Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

auch wenn die systemischen Zusammenhänge oraler und anderer Erkrankungen noch lange nicht erschöpfend erforscht sind: Die Hinweise, dass „gesund im Mund“ beginnt, dass orale Erkrankungen Ursache, Indiz oder auch Manifestation anderer Krankheiten sein können, wird inzwischen nicht mehr in Frage gestellt. Der Fortbildungsschwerpunkt dieser zm – „Mundgesundheit als Spiegelbild der allgemeinen Gesundheit“ – zeigt anhand aktueller Überblicke, wie weit diesbezügliche Erkenntnisse in bestimmten Fachgebieten schon gediehen sind.

Sie verdeutlichen, dass die Bedeutung der Zahnmedizin und der konstanten Betreuung der Patienten durch die zahnärztliche Praxis sich nicht auf den oralen Bereich beschränken lässt. Vieles deutet heute darauf hin, dass der Zahnmedizin im interdisziplinären Bereich der Medizin eine besondere Rolle zukommt. Weitgehend unbestritten sind sicherlich die Ansätze im Bereich der Prophylaxe und der Früherkennung.

Wachsend mit dem Stand zahnmedizinischer Kenntnis kristallisiert sich zunehmend heraus, dass die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in den kommenden Jahren im Reigen der medizinischen Fachbereiche eine neue Einordnung erfahren kann. Sicherlich bedarf es weiterer nachhaltiger Forschung, wie genau sich orale Erkrankungen, deren Diagnose und therapeutische Folgerungen in die gesamtmedizinische Betrachtung einfügen lassen. Diese Kenntnisse werden aber auch Überlegungen einfordern, welche Konsequenzen für das System medizinischer Versorgung daraus zu ziehen sind.

Gerade Bereiche wie beispielsweise der der Parodontologie werden darüber hinaus andere Fragen aufwerfen: Wie wird sich etwa ein budgetgeprägtes Versorgungssystem – eingedenk der systemischen Erkenntnisse und Folgen der Paro – auf die wachsenden Herausforderungen dieser „Volkskrankheit“ einstellen? Die Problemlage ist umrissen, Lösungsansätze werden diskutiert, richtungsweisende Entscheidungen sind aber noch nicht angedacht.

Auch der gesetzgebenden Aufsicht dürfte inzwischen dämmern, dass der Binsenweisheit, medizinischer Fortschritt müsse auch bezahlt werden, eigentlich Taten folgen müssen.

Mit freundlichem Gruß

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur