Editorial

Editoria

Liebe Leserinnen und Leser,

„Wer soll das bezahlen?“ Diese Frage war auf der nach Ausstellerangaben erfolgreichen IDS 2007 im kollegialen Gespräch unter Zahnärzten immer wieder zu hören. Obwohl die Besucherrekorde nach wie vor von zahnärztlicher Investitionsbereitschaft zeugen: Das Praxis-Portmonee sitzt augenscheinlich längst nicht mehr so locker wie in ehemals für Patienten und Zahnärzte weniger belasteten Zeiten.

Verwundern kann das mit Blick auf die sich verschlechternden gesundheitspolitischen Rahmenbedingen nicht. Vertragsarztrechtsänderungsgesetz wie auch das seit Anfang April geltende Wettbewerbsstärkungsgesetz werden die Lage in den kommenden Jahren nicht einfacher machen.

Professionelles Jonglieren mit Zahlen wird also mehr denn je zur Conditio sine qua non für diejenigen, die sich und ihren Patienten die angestammte Vertrauensposition und eine qualitativ hochwertige Versorgung auf aktuellem Stand des Fortschrittes erhalten wollen. Dass das nach wie vor geht, zeigt – zumindest bis dato – das Gros der deutschen Zahnarztpraxen.

Aber dennoch: Der zahnärztliche Berufsstand – in der Ausbildung vorrangig auf Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde vorbereitet – steckt heute nicht nur in den gesetzgeberischen Fängen zeitaufwändiger bürokratischer Zusatzarbeit. Der Freiberufler in der Praxis muss sich auch mehr denn je mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten seines Tuns auseinandersetzen.

Auch wenn manche im ärztlichen wie zahnärztlichen Bereich kursierende Aussage zu Insolvenzen sicherlich mit Vorsicht zu betrachten ist, gilt doch: Wer nicht richtig haushält, rutscht schnell an den Rand der schwarzen Zahlen. Kein Wunder! Auf der Rutschbahn zum ungesunden Finanzgefüge unterliegen Zahnärzte vergleichbaren Bedingungen wie andere unternehmerische Berufe. Schwarze und rote Zahlen trennt in der freien Wirtschaftswelt bekannterweise eine manchmal sehr schmale Null. Es tut gut zu wissen, dass der Berufstand das Problem bereits aktiv angeht. Betriebswirtschaft ist in vielen Bereichen der zahnärztlichen Interessensvertretung fester Bestandteil von Fortbildungs- wie auch Beratungsangeboten.

Aber letztlich muss der Freiberufler die Finanzentwicklung seiner Praxis aufmerksam verfolgen. Wer erst reagiert, wenn die Bank Alarm gibt, hat meist einen schweren Stand. Wer vorher aufpasst, kann das Blatt – mit eigenem Sachverstand oder professioneller Unterstützung – meist rechtzeitig wenden und das weitermachen, was den Beruf ausmacht: Sich um Patienten zu kümmern.

Ihr

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur