Editorial

Editoria

Liebe Leserinnen und Leser,

dreißig Jahre ist es inzwischen her, dass Legionella pneumophila erstmals beschrieben wurde. Damals infizierten sich auf einem Veteranentreffen amerikanischer Militärs 182 Teilnehmer mit diesen gefährlichen Bakterien. Wenig später starben 29 dieser „Legionäre“ an akuter Lungenentzündung. Die Medien berichteten ausführlich, auch über weitere Infektionsfälle – in mehr oder minder großen Abständen bis heute. Die damals entstandene Angst vor der sogenannten „Legionärskrankheit“ blieb.

Dabei hat sich seit Mitte der Siebzigerjahre einiges geklärt: Man weiß, dass die Vorsorge gegen Infektionskrankheiten durch die gefährlichen Legionellen unkompliziert ist. Das Bakterium Legionella – prinzipiell nachweisbar ist es in vielen wasserführenden Leitungen – fühlt sich nur in Biofilmen warmer, stehender Wasserleitungen richtig wohl.

Wer also länger in den Leitungen befindliches Wasser gründlich abfließen lässt, sorgt schon für einen ausreichenden Schutz gegen die Krankheitsgefahr. Ein Tipp, den inzwischen viele Menschen, sei es in warmen Gefilden im Urlaub, sei es bei Rückkehr nach längerer Abwesenheit vom eigenen Haushalt vor dem Duschen, Waschen oder Trinken beherzigen.

Sicher, für manchen in unserer immer stärker ökologisch motivierten Gesellschaft ist das wohl kein leicht von der Hand gehendes Unterfangen. Aber es bleibt – gerade auch wegen der vor heutigen Wassersparzeiten vielfach weit größer angelegten, inzwischen deshalb überdimensionierten Leitungen – sicherlich ein nachweislich präventiver Aspekt. Auch hier hat Hygiene Vorfahrt.

Diese Form hygienischer Vorsorge wird auch in Deutschlands Zahnarztpraxen erfolgreich praktiziert. Laut Robert Koch-Institut, das in Deutschland Jahr für Jahr immerhin insgesamt etwa 500 Fälle von Legionella- Infektionen feststellt, war in den vergangenen Jahren nicht in einem Fall eine Zahnarztpraxis der Infektionsherd und damit die Ursache für die festgestellten Erkrankungen.

Festzuhalten ist, dass die „Keimattacke aus dem Wasserhahn“, wie sie unsere Titelgeschichte darstellt, bei richtigem Hygieneverhalten kein Problem darstellen muss. In Deutschlands Zahnarztpraxen ist das gewährleistet.

Mit freundlichem Gruß

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur