Neue Räume für das Heinrich-Hammer-Institut in Kiel

Forum für ein lebenslanges Lernen

Zum 25. Jahrestag seines Bestehens eröffnete am 7. März 2007 das Heinrich-Hammer-Institut (HHI) in den neuen Räumen der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein seine Türen. Anlass für einen Festakt, der gleichzeitig auch eine Geburtstagsfeier war: Denn der erste wissenschaftliche Leiter des Fortbildungsinstituts, Prof. Dr. Dr. Werner Hahn, wurde an diesem Tag 95 Jahre alt.

„Fortbildung erfreut sich bei uns Zahnärzten und unseren Teams eines sehr hohen Stellenwerts“, betonte Kammerpräsident Hans-Peter Küchenmeister in seiner Begrüßungsrede. „Freizeit wird geopfert, Verdienstausfälle in Kauf genommen und die Seminargebühren für Praxisinhaber und Teams geschultert.“ Mit Stolz verwies er darauf, dass die Anmeldezahlen für das HHI mit 1 500 wieder über denen des Vorjahres lägen, und das bei insgesamt 1900 tätigen Zahnärzten im Land. Für 2007 seien insgesamt rund 200 Veranstaltungen geplant. Die Nachfrage nach qualifizierten Fortbildungen steige seit Jahren an. Verzeichnete das HHI im Jahre 1998 immerhin 2 161 Teilnehmer, so waren es 2005 bereits 3 743.

Grund für die schleswig-holsteinischen Zahnärzte, mit dem Bau zum neuen Kammergebäude am Westring 496 auch das Fortbildungsinstitut größer und auf dem modernsten Stand der Technik zu konzipieren. Vizepräsident und Fortbildungsreferent Dr. Michael Brandt, der die Planung und den Bau maßgeblich mit konzipiert hatte, stellte die neuen Möglichkeiten vor. Hier können Dank eines flexiblen Raumkonzepts Vorlesungen, praktische Übungen am Phantomkopf, Live-OPs und praktische Behandlungsmethoden, aber auch Kammersitzungen und Tagungen stattfinden. Bis zu 196 Gäste kann das Institut, das mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattet ist, aufnehmen. Bauherr des neuen Fortbildungszentrums ist das Versorgungswerk.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Verbänden und der Zahnärzteschaft kamen, um sich vom gelungenen Konzept zu überzeugen und Prof. Dr. Dr. Werner Hahn, der als erster wissenschaftlicher Leiter die Geschicke des Instituts von 1982 bis 2002 geleitet hatte, zu seinem 95. Geburtstag zu ehren. Unter den Gästen aus der Politik befanden sich der schleswig-holsteinische Landtagspräsident Martin Krayenburg sowie Vertreter von Ministerien und Parteien, die Grußworte sprachen. Prof. Dr. Jörg Wiltfang, Direktor der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, hob die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Praxis und Wissenschaft hervor. Der KZV-Vorsitzende Dr. Peter Kriett unterstrich die Bedeutung der Bündelung von Wissen, Erfahrung und Kompetenz für den zahnärztlichen Berufsstand.

Ethische Berufspflicht

Als Vertreter der Bundesebene war BZÄKVizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Sprekels nach Kiel gereist. Die Zahnärztekammern hätten sich schon immer sehr für die freiwillige Fortbildung als „ethische Berufspflicht“ eingesetzt, erklärte er. Insofern hätte es einer gesetzlich geregelten Zwangsfortbildung nicht bedurft. Kritisch ging er mit dem neuen Wettbewerbsstärkungsgesetz mit seinen „500 bis 600 Seiten juristischem Beamtendeutsch“ um. Dies sei der Weg in eine reglementierte Staatsmedizin. Gesundheit sei aber ein viel zu hohes Gut, als dass man sie allein den Politikern überlassen dürfe. „Zähne erhalten können nur wir!“, unterstrich er. Im System der befundorientierten Festzuschüsse und der präventionsorientierten Zahnheilkunde sehe er die Zukunft der Zahnmedizin. Aus-, Fort- und Weiterbildung seien die ureigenste Aufgabe des Berufsstandes. In dieser Hinsicht sei die Zahnärzteschaft sehr gut aufgestellt und das Heinrich-Hammer-Institut gelte als einer der „big player“ in diesem Bereich.

Das HHI wurde 1981 gegründet und ist benannt nach Prof. Dr. Dr. Heinrich Hammer, Ordinarius für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Kiel. Die offizielle Einweihung erfolgte 1982 unter der Leitung von Prof. Hahn, der 2002 symbolisch den Schlüssel an seinen Nachfolger Prof. Dr. Dr. Franz Härle übergab. Härle, der die Feierstunde zu einem historischen Rückblick nutzte, hatte Hahn 22 Jahre zuvor auch schon in der Position des Direktors der Kieler Zahn-, Mund- und Kieferklinik abgelöst. Prof. Hahn, der sich über die vielen Ehrungen bezüglich seiner erfolgreichen Arbeit für die Fortbildung und zu seinem Geburtstag sichtlich freute, betonte: „Das alles war nur möglich, weil ich leidenschaftlich gern Zahnarzt bin“.


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