Neue CD-ROM des Vereins für Zahnhygiene

Brücken zu den Eltern

Das Verhalten von Eltern beeinflusst die Zahngesundheit im Milchgebiss ihrer Kinder. Der Verein für Zahnhygiene präsentiert auf seiner neuen CD-ROM „Elternarbeit“ Ideen, um Mütter und Väter im Rahmen der Gruppenprophylaxe besser zu erreichen.

Konzipiert von der Zahnärztin und Kinderprophylaxe-Expertin Dr. Andrea Thumeyer, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege in Hessen (LAGH), bietet die neue CD-ROM des Vereins für Zahnhygiene eine umfangreiche Materialsammlung zur Elternarbeit. Das Portfolio richtet sich an alle Multiplikatoren in der Gruppenprophylaxe, wie Patenschaftszahnärzte und Erzieherinnen. Die neue CD-ROM stellt Elternarbeit als einen wichtigen Baustein der Gruppenprophylaxe vor – um Eltern zur Mitarbeit zu motivieren und letztlich mehr Zahngesundheit im Milchund Wechselgebiss zu erzielen.

32 Alternativen

Den traditionellen Elternabend besuchen längst nicht alle Eltern. „Unser Grundgedanke ist daher, mit dem Thema Zahngesundheitsförderung dort präsent zu sein, wo viele, wo möglichst alle Eltern sind“, erläutert Thumeyer. Die größtmögliche Zahl von Familien erreichten Multiplikatoren nur, wenn sie verschiedene Methoden und Kommunikationskanäle nutzten sowie unterschiedliche Arten von Aktivitäten und Mitwirkungsformen anböten.

Eine wichtige Zielgruppe sind die Eltern von Kindern mit besonders hohem Kariesrisiko. „Wird über den Kontakt zum Patenschaftszahnarzt etwa beim Sommerfest die Zugangsschwelle für die Eltern gesenkt, können diese den Weg mit ihren Kindern in eine Zahnarztpraxis schaffen“, sagt Thumeyer.

Insgesamt 32 Alternativen hat Thumeyer auf der CD-ROM zusammengestellt. Erarbeitet und erprobt von der LAGH, orientieren sich die „Wege zu den Eltern“ an grundsätzlichen Überlegungen zeitgemäßer Kindergartenpädagogik zur Elternbildung.

Das Portfolio enthält Beispiele für Aktivitäten im Kindergartenfoyer und am schwarzen Brett, an Kindergartenfesten und Tagen der offenen Tür sowie bei Neulingselternabenden und anderen gut besuchten Elternveranstaltungen. Die CD-ROM stellt Druckund Bastelvorlagen, Info-Materialien, Medienempfehlungen, Bilder und Checklisten bereit. Zudem enthält sie theoretische Grundlagen der Elternarbeit als Teil eines Gesamtkonzeptes Gruppenprophylaxe.

Eine klare Botschaft

Als wichtigsten Inhalt für die Elternansprache hat Thumeyer die Botschaft „Eltern putzen Kinderzähne“ definiert. „Dieser Gedanke muss mit jedem Weg und mit jeder Idee in der Elternarbeit verknüpft sein“, betont Thumeyer. Zu viele Botschaften könnten die Eltern überfordern oder verwirren. Alle Multiplikatoren bis hinzu Ernährungsberaterinnen, Hebammen und Kinderkrankenschwestern sollten versuchen, diese eine Botschaft zu vermitteln. Dabei helfe das Faltblatt „Eltern putzen Kinderzähne“. Dessen Text gibt es zusätzlich in 13 Sprachen als Kopiervorlage auf der CDROM.

Die Forderung „Eltern putzen Kinderzähne“ entspricht dem fünften „Stern“ des Gesamtkonzeptes Gruppenprophylaxe, das Thumeyer für die LAGH entwickelt hat. Die „5 Sterne für gesunde Zähne“ sind:

• Zähne putzen nach dem Frühstück
• Zuckerfreier Vormittag
• Zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke weniger häufig, dafür bewusst: Ein süßer Nachtisch und Naschen am Nachmittag/Abend – mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen
• Zähneputzen direkt vor dem Schlafengehen, danach nichts mehr essen oder trinken außer (Mineral-) Wasser
• Zusätzlich putzen alle Eltern abends alle Kinderzähne von allen Seiten sauber, bis ihre Kinder flüssig Schreibschrift schreiben können.

Da Kinder aufgrund ihrer motorischen Fähigkeiten erst im Schulalter ihre Zähne plaquefrei putzen könnten, bräuchten sie vorher die Hilfe ihrer Eltern, betont Thumeyer. „Kinder von Eltern, die früh mit der Zahnpflege bei ihrem Kind beginnen und selbst die Zähne ihres Nachwuchses regelmäßig putzen, haben deutlich weniger oder keine Karies.“ Letztlich führe mehr Zahngesundheit im Milchzahngebiss zu mehr Zahngesundheit im bleibenden Gebiss.

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