Council of European Dentists

Gut gerüstet für die Zukunft

Die Vollversammlung des Council of European Dentists (CED) am 30. November 2007 in Brüssel war geprägt von harter Sacharbeit. Neben den mit Spannung erwarteten Wahlen standen zwei Themen im Vordergrund: Der endgültig verabschiedete Berufskodex der europäischen Zahnärzte und die nun EU-weit gültige Resolution zur Zukunft des Zahnarztes.

Die halbjährliche Vollversammlung des Council of European Dentists, der Vertretung von 32 europäischen zahnärztlichen Spitzenorganisationen in Brüssel, war eingangs von Wahlen bestimmt. Es galt zum einen, die Vorstandsmitglieder des CED zu bestimmen. Mit großer Mehrheit wurde der amtierende Vizepräsident des CED, Prof. Dr. Wolfgang Sprekels (ebenfalls Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer), im ersten Wahlgang als Vorstandsmitglied bestätigt. Er setzte sich gegenüber insgesamt vier Gegenkandidaten (Susie Sanderson aus England, Matti Pöyry aus Finnland, Ward van Dijk aus den Niederlanden und Piret Väli aus Estland) durch. Für die Wahl der noch zu besetzenden Posten des zweiten und dritten Vorstandsmitglieds wurden Piret Väli und Matti Pöyry wiedergewählt. Zudem wurde Tom Feeney (Irland), der als einziger Kandidat für das Amt des Finanzdirektors kandidierte, einstimmig bestätigt. Die Wiederwahl zeigt und bekräftigt die kontinuierlich guten Arbeiten des Vorstandes.

Im Anschluss an die Vorstandsmitgliederwahl wurde Sprekels erneut einstimmig durch den Vorstand zum Vizepräsidenten bestimmt. Sprekels, der nun neben dem CED-Präsidenten Dr. Orlando Monteiro da Silva die Spitze der europäischen Zahnärzte vertritt, sieht in den Vorstandswahlen die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der BZÄK und den anderen Mitgliedstaaten im CED bestätigt. Dies sei insbesondere auch auf die professionelle Lobbyarbeit des Brüsseler Büros der BZÄK zurückzuführen, erklärte er.

Neuer Berufskodex

Die inhaltlichen Diskussionen der Vollversammlung waren geprägt von Entscheidungen, die für die weitere politische Arbeit des CED von zentraler Bedeutung waren. Die Überarbeitung des „Ethical Code“ des CED wurde einstimmig durch die Delegierten angenommen. Eine Aktualisierung des seit 1965 bestehenden Berufskodex hatte bereits im Jahre 2002 stattgefunden. Aufgrund der zunehmenden Mobilität von Dienstleistungen in ganz Europa und in Folge der Aufforderung der Kommission war jedoch eine Überarbeitung notwendig geworden. Der neue Berufskodex zeigt klar, dass sich die Zahnärzte ihrer Verantwortung gegenüber den Patienten vollends bewusst sind. Das Verhältnis zwischen Zahnarzt und Patient stellt das Herzstück des Kodex dar. Zudem wird die Rolle des freiberuflichen Zahnarztes als Manager eines Teams in Zusammenarbeit mit Kollegen und Berufsorganisationen gestärkt.

Die Bundeszahnärztekammer hatte durch Mitwirkung in der Task Force „Ethical Code“ in Zusammenarbeit mit dem EU-Ausschuss der BZÄK und der Arbeitsgemeinschaft „Musterberufsordnung“ der Kammergeschäftsführer eine große Anzahl von Änderungsvorschlägen eingebracht, die fast alle angenommen wurden.

Verantwortung

Einstimmig nahmen die Delegierten auch die Resolution „Zukunft des Zahnarztes“ an. Mit ihr unterstreichen die europäischen Zahnärzte ihre Bereitschaft, neue Herausforderungen, wie etwa den demografischen Wandel oder neue technische Errungenschaften, anzunehmen. Der Zahnarzt nehme alle Belange rund um die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde mit großer Verantwortung wahr.

Die Resolution versteht sich als eine wichtige Empfehlung für die zukünftige Entwicklung des Zahnarztes und für die gesundheitspolitischen Diskussionen in den nächsten Jahren. Sie ist für den Praktiker ebenso bedeutend wie für die Hochschule. Das Papier richtet sich zudem auch an staatliche Behörden.

Die BZÄK war maßgeblich an der Erstellung der Resolution durch die Arbeitsgruppe „Education“ des CED, vertreten durch BZÄK-Vorstandsmitglied Dr. Peter Engel, beteiligt. Engel unterstrich gegenüber den Delegierten, dass der zahnmedizinische kein handwerklicher Beruf sei, sondern ein medizinischer, dies stelle die Resolution deutlich heraus.

Spekels wies in der VV noch einmal auf den großen Erfolg der Zahnärzteschaft im Lobbying gegen eine europaweite Harmonisierung der Dienstleistungshaftung bei gleichzeitiger Einführung der Beweislastumkehr. Dies war in dem Entwurf eines Initiativberichts des europäischen Parlaments gefordert worden. Der CED und die BZÄK hatten sich in einer Allianz mit anderen europäischen Organisationen der freien Berufe in Brüssel dagegen ausgesprochen und sich mit ihrer Position in dem politischen Entscheidungsprozess durchgesetzt.

Ein weiteres wichtiges Thema der Vollversammlung war der in Kürze zu erwartende Vorschlag für eine Gesundheitsdienstleistungsrichtlinie. Die Richtlinie wird mittelfristig einen nachhaltigen Einfluss auf die Gesundheitssysteme aller Mitgliedstaaten haben. In diesem Zusammenhang betonte Prof. Sprekels, dass es besonders wichtig sei, nicht nur Lobbying in Brüssel zu betreiben, die Nationalverbände müssten sich vor allem an ihre eigenen Ministerien wenden. Das Feedback zu dem Gesetzesentwurf aus den Nationalverbänden müsse anschließend an den CED weitergegeben werden. Durch gemeinschaftliche Aktionen könne erreicht werden, dass eine Richtlinie verabschiedet werde, die der Profession des Zahnarztes nicht schade, sondern sie unterstütze, ebenso die anderen Heilberufe und Patienten in ganz Europa.

Die Entwicklungen in Bezug auf die Gesundheitsdienstleistungsrichtlinie werden in den entsprechenden nationalen und internationalen berufspolitischen Gremien regelmäßig verfolgt und begleitet. Im Vorfeld der Vollversammlung hatte sich die Task Force „Binnenmarkt“ des CED, in der auch die BZÄK Mitglied ist, zu dem Vorentwurf beraten. Auch der EU-Ausschuss der Bundeszahnärztekammer hatte darüber im Anschluss an die Diskussionen auf der Vollversammlung ausführlich diskutiert.

Der Präsident des CED, Dr. Orlando da Silva, verwies auf den Europatag der BZÄK im letzten Sommer und erklärte, dass die Diskussionen zur zahnärztlichen Zukunft in Europa dort sehr fruchtbar gewesen seien. Besonders hob er das große Interesse und das Engagement der Deutschen für Europa hervor.

Jessica Beyer
Bundeszahnärztekammer
Chausseestr. 13
10115 Berlin

 

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