Spreefahrt der Bundeszahnärztekammer

Daten und Fakten im Sommerloch

Sozialpolitische Fachjournalisten und die Spitzenvertreter der Bundeszahnärztekammer trafen sich am 13. August zur traditionellen Bootsfahrt auf der Spree in der parlamentarischen Sommerpause. Für die BZÄK eine gute Gelegenheit für informative Hintergrundgespräche über aktuelle Themen, die den Zahnärzten unter den Nägeln brennen.

Mit großem Stolz präsentierte der Präsident der BZÄK, Dr. Dr. Jürgen Weitkamp, den Journalisten ein Novum: das neue Statistische Jahrbuch der Bundeszahnärztekammer zur zahnärztlichen Versorgung in Deutschland. Das Werk bietet in gebündelter und kompakter Form Faktenwissen und Ein - blicke in die Verhältnisse des gesamten Berufsstandes. Neben aktuellem Zahlen - material sind hier auch bisher sehr verstreut vorliegende Informationen zusammengetragen. Weitkamps Kommentar: „Das neue Jahrbuch bietet der Öffentlichkeit noch mehr Transparenz auf einen Blick.“

Ganz aktuell ging der Präsident auf die 68er- Altersgrenze zur Berufsausübung der zahnärztlichen Tätigkeit ein und erläuterte den Journalisten, dass mit einem baldigen Wegfall dieser Regelung zu rechnen sei. Ausführlich ging er auf die Hintergründe ein und skizzierte die erfolgreichen Interventionen aus dem Berufsstand und der Politik. „Die Patienten haben das Recht und sollen sich darauf verlassen, dass ihre Ärzte mit ihnen alt werden.“

Heißes Eisen GOZ

Ausführlich erläuterte der BZÄK-Präsident den Journalisten seine Position zur GOZ-Novellierung. Wichtig sei, dass das ursprüng - liche Zahnarzt-Patienten-Verhältnis erhalten bleibe, in dem der Patient bestimme, welche Behandlung er haben möchte. Dem Zahnarzt sei in erster Linie wichtig, dass seine Arbeit betriebswirtschaftlich kosten - deckend honoriert werde. Bei der gesamten Diskussion in der Öffentlichkeit gehe es der Zahnärzteschaft aber keinesfalls um die Einkommensdiskussion, sondern um die Qualität der zahnärztlichen Versorgung. Was die Vorlage des Referentenentwurfs betreffe, müsse mit einer Verzögerung gerechnet werden. Neuesten Informationen zufolge sei damit nun erst nach der bayerischen Landtagswahl am 28. September zu rechnen.

PAR als neue Herausforderung

Der Vizepräsident der BZÄK, Dr. Dietmar Oesterreich, ging auf die Prävention und die versorgungspolitischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der hohen Parodontitislast in Deutschland ein. Die Zahnärzteschaft habe sich bereits nachhaltig mit den Fakten und mit der Datenlage dazu beschäftigt. „Es gilt, die Datenlage genauestens hinsichtlich ihrer Konsequenzen für den Versorgungsalltag zu analysieren. Weitere Versorgungsforschung in diesem Bereich ist dringend notwendig. Dies ist eine Aufgabe, der sich Wissenschaft und Professionspolitik stellen müssen“, sagte Oesterreich. Er verwies auf eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Zahnärzte, die belegt, dass das Wissen in der Bevölkerung um Parodontitis und deren Prävention gering sei, und mahnte Aufklärungsbedarf an. Hier sei die Öffentlichkeitsarbeit gefordert. Immer wieder müsse darauf hingewiesen werden, dass parodontologische Erkrankungen nicht losgelöst von medizinischen Fragen betrachtet werden dürften. Zahnmedizin und Medizin seien eng miteinander verzahnt.

Intensive Einzelgespräche und Diskussionen über Fachthemen rundeten die Veranstaltung ab. So kam auch der neue Entwurf zur EU-Patientenrichtlinie zur Sprache. BZÄKVizepräsident Prof. Dr. Wolfgang Sprekels stand mit seinem Expertenwissen den Pressevertretern ausgiebig Rede und Antwort.