Pkw im Praxisvermögen

Beruflich unterwegs

Ob ein Zahnarzt sein Auto ins Betriebsvermögen nimmt, ist mehr als eine Frage des Geschmacks. Vielmehr entscheiden seine persönlichen Verhältnisse und der daraus resultierende betriebliche Kfz-Kostenanteil. Steuerliche Regelungen bei Unfall oder Diebstahl können ebenfalls eine Rolle spielen.

Steht ein Zahnarzt vor der Entscheidung, seinen Pkw ins Praxisvermögen aufzunehmen, sind generell drei Varianten denkbar – mit ganz verschiedenen Auswirkungen. Der Praxisinhaber sollte prüfen, welcher dieser Möglichkeiten auf seine individuelle Situation am besten passt. Ein Patentrezept gibt es nicht. Den Ausschlag gibt letztlich, in welchem Ausmaß er das Auto dienstlich nutzt: weniger oder mehr als zehn Prozent oder gar überwiegend.

Eine betriebliche Nutzung liegt generell vor, wenn der Pkw tatsächlich in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Zahnarztpraxis genutzt wird. Das gilt auch bei Fahrten zwischen Wohnung und Zahnarztpraxis sowie bei Familienheimfahrten. Außerdem dann wenn der Praxischef das Fahrzeug einer Angestellten überlässt – selbst wenn diese damit privat unterwegs ist.

• Unter zehn Prozent

Nutzt ein Zahnarzt seinen Wagen weniger als zehn Prozent für die Praxis, wird dieser nicht im Betriebsvermögen geführt. Folglich können keinerlei Kosten für dieses Fahrzeug steuerlich geltend gemacht werden, andererseits ist kein Privatanteil zu versteuern. Beruflich bedingte Fahrten kann der Zahnarzt je Kilometer mit 30 Cent steuermindernd geltend machen.

• Maximal die Hälfte

Ist der Pkw bis zu 50 Prozent für die Praxis im Einsatz, gehört er zum – gewillkürten – Betriebsvermögen. Dies bedeutet für den Zahnarzt, dass er die Kosten entsprechend der betrieblichen und privaten Touren im Fahrtenbuch zu unterscheiden hat. Aus den Aufzeichnungen ergibt sich der jeweilige Nutzungsanteil an den Gesamtkosten. Daraus wird dann der steuerpflichtige Privatanteil ermittelt.

• Überwiegend betrieblich auf Achse

Ein Fahrzeug, das über 50 Prozent für die Praxis genutzt wird, zählt zum notwendigen Betriebsvermögen. Entsprechend ist der Umfang der betrieblichen Nutzung zu belegen. Denn das Finanzamt unterstellt immer, dass jeder fahrbare Untersatz auch privat genutzt wird. In welchem Umfang dies tatsächlich geschieht, kann nach der beschriebenen Anteilsregelung nachgewiesen werden. Alternativ kann der Zahnarzt die Ein-Prozent-Regelung in Anspruch nehmen, um den Eigenverbrauch zu ermitteln.

Geparkt, geklaut

Bevor sich ein Zahnarzt letztlich entscheidet, ein Auto in sein Betriebsvermögen zu nehmen, lohnt der Blick auf steuerliche Regelungen – etwa bei Unfall oder Diebstahl. Grundsätzlich gilt: Entstehen an betrieblichen Pkws bei privaten Wegen Schäden, sind die Kosten privat zu tragen. Wäre der Anlass ein betrieblicher, könnten diese als Betriebsausgabe steuermindernd geltend gemacht werden.

Ausnahmen: Fährt ein Zahnarzt mit dem Firmenwagen von der Arbeit nach Hause und stellt diesen vor der Wohnung ab, befindet er sich auf einer betrieblichen Fahrt: Eventuelle Schäden sind entspechend betrieblich; bei Diebstahl darf er den Restbuchwert vom Gewinn abziehen. Denn dafür gelten dieselben Grundsätze wie bei einem Unfall.

Kompliziert wird es bei gemischt veranlassten Fahrten. Das musste ein Arzt erfahren, der einen Kollegen besuchen wollte und – da er zu früh dran war – einen Abstecher zum Weihnachtsmarkt machte. Sein Firmenwagen wurde vom Parkplatz gestohlen. Der Arzt machte den Schaden bei seiner Kaskoversicherung geltend, erhielt aber keine Erstattung – wegen einer Obliegenheitsverletzung. Daraufhin setzte er den Buchwert des Autos als Betriebsausgabe ab. Dagegen hatte jedoch der Bundesfinanzhof (BFH) etwas. In seinem Urteil vom 18. April 2007 (Az.: XI R 60/04) stufte er den Abstecher als privat ein, die Kosten ebenso.

Geschenkt, geparkt

Wollte ein Zahnarzt einer Mitarbeiterin etwas Gutes tun und stellte ihr unentgeltlich einen Parkplatz zur Verfügung, bekam er in der Vergangenheit schon mal Ärger mit den Fiskus. Der ging davon aus, dass die unentgeltliche Überlassung als „geldwerter Vorteil“ und damit als Arbeitslohn zähle.

Dem widersprach das Finanzministerium Nordrhein-Westfalen (Erlass vom 28. September 2006, Az.: S 2334-61-V B 3). Es reagierte auf ein Urteil des Finanzgerichts Köln vom 15. März 2006 (Az.: 11 K 5680/04), das noch von einer Lohnsteuerpflicht ausgegangen war.

Mit dem Erlass des NRW-Finanzministeriums kann ein Zahnarzt auf die Praxis einen Parkplatz anmieten, Mitarbeitern kostenfrei überlassen und diese Betriebsausgabe geltend machen. Das ist nicht auf den Arbeitslohn anzurechnen.

Dr. Sigrid Olbertz
Zahnärztin, Master of Business Administration
Mittelstr. 11a
45549 Sprockhövel-Haßlinghausen

zm-Info

Punkte in Flensburg reduzieren

Besonders Vielfahrer kennen das Problem: Kleinere Vergehen oder Unachtsamkeiten lassen den Kontostand in Flensburg kontinuierlich steigen. Einmal mit dem Handy am Ohr unterwegs, einmal den abgefahrenen Reifen übersehen, schon sind vier Punkte beisammen. Über acht Millionen Deutsche stehen bereits in der Sündenkartei.

Natürlich können Autofahrer zwei Jahre warten, bis ihre Punkte automatisch verfallen. Leisten sie sich jedoch innerhalb dieser Zeit weitere Verstöße, werden alle vorhandenen Punkte erst gelöscht, wenn die Tilgungsfrist des letzten Eintrages abgelaufen ist. Dann kann es schon mal knapp werden und es droht der Entzug des Führerscheins. Betroffene sollten sich überlegen, die Punkte aktiv zu tilgen. Diese Chance haben sie nur einmal in fünf Jahren.

Viele Fahrschulen, aber auch Sachverständigenorganisationen wie etwa die TÜVs, bieten freiwillige Aufbauseminare an. Durch diese können Verkehrssünder mit weniger als neun Punkten in Flensburg vier davon abbauen. Liegt der Kontostand zwischen 9 und 13, kann ein Seminar nur noch zwei Punkte löschen. Ab 14 Strafpunkten geht nichts mehr. Ein Aufbauseminar kostet zwischen 250 bis 300 Euro. Die Bescheinigung ist binnen drei Monaten der Führerscheinstelle vorzulegen.

Ab 14 Strafpunkten bleibt nur ein anderer Weg: Die (freiwillige) Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung mindert um zwei Punkte.


 

Weitere Bilder
Bilder schließen