49. Fortbildungswoche Westerland

Inselthema 2007: Ran an die Wurzel

Endodontie und mit ihr die Möglichkeit des Zahnerhalts war das Thema, das sich die Fortbildungsreferenten der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein für die diesjährige Sylter Fortbildungswoche im großzügig renovierten Tagungszentrum in Westerland vorgenommen und perfekt umgesetzt haben. Knapp 1 460 Zahnärztinnen und Zahnärzte mit ihren Teams konnten bei 17 internationalen Referenten jede Menge Vorträge hören, in insgesamt 46 Seminaren ihr Wissen vertiefen und sogar „Hand anlegen“ beim Suchen des vierten oder fünften Kanals unter dem Mikroskop.

Bei der Auftaktveranstaltung zur alljährlichen Fortbildungstagung der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein geht es immer recht politisch zu. Und so machten die Redner auch diesmal aus ihrer Kritik am Gesundheitswesen in ihren Worten zur feierlichen Eröffnung keinen Hehl. „Wir müssen uns gegen die Radikalisierung des Sozialstaates behaupten“, appellierte Kammerpräsident Hans-Peter Küchenmeister an die Zuhörer.

Scheu vor Investitionen

Er warf der Ministerin weiter vor, die private Krankenversicherung zerstören zu wollen. „Entartete Gesetze“ sollten ganz offenbar zu einer „Einheitsmedizin und Verstaatlichung“ führen. Und den Krankenkassen lastete der Kammerpräsident an, in einen Wettbewerb „um die geringste Leistung für die Versicherten und die geringsten Honorierungen für die Heilberufe“ eingetreten zu sein.

Die Auswirkungen dieser fatalen Entwicklung des Gesundheitswesens seien bereits sichtbar, so Küchenmeister weiter: „In den Zahnarztpraxen macht sich Unbehagen breit. Eine aktuelle Umfrage unserer Kammer in schleswig-holsteinischen Zahnarztpraxen ergab, dass sich 75 Prozent der Befragten verunsichert fühlen, zwei Drittel vermeiden derzeit Investitionen.“

Schützenhilfe erhielt Küchenmeister vom Vizepräsidenten der Bundeszahnärztekammer: „Die Politik weigert sich, Fakten anzuerkennen und verwickelt sich lieber in endlose Diskussionen“, rügte Prof. Dr. Wolfgang Sprekels. Auch Dr. Peter Kriett, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Schleswig-Holstein, sparte nicht mit harten Worten: „Unser Vertrauen in das politische Handeln schwindet zunehmend. Man gewinnt gar den Eindruck, dass hier die Atomisierung eines Berufsstandes betrieben wird.“

Wurzelwerk

Rund um die Wurzel informierten diverse Vorträge und Seminare die Teilnehmer schließlich aus allen Bereichen der Endodontie. Klar wurde eines: Man kann heute sehr sehr viel tun, um einen häufig von vielen Zahnärzten als extraxtionswürdig deklarierten Zahn doch zu erhalten und mit einer entsprechenden Aufbereitung und anschließender prothetischen Versorgung noch für viele Jahre im Patientenmund zu belassen. So beginnt die perfekte endodontische Behandlung mit der Diagnosestellung, sprich mit der richtigen Röntgenaufnahme.

Weiter geht sie über den perfekt angelegten Kofferdam, damit wasserfrei gearbeitet werden kann, über die Freilegung der Pulpa und das Aufsuchen „versteckter“ Kanäle, über viele weitere Teilschritte bis zur endoskopischen Kontrolle bei der Wurzelspitzenresektion. Mehr über die fachlichen Inhalte in zm 14.

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