Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser,

auch wenn es manche Politiker höchst ungern hören: Deutschlands Zahnärzte verbinden die „Kombi“ von Freiberuflichkeit und Niederlassungsfreiheit noch immer ganz eng mit der eigenen beruflichen Zufriedenheit. Die Hoffnung, dass bald Schluss sein werde mit der „Ideologie der Freiberuflichkeit“ – was immer man damit auch gemeint haben mag –, klingt in den Köpfen der Praktiker wie auch angehender Zahn-Mediziner nicht ansatzweise nach. Daran haben auch die sich kontinuierlich verschlechternden Rahmenbedingungen bis heute kaum etwas andern können.

Woran das liegt? Auch wenn manche Zyniker immer noch behaupten, wer Zahnarzt werde, sei vom Wunsch nach dem „großen Geld“ getrieben, ist die Einschätzung angehender ZahnMediziner wohl doch weit realistischer. In unserer Gesellschaft wurde, wer vom Gedanken an „großes Geld“ beseelt war, in den letzten Jahren eher Banker oder Broker, als dass er sich für einen medizinischen Beruf entschied.

Dennoch: Auch der Beruf des Heilberuflers erfordert – in den heutigen Zeiten mehr denn je – strukturiertes unternehmerisches Denken.

Gerade die wirklichen Maßgaben für den Weg in die zahnmedizinische Praxis, sei es nun der ethische „Überbau“, sei es die Freiheit in der Therapiegestaltung, brauchen angesichts immer mehr Bürokratie und gesetzgeberischem Reglement ein hohes betriebswirtschaftliches und verwaltungstechnisches Grundverständnis und entsprechend professionelles Vorgehen. Wer in den verwirrenden Verhältnissen neuer Gestaltungsmöglichkeiten, spezifischer Praxisformen, fachlicher Schwerpunkte und entsprechender Ausrichtung auf Patientengruppen sich und sein Team erfolgreich auf den Weg bringen will, braucht heute nicht nur Fortune und fachliches Know-how, sondern auch strukturierte Kenntnisse in ehemals fachfremden Bereichen.

Dabei hilft die Feststellung, all das sei nicht eigentliche Aufgabe eines Zahn-Arztes, im Alltag wenig. Im Gegenteil: Dieser zwangsläufige Biss in den sauren Apfel kann befähigen, die Rahmenbedingungen gut zu strukturieren und gerade dadurch wieder an Zeit für die Patienten zu gewinnen. Logisch, dass es diese danken werden, wenn sie das Gefühl haben, von einem Team betreut zu werden, das weiß, was es tut.

Viel Erfolg wünscht

Egbert Maibach-Nagel
zm-Chefredakteur