Wissenschaftliche Kontakte mit Kollegen aus der GUS

Großes Interesse für die Prophylaxe

Intensive kollegiale Kontakte zu Zahnärzten aus Weißrussland und der russischen Föderation hat der „Initiativkreis von Zahnärzten aus Bühl und Umgebung“ in Eigeninitiative aufgebaut und pflegt diese kontinuierlich. In diesem Jahr konnte der Kreis um einige Wissenschaftler erweitert werden. Interessiert nahmen die Gäste auf, welche Rolle Prophylaxe als betriebswirtschaftliche Chance erfüllen kann.

In der Reihe kollegialer Begegnungen kam auch in diesem Jahr wieder eine Gruppe von sechs Kollegen aus der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) nach Bühl/Baden. Waren es in den vergangenen Jahren ausnahmslos Teilnehmer aus der Republik Belarus, so konnte bei dieser Seminarwoche die Gruppe weißrussischer Zahnärzte auch regional durch die Teilnahme von Dr. Larissa Voronina, Dozentin an der zahnärztlichen Weiterbildungsakademie der Universität Omsk, russische Föderation, und von Prof. Dr. Oxana Denga, zahnärztliche Fakultät in Odessa, Ukraine, erweitert werden.

Beim Symposium „Biochemie des Speichels“, das der „Inititativkreis von Zahnärzten aus Bühl und Umgebung e. V.“ (IZB) 1997 in Bühl veranstaltete, referierten zum ersten Mal Wissenschaftler von zahnärztlichen Hochschulen aus Weißrussland und der russischen Föderation bei ihren Kollegen in Süddeutschland. Diese ersten Kontakte konnten in der Folgezeit zu einem tragfähigen Fundament gestaltet werden, auf dem bis heute weitere Begegnungen mit den osteuropäischen Kollegen in Form von einwöchigen Seminaren in Deutschland und einem gemeinsamen Kongress in Minsk im Jahr 1999 zu Fragen präventiver Behandlungsstrategien organisiert werden konnten.

Motor für diese internationalen Begegnungen sind hierbei Dr. Joachim Kowollik als Vorsitzender des IZB sowie der Präsident der weißrussischen stomatologischen Gesellschaft, Prof. Dr. Peter Leous, Minsk. Leous war über mehrere Jahre hinweg Repräsentant der Sowjetunion bei der WHO in Genf und kann auch noch heute als ein international anerkannter Wissenschaftler für zahnärztliche „public health“ Systeme zur Umsetzung von Strategien gegen die Volkskrankheit Karies bezeichnet werden.

Dichtes Arbeitsprogramm

Das Arbeitsprogramm, welches die Kollegen aus Bühl und Umgebung diesmal für ihre osteuropäischen Kollegen zusammengestellt hatten, beinhaltete nicht nur die von ihnen hoch geschätzten Praxishospitationen, sondern bot auch einen Zwei-Tage-Kurs zum Erlernen neuester Techniken im Bereich der ästhetischen Zahnheilkunde mit Kompositmaterialien. Höhepunkt war zweifelsohne ein halbtägiges gemeinsames Symposium, bei welchem die deutschen Zahnärzte vor allem ihre Arbeit in der Gruppen- und Individualprophylaxe sowie die Rahmenbedingungen ihrer zahnärztlichen Tätigkeit im deutschen Gesundheitswesen darstellen konnten. Für die osteuropäischen Kollegen bot dieses Forum eine gute Möglichkeit, ihre eigene wissenschaftliche Tätigkeit sowie auch ihre Erfahrungen als zumeist nebenberuflich privat tätige Zahnärzte in Kurzvorträgen vorzustellen. Die Teilnehmer stellten hierbei übereinstimmend fest, dass gerade das Angebot eines nachhaltigen Prophylaxeprogramms zum Erhalt der eigenen Zähne das „Schlüsselinstrument“ ist, mit welchem eine vertrauensvolle und langjährige Patientenbindung aufgebaut werden kann.

Das Besuchsprogramm für die Kollegen aus der GUS war auch in diesem Jahr wiederum nur möglich durch die intensive Unterstützung zahlreicher Zahnärzte und deren teilweise russisch sprechendem Assistenzpersonal, das sich über den Besuch aus der ehemaligen Heimat freute. Dentalfirmen trugen – wie schon in der Vergangenheit – durch eine finanzielle Unterstützung zum Gelingen dieser Projektarbeit bei.

Die bei der Verabschiedung der Gäste von Prof. Dr. Denga ausgesprochene Gegeneinladung zur Teilnahme am internationalen Kongress der ukrainischen Zahnärzte in der Schwarzmeermetropole Odessa im Mai 2006 nutze Kowollik spontan durch seine aktive Teilnahme an dieser hervorragend organisierten Großveranstaltung. Mit seinem Vortrag über die betriebswirtschaftlichen Chancen privatzahnärztlicher Leistungen im Bereich der Kinder- und Erwachsenenprophylaxe konnte er an die Veranstaltung in Bühl anknüpfen.

Dr. Joachim Kowollik
Laufer Str. 8, 77833 Ottersweier
jokodens@t-online.de

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