Repetitorium

Adipositas-Chirurgie

Sleeve-Gastrektomie

Einem ähnlichem Prinzip wie das Magenband folgt die sogenannte Sleeve-Gastrektomie, bei der der Magen operativ zu einem vertikalen Schlauch verkleinert wird. Anders als beim Magenband, das sich operativ wieder entfernen lässt, bleibt der Schlauchmagen lebenslang erhalten.

Der Magenbypass

Vor allem in den USA ist mittlerweile nicht mehr das Legen des Magenbandes sondern der Magenbypass, auch Roux-en-Y-gastric-Bypass-Operation oder kurz RNY-Magenbypass genannt, das gängige Verfahren, um bei adipösen Patienten eine Gewichtsreduktion praktisch zu erzwingen. Bei der Operation wird auch eine Art Pouch gebildet, der sich jedoch nicht in den Magen fortsetzt, sondern über eine Anastomose in eine Dünndarmschlinge geführt wird. So wird der Magen ebenfalls nachhaltig verkleinert und eine Gewichtsreduktion initiiert. Es kommt aber neben der Verkleinerung der aufgenommenen Nahrungsmenge auch zu einer Malabsorption, so dass die Patienten im Nachhinein dahingehend zu überwachen sind, dass keine Mangelsituationen hinsichtlich des Eiweiß-, Vitamin und Elektrolythaushaltes auftreten. Ist dies der Fall, so muss entsprechend substituiert werden.

Das Verfahren ist offenbar etwas riskanter als das Legen eines Magenbandes, die perioperative Mortalität wird mit unter einem Prozent angegeben. Gefürchtet sind allerdings Wundinfektionen, die mit einer Häufigkeit von bis zu 25 Prozent auftreten sowie eine Anastomoseninsuffizienz, eine Komplikation, die mit einer hohen Letalität behaftet ist.

Die Wahl der Operationsmethode

Sowohl das Legen eines Magenbandes wie auch die Magenbypass-Operation sind mittlerweile als laparoskopischer Eingriff möglich. Wann welches Verfahren gewählt wird, hängt von den individuellen Gegebenheiten des Patienten ab, von Komorbiditäten, vom Ausmaß des Übergewichtes und letztendlich auch von der Expertise des jeweiligen Operateurs.

Umfassende Patientenbetreuung

Gleichgültig, welches der beiden gängigen Verfahren gewählt wird, ist stets eine umfassende Betreuung der Patienten erforderlich. Das geschieht in einem multidisziplinären Team, dem neben dem Chirurgen auch der Hausarzt, der Gastroenterologe sowie ein Ernährungstherapeut und ein Psychologe angehören sollten. Denn unabhängig von potenziellen körperlichen Komplikationen können trotz der erfolgreichen Gewichtsreduktion und der damit verbundenen Verbesserung der Lebensqualität im Langzeitverlauf psychische und soziale Probleme auftreten, die im Idealfall früh erkannt und behandelt werden sollten.

Die Nachsorge ist, so äußerte sich der Wissenschaftler, ähnlich aufwändig wie nach einer Organtransplantation: Kontrolluntersuchungen sind im ersten Jahr nach dem Eingriff nach einem sowie nach drei, sechs, neun und zwölf Monaten erforderlich, danach können die Intervalle auf halbjährlich und jährlich verlängert werden.

Die Autorin der Rubrik „Repetitorium“ ist gerne bereit, Fragen zu ihren Beiträgen zu beantworten
Christine Vetter
Merkenicher Str. 224
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