traumhaften Stränden Thailands und Sri Lankas verleben wollten.

Vom 27. 12. 2004 bis 28. 2. 2006 war die Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes in Thailand tätig, um die aus 38 Nationen stammenden Opfer der verheerenden Flutkatastrophe zu identifizieren. Der Einsatz in Sri Lanka konnte bis Ende Februar 2005 abgeschlossen werden. Erfahrene Kriminalbeamte, Verwaltungsbeamte und Angestellte sowie Rechtsmediziner und forensische Zahnärzte aus Deutschland und anderen Nationen hatten maßgeblichen Anteil daran, dass 537 von 552 in Deutschland als vermisst gemeldete Personen in der Zwischenzeit identifiziert werden konnten.

Die Identifizierungen erfolgten durch den Vergleich von ante- und post-mortalen Befunden: Zahnstatus, zahnärztliche Röntgenaufnahmen, Fingerabdrücke, DNA-Untersuchungen, aufwändige Tätowierungen, Nummern auf Herzschrittmachern, Defibrillatoren, künstlichen Hüft- und Kniegelenken und mehr.

Die Mehrzahl der in Thailand verstorbenen Flutwellenopfer konnte an Hand zahnärztlicher Merkmalsüberprüfungen eindeutig identifiziert werden: Zahnstatusabgleich, Vergleich ante- und post-mortaler zahnärztlicher Röntgenaufnahmen, Auswertung antemortaler Gipsmodelle und kieferorthopädischer Befundunterlagen und mehr.

Die Einzigartigkeit des menschlichen Gebisses in Verbindung mit den in Deutschland üblichen Dokumentationen in zahnärztlichen Praxen führte dazu, dass in zirka 80 Prozent der Fälle dentale Befunde ausschlaggebend waren für die erfolgreiche Identifizierung der Deutschen Flutwellenopfer.

Hierzu haben nicht nur die in Thailand und Sri Lanka eingesetzten Deutschen und internationalen Zahnärztinnen und Zahnärzte beigetragen, sondern auch die in Deutschland niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte, welche den Behörden die zu Lebzeiten erstellten Unterlagen ihrer Patienten zur Verfügung gestellt haben.

An dieser Stelle möchten wir – auch im Namen der Angehörigen und der Mitglieder der Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes – den in Deutschland niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten danken, die uns mit ihren Behandlungsunterlagen, Röntgenaufnahmen, Gipsmodellen und mehr unterstützt und zur erfolgreichen Identifizierung der Deutschen Tsunami-Opfer beigetragen haben.

Dr. Dr. Claus Grundmann
Viktoriastr. 8
47166 Duisburg
Sachverständiger der Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes

Horst Engel
Erster Kriminalhauptkommissar
Thaerstr. 11
65193 Wiesbaden
Geschäftsführer der Identifizierungskommission des Bundeskriminalamtes

Jürgen Peter
Kriminaloberrat
Thaerstr. 11
65193 Wiesbaden
Polizeiführer der BAO IDKO Südostasien des Bundeskriminalamtes


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