Editorial

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

was der Volksmund über „Hänschen, Hans“ und deren Lernfähigkeit sagt, galt für den zahnmedizinischen Berufsstand noch nie. Lebenslanges Lernen ist für Zahnmediziner ein gewollter und nach wie vor akzeptierter Begleiter durch das ganze Berufsleben. Hinlänglicher Beweis sind die hohen Teilnehmerzahlen in der zahnärztlichen Fort- und Weiterbildung. Angesichts ständiger Weiterentwicklung zahnmedizinischer Wissenschaft und Forschung wäre eine andere Vorgehensweise gar nicht denkbar.

Aber nicht nur dieser Fortschritt, auch die Tatsache, dass akademisch und postgradual erlangtes Wissen selbstverständlich international geprägt sind, stellt Anforderungen, die nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der Fort- und Weiterbildung berücksichtigt werden müssen.

Deutschlands Zahnärzteschaft hat – im Schulterschluss von Standespolitik und Hochschule – ein modular aufgebautes Modell entwickelt, das liberal und flexibel die Möglichkeiten schafft, dem Zahnarzt in Zeiten von Bologna, Bachelor und Master, im Zuge von Spezialisierung und Tätigkeitsschwerpunkten einen individuell gestaltbaren Weg durch den Angebotsdschungel der Fort- und Weiterbildung zu ebnen. Das Modell bietet Rahmenbedingungen, die die eigene Handlungsfähigkeit erhalten, die es dem Praktiker ermöglichen, originär zahnärztliche Belange auch künftig selbst in Eigenverantwortung zu gestalten.

Das Modell, das auf dem Deutschen Zahnärztetag im November vergangenen Jahres in Düsseldorf „grünes Licht“ bekam, wird jetzt von den Beteiligten mit Leben erfüllt werden müssen. Es schafft in dem komplexen Fort- und Weiterbildungsangebot eine Orientierung, die dem zahnärztlichen Freiberufler hilft, sein lebenslanges Lernen nach spezifisch eigenen Bedürfnissen ausgerichtet fachgerecht gestalten zu können und diesen individuellen Weg auch in allen Stufen wechselseitig und durchlässig angerechnet zu bekommen.

Damit auch in Zukunft für Zahnmediziner gilt, dass „Hans“ sein fachliches Lernen in Form von postgradualer Fort- und Weiterbildung so in den Berufsalltag integrieren kann, dass die Qualität seines zahnärztlichen Handelns gewährleistet bleibt.

Mit freundlichem Gruß

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur