Diabetes mellitus

Bessere Blutzuckereinstellung per Insulinpumpe

Die Zahl der Menschen mit Diabetes steigt infolge des demografischen Wandels stetig an, wobei die Betroffenen vor allem durch die Komplikationen der Erkrankung gefährdet sind. Das Risiko für Folgekomplikationen des Diabetes kann nach Professor Dr. Oliver Schnell aus München gesenkt werden, wenn für eine gute, möglichst normnahe Blutzuckereinstellung gesorgt wird.

Das aber setzt regelmäßige Blutzuckermessungen – und das bedeutet im Alltag Blutzucker-Selbstmessungen – voraus. „Studien belegen, dass die regelmäßige Bestimmung des Blutzuckers durch den Patienten wesentlich dazu beiträgt, die langfristige Prognose zu bessern und die Gefahr von Komplikationen zu senken“, erklärte der Diabetologe bei einem Presse-Workshop in Basel.

Flexible Lebensführung wird wieder möglich

Von besonderer Bedeutung ist die Blutzucker-Selbstmessung im Falle einer Insulinbehandlung. Sofern der Patient diese Behandlungsform akzeptiert und mit ihr zurecht kommt, sollte dabei eine Insulinpumpentherapie gewählt werden, wie Professor Dr. Tadej Batellino aus Ljubiljana darlegte. Denn diese sorgt für eine bessere Blutzuckereinstellung bei gleichzeitig geringerem Risiko für Unterzuckerungen. „Die Patienten gewinnen außerdem an Lebensqualität, weil sie ihre Lebensführung wieder deutlich flexibler gestalten können“, sagte der Mediziner bei einem Presse-Workshop in Basel.

Dass die Behandlung per Insulinpumpe auch bei Kindern und Jugendlichen Vorteile hat, zeigt eine zweite Metaanalyse, in der die Pumpentherapie mit mehrfachen täglichen Insulin-Injektionen bei diabeteskranken Kindern zwischen einem und 18 Jahren verglichen wurden. „Auch in dieser Metaanalyse wurden signifikante Vorteile der Insulinpumpen-Behandlung mit insgesamt besseren Blutzuckerprofilen gesehen“, erklärte Batellino.

Die Behandlung mit der Insulinpumpe ist aber nicht nur bei Typ 1-, sondern auch bei Typ 2-Diabetikern ein sinnvolles Therapieprinzip. Das dokumentiert eine weitere Metaanalyse der bei dieser Patientengruppe vorliegenden Daten, wobei auch diese Analyse pro Insulinpumpe ausging. Es ergab sich auch bei den Typ 2-Diabetikern ein deutlich geringeres Risiko für Hypoglykämien bei gleichzeitig insgesamt besserer Blutzuckerkontrolle.

Um möglichst vielen Patienten die Vorteile des Verfahrens sichern zu können, wird nach Angaben des Mediziners intensiv daran gearbeitet, die Behandlung zu vereinfachen. Dies scheint unter anderem durch eine Vereinfachung der Blutzuckermessgeräte möglich zu sein. So wurde jüngst ein Glucometer auf den Markt gebracht, bei dem der ermittelte Blutzuckerwert automatisch an die Insulinpumpe übermittelt wird. Dadurch wird nicht nur eine weitere Fehlerquelle eliminiert, sondern die Behandlung wird zugleich auch komfortabler für die Patienten. Batellino: „Durch die Therapie mit Insulinpumpen können viele Diabetiker abgesehen von der Blutzuckermessung ein praktisch ganz normales Leben führen.“

Christine Vetter
Merkenicher Straße 224
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