Fondsgebühren

Kostenfalle für Anleger

Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren reduzieren die Gewinne, die sich mit Fonds erzielen lassen. Aufgeklärte Anleger informieren sich deshalb vor dem Kauf über Einsparmöglichkeiten.

Banken und Sparkassen müssen in Zukunft noch mehr um ihre Kunden buhlen. Denn die aufgeklärte Kundschaft schaut sich gerade bei der Geldanlage vor der Entscheidung erst einmal bei der Konkurrenz um. Die bietet nicht nur häufig eine größere Auswahl bei den Fonds an, sondern verkauft die Anteile auch zu weitaus geringeren Kosten. Gerade bei den hohen Ausgabeaufschlägen steckt noch viel Luft drin. Zwischen sechs Prozent für Aktienfonds und null Prozent bei Indexfonds ist alles möglich. Die Hausbank verlangt für ihre Beratung den vollen Satz. Kunden, die aber schon genau wissen, in welchen Fonds sie investieren wollen, erkundigen sich erst einmal bei einer der vielen Direktbanken oder bei einem Fondsvermittler. Beide erledigen ihre Geschäfte über das Internet. Eine Beratung ist nicht vorgesehen. Discountbroker wie die ING-Diba, Cortal Consors oder Comdirect gewähren ihren Kunden einen Nachlass beim Ausgabeaufschlag. Rabatte bis zu 100 Prozent vergeben einige Fondsvermittler für den Kauf von Fondsanteilen. Aber auch Sparpläne gibt es zu günstigen Konditionen. Um den Handel abwickeln zu können, verlangt der Kauf über den Fondsvermittler die Eröffnung eines Kontos bei der Internetplattform Ebase oder bei der Fondsdepotbank. Dort lagern die Anteile. Auch der Inhalt des alten Depots lässt sich dorthin übertragen. Der Käufer schließt den Kontrakt mit dem Vermittler. Dieser leitet den Auftrag an die jeweilige Fondsgesellschaft weiter – er vermittelt. Bezahlt wird er für seine Dienste von der Fondsgesellschaft.

Eine andere besonders günstige Einkaufsquelle für Fonds, die von privaten Anlegern noch nicht so häufig genutzt wird, ist die Börse. Dort sind alle renommierten Fonds gelistet. Um dort kaufen zu können, benötigt der Anleger allerdings wieder die Dienste seiner Hausbank beziehungsweise des Instituts, das sein Depot führt. Er beauftragt die Bank, an der Börse für ihn Anteile eines bestimmten Fonds zu ordern. Dafür zahlt er so viel wie für eine Aktienorder. Die Banken kommen solchen Aufträgen nur ungern nach, weil ihnen Provisionen verloren gehen.

Marlene Endruweit
m.endruweit@netcologne.de

INFO

Fondsvermittler im Internet

• AAV Fondsvermittler:
http://www.fondsvermittler.de

• AVL Finanzdienstleistung:
http://www.avl-investmentfonds.de

• DTW Fonds-Service:
http://www.fondsclever.de

• Fund-Discount:
http://www.fund-discount.de

• Infos: http://www.infos.de

• Invextra: http://www.invextra.de

zm-Index

Fondsgebühren

Wer in Fonds investiert, muss wissen, dass die für den Kauf vorgesehene Summe sich automatisch reduziert. Denn Bank und Fondsgesellschaft fordern jeweils ihren Obulus:

Ausgabeaufschlag
Diese Gebühr deckt die Kosten für den Vertrieb. Ihre Höhe richtet sich nach der Art des Fonds. Mit drei bis sechs Prozent sind Aktienfonds am teuersten. Rentenfonds, bei denen nicht so häufig umgeschichtet wird, kosten nur zwei bis drei Prozent, offene Immobilienfonds fünf Prozent. Keine Gebühren fallen bei den meisten Geldmarktund Indexfonds an.

Managementgebühr
Diese Gebühr liegt je nach Fondsart zwischen null und zwei Prozent pro Jahr. Indexfonds zum Beispiel verursachen kaum Kosten, weil sie keiner Marktbeobachtung oder Unternehmensanalysen bedürfen. Außerdem wird das Portfolio nur selten umgeschichtet. Bei Aktienfonds hingegen sind die Manager ständig mit Beobachten und Umschichten beschäftigt. Die Kosten sind deshalb höher.

Depotkosten
Die Fondsanteile verwahrt die Bank in einem Wertpapierdepot. Darin können auch andere Aktien oder Anleihen liegen. Verlangt die Bank nur eine jährliche Pauschale für die Verwahrung, ist es egal, ob sich der Wert des Depotinhalts erhöht. Manche Institute setzen ihre Gebühr aber auch gemäß dem Wert des Depotinhalts fest.