2. Zahnärztetag Niedersachsen und Bremen

Partner für die Praxis

Rund 180 Zahnärzte aus Niedersachsen und Bremen trafen sich am 30. August zu Fortbildung und Erfahrungsaustausch in der Stadthalle Osnabrück. Die Kammern beider Länder begrüßten die Kollegen mit GOZ-Kritik und praxistauglicher Wissenschaft.

Mit kritischen Worten in Richtung Bundesgesundheitsministerium eröffneten Dr. Michael Sereny, Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen, und Dr. Brita Petersen, Präsidentin der Zahnärztekammer Bremen, den zweiten gemeinsamen Zahnärztetag. „Wir warten auf den Referentenentwurf zur GOZ“, mahnte Sereny an. Und er fügte hinzu: „Wir erwarten nichts Gutes.“

Immerhin habe der Schulterschluss von Hochschule und Praxis umfangreiche Nachbesserungen erzwungen. Doch das sei nicht genug. Petersen schloss sich der Kritik an und verwies auf das Aktionsbündnis GOZProtest der Bremer Zahnärzte.

Auch die aktuellen Diskussionen innerhalb des Berufsstandes, zwischen Wissenschaft und Praxis, thematisierten die beiden Kammerspitzen: Natürlich hätten die Spezialisten ihren festen Platz im Berufsstand, betonte Sereny. „Es ist jedoch ganz klar, dass der Zahnarzt das uneingeschränkte Behandlungsspektrum der Zahnmedizin in Anspruch nehmen soll und nicht davon ausgeschlossen werden soll“, bekräftigte er.

Kein Elfenbeinturm

Sereny versprach den anwesenden Kollegen ein „anstrengendes und anspruchsvolles Programm“. Statt die alten Vorurteile einer Wissenschaft im Elfenbeinturm zu bestätigen, setzte der Zahnärztetag auf Praxisnähe. „Die neuen Erkenntnisse sollten in den Praxisalltag integrierbar sein“, erläuterte Dr. Thomas Attin, Zürich, das Tagungskonzept in seinem Fachvortrag.

Die gemeinsame Fortbildung von Bremen und Niedersachsen habe bereits eine lange Tradition, sagte Petersen: „Seit 1988 haben wir unsere Winterfortbildung.“ Mit der Unterstützung der Wissenschaft wollten die beiden Kammern den Zahnärztetag fest in ihren Ländern etablieren, erklärte Petersen.

Der parallel laufende ZMF- und Prophylaxe-Kongress werde gut angenommen, ergänzte Sereny. Rund 250 Zahnmedizinische Fachangestellte und Prophylaxeassistentinnen informierten sich bei verschiedenen Vorträgen und einer Industrieausstellung.

Prävention, Restauration und Implantologie

Den Zahnärzten gab Attin in Osnabrück einen Überblick über die Hintergründe zur Entstehung von Erosionen und Erosio-Abrasionen. Oft erkenne der Zahnarzt einen Reflux als Ursache einer Säureexposition in der Mundhöhle und könne an den Gastroenterologen überweisen. Prof. Dr. Dr. Nils-Claudius Gellrich, Hannover, machte in seinem Referat über die präimplantologische Augmentation deutlich, dass das Behandlungsziel heute die punktgenaue und limitierte präimplantologische Knochenaugmentation mit „wenig Knochen an der richtigen Stelle“ ist.

Ziel der Anstrengungen von Patient und Praxisteam in der Individualprophylaxe sei es, Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren, unterstrich Prof. Dr. Johannes Einwag, Stuttgart. Er stellte allgemeine Grundlagen und spezielle Strategien der selektiven Individualprophylaxe vor.

Auch unternehmerisches Handeln stand auf dem Programm: Mit einer guten Strategie können Niedergelassene den persönlichen Praxiserfolg verbessern, wie Trainer und Coach Axel Thüne, Kieselbronn, in seinem Vortrag zum Thema „Wohlfühlpraxis mit Strategie“ zeigte. jr

Der nächste gemeinsame Zahnärztetag der beiden Kammern ist für den 26. September 2009 geplant.

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